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BUGA als größter Erfolg für die Stadt seit der Wende

Der Goldmedaillengewinn beim Bundeswettbewerb "Entente Florale" vor zwei Wochen zeigt nicht nur den Geraern und Gästen unserer Stadt, dass sich Bürger, Vereine und Unternehmen in größerem Maße für ihr Lebensumfeld engagieren als anderswo. Die Ehrung weist auch darauf hin, wie ernst immer mehr Geraer die eigene Verantwortung für Blumen, Pflanzen und Grünflächen nehmen.
Peter Granderath, Vorsitzender des Vereins zur nachhaltigen Förderung der Idee der Bundesgartenschau Gera - Ronneburg 2007 e.V., sieht in der Medaille vor allem eine Bestätigung der nunmehr zehnjährigen Anstrengungen des Vereins. "Gold ist in diesem Sinne die Erklärung der Jury, dass Gera sich in der Nachnutzung der BUGA sehr positiv darstellt", unterstreicht er. Gold bedeute auch eine hohe gärtnerische Qualität an den zahlreichen Blumen und Stauden.
Der wohl schönste Effekt sei die intensive Nutzung des jetzigen Hofwiesenparks durch die Bürger der Stadt. "Was den Park und den neugestalteten barocken Küchengarten angeht, sind die Ergebnisse der Nachnutzung perfekt", freut sich Granderath. Der von der Stadt Gera zu diesem Zweck beauftragten Lebenshilfe Grünanlagen + Service gGmbH müsse man beste Arbeit attestieren.
Dass die Bundesgartenschau 2007 auch Zukunft haben sollte, war schon in der Gartenschauplanung angelegt worden. "Das hat geklappt und dafür kann man allen Beteiligten nur Lob aussprechen", findet Granderath. Seit der Gründung des Fördervereins im Jahr 1999 arbeitete man auf eine umfassende Verschönerung der Stadt hin. Damals noch auf den BUGA-Park im Bereich zwischen altem Sommerbad, Stadion und Untermhäuser Brücke begrenzt, weiteten sich die Grün-Projekte später ins gesamte Stadtgebiet aus. Derzeit habe man 108 Mitglieder im Verein, deutlich mehr als zu BUGA-Zeiten. Die Bundesgartenschau selbst, die zahlreichen anschließenden Grün-Projekte und die beliebten Veranstaltungen des Vereins, wie Lichternacht im Hofwiesenpark, Adventsmarkt im Hofgut und der Tag der offenen Gärten hätten grundsätzlich dazu beigetragen, die Geraer von der Nachnutzungsidee zu überzeugen.
Angefangen mit den Arbeitsgruppen zur BUGA in den Jahren 2001/2002 bis über das BUGA-Ereignis 2007 hinaus habe man die positive Einschätzung des Vorhabens bei der Bevölkerung steigern können. "Die Menschen begriffen, dass die BUGA ihr Eigenes ist", ist Granderath überzeugt. Die erneute Goldmedaille bei "Entente Florale" könne nun noch mehr dazu beitragen, den Wert der neuen Grünanlagen und Projekte zu steigern und sie ins Bewusstsein der Menschen zu holen. "Was man heutzutage beim Spaziergang durch die Stadt an Grün und Blumen sieht, zeigt das viele Geraer engagiert an ihrem Umfeld arbeiten", freut sich der Vereinsvorsitzende.
Seit 2002 organisiert der BUGA-Förderverein den Tag der offenen Gärten. "Neben Weimar waren wir damals die zweite Thüringer Stadt, in der es so etwas gab", erinnert sich Peter Granderath. Seitdem zeigen jedes Jahr mehr Hobbygärtner ihre privaten Gartenparadiese und ermöglichen den Mitmenschen einen Blick hinter sonst verschlossene Tore. Das hohe Niveau der Veranstaltung habe man bis heute halten können. Einige Gartenbesitzer hätten aus der Idee sogar wirtschaftliche Lösungen entwickeln können. "Es ist Kleinarbeit, die wir hier machen, aber sie führt zum Erfolg", sagt er.
Im Jahr 1999 aus beruflichen Gründen nach Gera gekommen, fand Peter Granderath im Engagement für den BUGA-Förderverein eine langfristige Aufgabe. Schon nahe seiner Heimatstadt Leverkusen, wurden in Köln die ehemaligen Parks der dortigen Bundesgartenschau auch nach dem Ereignis weiter genutzt. "Das war mein Vorbild für die Geraer BUGA", bekräftigt also der Wahlgeraer. Die größte Herausforderung während der zehnjährigen Vereinsarbeit bestand für ihn darin, "die Stadt Gera zum Jagen zu tragen". Der größte Erfolg seien die Teilnahme und die Goldmedaille beim bundesweiten Vergleich "Entente Florale". Generell werte er die BUGA jedoch als größten Erfolg für die Stadt seit der Wende.
Die BUGA sei natürlich auch für die Stadt Ronneburg erfolgreich verlaufen, die 2007 gemeinsam mit Gera die Bundesgartenschau gestemmt habe. Doch leider gäbe es in der Nachbarstadt größere Probleme, eine attraktive und zugleich machbare Nachnutzung voran zu treiben.
Das neueste Vereinsprojekt in Gera ist der Rosengarten von Schloss Osterstein. Schon 2006 habe man ihn erstmals ins Auge gefasst, damals hatte die GWB "Elstertal" gerade den Brunnen saniert. "Die Gartengestaltung war jedoch im BUGA-Jahr nicht zu bewältigen", erinnert sich Granderath. So habe man die Idee 2008 wieder aufgegriffen. Noch in diesem Jahr wolle man nun mit dem Wegebau beginnen. Der z.B. mit Eibenhecken gestaltete Garten am Fuße des alten Remisen-Gebäudes soll mit pflegeleichten Pflanzen versehen werden, um die zukünftige Grünpflege durch ehrenamtliche Arbeit abdecken zu können. "Es besteht Einvernehmen zwischen unserem Verein und der Stadt für dieses geförderte Projekt", versichert Granderath. Trotzdem denke man über das Vorhaben hinaus und habe konkrete Vorstellungen, wie das gesamte Schlossgarten-Areal, über Gartengrotte, Gartensaal, unteren und oberen Hofgarten bis hin zum Bergfried einmal aussehen könnte. Die Frage sei nur, ob Öffentlichkeit und Stadt an ihre Geschichte anknüpfen wollen und eine Restaurierung generell vorsehen.
Peter Granderath selbst begreift den Goldgewinn Ende August auch als persönlichen Erfolg. Dieser sei Motivation genug, das eigene Engagement weiterhin in den Dienst des BUGA-Fördervereins zu stellen. "Auch mit geringem finanziellen Einsatz lässt sich das Lebensgefühl aller verbessern", appelliert er schließlich an die Geraer, den hohen Standard der begrünten Stadt zu erhalten und noch auszubauen. Die Medaille sei eine Zustandsbeschreibung, aber auch in Zukunft sei eine aktive Stadtverschönerung durch möglichst viele Bürger nötig.

( Christine Schimmel , 11.09.2009 )

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