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Beliebt in der dritten Generation, lebendig in seinen Bildern

Am 3. Juli 2009 würde Helmut Janka seinen 100. Geburtstag begehen. Er hat nach seinem Tod 1979 ein umfangreiches Werk von schätzungsweise bis zu 3.000 Bildern hinterlassen. Das Interesse daran ist nach wie vor ungebrochen. In vielen Familien sind die Gemälde schon an die Enkel weitergegeben. Wenn man seine Bilder betrachtet, erschließt sich uns seine naturverbundene Welt. Helmut Janka wird immer als respektable Persönlichkeit von stattlicher Figur beschrieben. Er war 1,79 m groß, kräftig, hatte dunkle Haare und blaugraue Augen. Er war gesellig, kinderlieb, unternehmungslustig und Naturliebhaber.

Kinderlieb

Frau Guderjahn erinnert sich: "Ich war damals gerade acht oder neun Jahre alt. Mit meinen Eltern war ich bei Jankas zum Essen eingeladen. Er fragte mich, was ich gerne mache und ich sagte, dass ich gerne male. Darauf sagte er: "Komm mal mit, da habe ich etwas für Dich!" Und wir gingen in sein Atelier, da standen überall Bilder und Herr Janka ermunterte mich, mir ein Bild auszusuchen. Ein Bild fiel mir sofort auf, aber es war ziemlich groß (Badersee bei Garmisch mit Zugspitze). Ich sollte mir doch ein kleines Gemälde aussuchen; aber ich blieb bei meiner Wahl, und so habe ich das Bild dann doch bekommen. Helmut Janka war aufgeschlossen, kinderlieb, freundlich, er hat mir imponiert." Ein Beweis für seine Kinderliebe ist auch folgende Begebenheit, die Herr Zorn berichtete: "Eines Tages brachte Helmut Janka für seinen Sohn ein Dreirad mit, aber der war dafür noch zu klein. So wurde es vorerst in der Familie weitergegeben und ich zog stolz damit durch die Straßen. Es ging durch ganz Debschwitz bis zur Ochsenbrücke. Später hat es dann sein Sohn doch noch bekommen." In Weida gibt es in einer Familie ein Schaukelpferd, aber eigentlich müsste es Schaukelhahn heißen, denn Helmut Janka hat es damals für die Tochter eines Freundes bemalt. Dieses Stück ist ausgefallen, denn es ist einmalig. Und die kleine Franziska hat es damals gefreut.

Geschäftstüchtig

Der Vertrieb der Bilder war gut organisiert. Ab 1961 hatte man einen Schaukasten in der Passage. Ansonsten gingen Helmut Janka oder ein guter Freund, Herr Stößel, mit den Bildern von Haus zu Haus. Letzterer klingelte auch 1960 bei Frau Steinau, die damals in Debschwitz wohnte: "Da kam der Vertreter und hat erst eine Menge Bilder gezeigt. Dann legte er dieses Bild hin und das war der Moment, wo ich stutzte, denn mir gefiel das Bild (Nebeltag am Strom/Prerow). Und diesen Moment hat der Mann ausgenutzt. Ich habe das Bild gekauft und in Raten zu 20 Mark abbezahlt. Bereut habe ich es nicht und wenn ich morgens aufwache, blicke ich auf die schöne Landschaft."

Humorvoll

Freunde nahmen Helmut Janka oft mit, wenn sie über Land fuhren. So konnte er z.B. auf einem Lanz-Bulldog von Wünschendorf bis nach Plothen mitfahren, malte dort und wurde rückwärts wieder mitgenommen. Es ist überliefert, dass bei einem Ausflug mehrerer Familien an den Pörmitzer See sich die Männer heimlich absetzten, um dann plötzlich verkleidet zu erscheinen und Ballett aufzuführen. Er war sich für kein Gaudi zu schade. Der alte Herr Grunert von Radio Grunert erzählte: "Helmut Janka war bei uns Kunde und da wir uns gut verstanden, habe ich ihn manchmal zum Malen mitgenommen. Damals fuhr ich noch so einen alten F 8. Als wir wieder einmal unterwegs waren, ging plötzlich eine Feder von der Polsterung entzwei und bohrte sich durch die Polsterung und riß ihm die Hose auf. Er hat es mit Humor genommen."
Vieles könnte man noch erzählen, aber was sich bei den meisten Leuten, die Helmut Janka kannten oder Bilder von im besitzen, übereinstimmend herauskristallisierte ist, dass die Bilder auch heute ihren Reiz noch nicht verloren haben. Manche sehen so frisch aus, als sei die Farbe noch nicht ganz getrocknet. Je länger man die Gemälde betrachtet, um so mehr öffnen sie sich dem Betrachter, sie haben eine Seele. Frau Mitzenheim aus Gera bringt es auf den Punkt: "Jeder Maler malt etwas in das Bild hinein und wenn man es anschaut, blickt der Maler zurück."
Wenn auch Sie ein Bild haben oder eine Anekdote über den Maler zu erzählen wissen, rufen Sie bitte ( (0365) 4346254 an.

( Dr. H. Christel, 02.07.2009 )

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