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Ganz Gera sollte heute auf den Beinen sein

Stellen wir ein Dichterwort an den Anfang: "Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie kräftig an und handelt". Es hätte das Motto sein können, als vor 20 Jahren tausende Geraer kräftig anpackten und handelten, um etwas in Gang zu setzen, das als friedliche Revolution bezeichnet wird. Die eine Ordnung galt es abzulösen und eine neue zu etablieren. Akteure und Zeitzeugen wollen jetzt mit einer Vielzahl von Veranstaltungen an die Wendeereignisse erinnern, um deren Erbe für Gegenwart und Zukunft zu nutzen. Ganz Gera sollte am heutigen Donnerstag auf den Beinen sein, wenn das großartige Projekt über die Bühne geht. Alle sind aufgerufen, dabeizusein und mitzumachen. Man darf dabei getrost von einem Volksfest sprechen.
Gera gehört zu den Städten, wo sich frühzeitig ein breites Bündnis für die gesellschaftliche Erneuerung formierte. Unbestritten ist besonders das Engagement der Christen in den Geraer Kirchen, neben und mit solchen Kräften wie Neues Forum, Demokratischer Aufbruch, Grüne, Fraktionen des Stadtrates, Künstlern, mutigen Einzelpersönlichkeiten, Parteilosen, Arbeitskollektiven und anderen. Daran erinnerte nochmals eine unmittelbar vor dem heutigen Ereignis von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) und der Geraer Stasiunterlagenbehörde (BStU) einberufene Pressekonferenz.
Die einladenden Gesprächspartner sind personifiziertes Zeugnis für das frühzeitige "ökumenische Bündnis" der Geraer Christen im Wendegeschehen, und sie gehören zu den Persönlichkeiten, die sich damals oder in den Folgejahren mit persönlichem Mut an die Spitze stellten, so Gabriele Schaller, Superintendentin des evangelischen Kirchenkreises Gera, so der Dekan der Katholischen Kirche Klaus Schreiter, der Oberpfarrer i.R. Roland Geipel, der Pastor der evangelisch-methodistischen Kirche York Schön sowie der Jugendpfarrer Michael Kleim und weitere.
Die Veranstalter möchten die Geraer zu herausragenden Events einladen. Zur Nachmittagsstunde 17 Uhr kommt es zur Neuauflage des damals aufsehenerregenden ökumenischen Friedensgebetes in der Johanniskirche. Seinerzeit sollen etwa 2.000 Bürger in und vor der Kirche ihre Forderung nach Demokratie artikuliert haben. Anschließend wird es in Anlehnung an das damalige Original einen Marsch zum Museumsplatz geben. Die Demonstration wird zum "Gang der Geschichte". Für die Teilnehmer halten die Veranstalter 1.500 Kerzen bereit. Wie damals Symbol dafür, Licht in die Herzen und Hirne zu bringen. Die Kerzen werden das Wort "Demokratie" formen.
Gegen 18.30 Uhr ist der Museumsplatz Treffpunkt als Open Air. Zum Thema "20 Jahre friedliche Revolution" sind stadtbekannte Gesprächspartner zugegen, die dem Neuen den Weg bereiteten. Ebenfalls als Open Air startet eine mitreißende Party, die OB Dr. Norbert Vornehm eröffnet. Hier werden sich 16 Geraer Rockgrößen von damals und heute zu einem Konzert vereinen und mit Jung und Alt ausgelassen feiern.
Von besonderer politischer Bedeutung ist ab 19.15 Uhr im Elsterforum unter dem Motto "Wie geht’s weiter?" eine mit Politprominenz besetzte Podiumsdiskussion. Inzwischen ist eine Generation herangewachsen, die die Ereignisse von damals nicht selbst erlebt hat. Für sie geht es nicht nur um Vermittlung von Geschichtskenntnissen, sondern auch um den Dialog, der nach vorne weist und die Jugend befähigt, die Zukunft zu meistern. Hilfreich kann dabei auch sein, wie Reinhard Keßler, stellv. Leiter der Geraer BStU-Außenstelle berichtete, die von der Behörde auf elf Tafeln gestaltete Ausstellung zu den Wendeereignissen.

( Harald Baumann, 05.11.2009 )

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