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Statt Lösungen gibt es nur vage Hoffnungen

"Wir sind hier zusammengekommen, um nicht übereinander, sondern miteinander zu reden und nach Lösungen zu suchen, mit denen wir alle leben können", so Geras Bürgermeister Norbert Hein, der einerseits den Argumenten der Anwohner Verständnis entgegen bringt, andererseits aber auch keine Zusagen machen will und kann wider den geltenden Rechtsvorschriften. Anwohner, Vertreter der Stadtverwaltung und des Stadtrates sowie der Geraer Polizei waren am Montag zum Ortstermin am Abzweig Bieblacher Bach an der Dornaer Straße gekommen. Seit schon gut 20 Jahren hoffen die Anwohner auf die Gewährung ihrer Wohnqualität, die sie, so ihr Empfinden, durch den Verkehr entlang der Dornaer Straße als deutlich gemindert sehen.
Die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der Straße außerhalb der geschlossenen Ortschaft soll von 80 km/h auf 60 km/h reduziert werden, um den Anwohnern von der Straße Am Bieblacher Bach das gefahrlose Auffahren auf die Dornaer Straße zu ermöglichen, war eines der Themen, neben Lärmschutz, der Wiedereinrichtung der Bushaltestelle und einer Lösung für das Problem der Familie Kessler, von ihrem Grundstück in einer Biegung direkt auf die Dornaer Straße aufzufahren.
"Ich wollte heute zu Gera kommen, denn bis jetzt fühle ich mich, na ja wie, irgendwie nicht dazugehörend", bringt Dieter Wegner sein Problem mit dem Lärm auf den Punkt. Ob er nach dem Ortstermin zu Gera gefunden hat, muss er für sich selbst entscheiden. Eine Lösung für die Probleme ist vorerst noch nicht in Sicht.
Rechtlich gesehen sieht Polizeidirektor André Röder hinsichtlich der Geschwindigkeitsbegrenzung keine Möglichkeit, erinnerte aber daran, dass es bereits eine Reduzierung um 20 km/h, von 100 km/h auf 80 km/h, gab. Als nichtrelevant erscheinen auch die von Jürgen Kaufmann aufgezählten Unfälle. Handlungsbedarf bestehe erst bei mindestens fünf Unfällen im Zeitraum eines Jahres, so schreibt des der Gesetzgeber vor, halten Polizei und Stadtverwaltung den Anwohnern entgegen. "Da stellt sich für mich die Frage, müssen wir erst Unfälle provozieren, bis dieses Gesetz zugunsten der Verkehrssicherheit ausgelegt wird", kontert Jürgen Kaufmann, der nach 45 Minuten schon etwas sichtlich erregt wirkt. "Das Gremium sei immer größer und ist heute wieder größer geworden und geschafft haben wir wieder nichts. Langsam kommt bei mir Hass und Frust auf", zieht Jürgen Kaufmann für sich eine Zwischenbilanz des Ortstermins. Doch wer den engagierten Bürger kennt, weiß, dass dies nur bildlich gesprochen, der aber auch nicht locker lässt, bis eine Lösung erstritten ist.
"Das Kernproblem ist doch, einen Ausgleich zwischen den Interessen der Anwohner und den Interessen der Verkehrsteilnehmer zu schaffen", bringt Norbert Hein Entspannung in die Diskussion. Als Mitglied des Aufsichtsrates der Geraer Verkehrsbetrieb bietet Stadtrat Bernd Leithold an, die Forderung nach der Wiedereinrichtung der Bushaltestelle zu prüfen, was dann bei Erfolg sowieso eine Tempobegrenzung im Haltestellenbereich nach sich zieht. Aber eben nur dann. Für die Anwohner ein kleiner Hoffnungsschimmer, der sich aber auch schnell wieder in Luft auflösen könnte.
Einig sind sich die Anwohner, dass in der Zeit, als das Tempo wegen der Bushaltestelle reduziert war, sich die Situation verbessert hatte. Eine Wahrnehmung, der seitens der Polizei wie auch von Baudezernent Ramon Miller und Fachdienstleiter Verkehr Stefan Prüger jedoch mit Skepsis begegnet wird.
Was die Lärmbelastung angeht, hofft die Stadt auf einen positiven Bescheid vom Landesverwaltungsamt, dem der vom Stadtrat beschlossene Lärmaktionsplan zur Prüfung vorliegt. Wenn auch nur als wage Hoffnung, könnte, so Hein, die Chance gegeben sein, dass das Tempolimit zur Lärmreduzierung heruntergesetzt wird.
Wenig halten die Anwohner vom Vorschlag des Bürgermeisters, diesen Verkehrsabschnitt in die Verkehrsüberwachung der Stadt, wenn sie dann greift, einzubinden. "Sie sehen doch selbst, was hier los ist. Da steht die Polizei hier und da oben wird trotz Verbot überholt. Und der Lärm ist hier so laut, dass wir uns zur Verständigung anschreien müssen", versucht Jürgen Kaufmann dem Anliegen immer wieder Nachdruck zu verschaffen.

( Reinhard Schulze, 27.08.2009 )

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