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Der "Gang der Geschichte"

Wenn Gera am 5. November den "Gang der Geschichte" geht, dann gehört dazu auch eine ganz besondere Open-Air-Party auf dem Museumsplatz mit Geraer Rocklegenden. Von 19 bis 22 Uhr können Junge und Junggebliebene ausgelassen feiern. Dort ist unter anderem eine ganz besondere Band zu erleben - 16 Geraer Rockgrößen und ein DJ, die sich eigens für diesen Tag zusammenfanden. Die Idee, an diesem Tag eine "Geraer All-Star-Band" einmalig zusammenzustellen, entstand im Comma. Gestandene Geraer Rockmusiker, die bereits in den 60er und 70er Jahren musikalisch aktiv waren, werden sich mit jungen Musikern zusammentun und auch in ihrem Repertoire die Jahrzehnte Revue passieren lassen.
Bei diesem Projekt sind aus der einzigen Geraer Profiband "Sit" der Vorwendezeit Volker Wicher (Gitarre), Gunder Rodler (Drums) und Götz Grötsch (jetzt am Ton) dabei. Sie, wie auch Ehrhardt Taubert (Schlagzeug) und Martin Zitzmann (Hammond-Orgel) sind vielen Musikfreunden durch ihre Auftritte auf den Tanzsälen von Gera ein Begriff. Hugo Griebsch als erster Besitzer einer wahren Musikerkneipe in Gera prägte gerade in den Jahren nach der Wende neben seiner musikalischen Bandarbeit u.a. mit dem begnadeten Elton-John-Sänger Kay Dobberstein lange Zeit die hiesige Live-Szene nachhaltig mit. Seit Beginn der 90er sind Andreas Geffarth, Thomas Große, Rocco Basler, Rene Voigt mit ihren verschiedenen Projekten (Geffarth & Band, Biba & die Butzemänner, Rockhistorie) aktiv.
Die jüngste Generation ist vertreten durch Peter Bornschein und Alexander Wicher. Gemeinsam mit Papa Volker spielt er bei "The Wish". Beide sind aber auch Mitglieder des grandiosen Leipziger Projektes "Colbinger". Die jüngsten beteiligten Musiker Lisa Dorn, Franz Spiegel und Stephan Jedamzik waren zur Wende noch nicht einmal geboren, sind jetzt u.a. bei Red House und Rock Revival voll integriert.
In der Pause will das DJ-Urgestein "Spanne" an die Musik der Wendezeit erinnern, alte und neue Songs spielen. Die Musiker werden das Publikum aber nicht nur mit ihrer Musik erfreuen, sondern auch ihre Gedanken zu "20 Jahre friedliche Revolution" darlegen sowie aus eigenem Erleben von DDR-Kultur und DDR-Zensur erzählen. Feuerschalen und Feuerkörbe werden nicht nur eine stimmungsvolle Kulisse für den "Gang der Geschichte" bilden, sondern insbesondere die Jüngsten animieren, dort Knüppelteig zu backen.
Mit dem Projekt "Gang der Geschichte" wandelt Gera am Donnerstag, 5. November, auf den Spuren der Ereignisse der friedlichen Revolution von 1989. Auf Initiative der Kirchen erinnert ein breites Bündnis an die bewegende Zeit vor 20 Jahren, die als Ausnahmeerscheinung in die Weltgeschichte einging. Angelehnt an das historische Original lebt auch jener Gang noch einmal auf, den die Menschen damals ausgehend von der Kirche durch die Innenstadt nahmen. Der "Gang der Geschichte" führt die Teilnehmer an die wichtigsten Geraer Orte der friedlichen Demonstrationen von 1989. Wie damals gibt ein ökumenisches Friedensgebet (17 Uhr) in der St. Johanniskirche den Auftakt, ehe die Menschen 18 Uhr von dort mit Kerzen durch die Innenstadt zum heutigen Museumsplatz gehen, wo sie aus diesen Kerzen das Wort "Demokratie" formen. Auch die jüngsten Geraer sollen mit Lampions mit von der Partie sein.
Auf einer großen Leinwand am Museumsplatz werden zunächst Bilder von vor 20 Jahren zu sehen sein, dann ein eigens vom Offenen Kanal Gera in Kooperation mit dem Stadtarchiv gedrehter Film zu den Wendeereignissen. In kurzen Interviews erinnern sich Geraer Bürger an eigenes Erleben in jener bewegten Zeit 1989, berichten, wie Menschen aus Ost und West nach der Trennung durch die Mauer wieder zusammenfanden. Auch darüber hinaus blickt der "Gang der Geschichte" in die Zukunft. "Wie geht es heute (weiter)?" ist das Thema einer Podiumsdiskussion ab 19.15 Uhr im Elster Forum. Dort werden u.a. Kommunalpolitiker von damals und heute, Kirchenvertreter und von der Stasi Verfolgte mit Bürgern ins Gespräch kommen.

( 29.10.2009 )

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