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Gera hat sich positiv verändert

Eine positive Bilanz zieht Geras Oberbürgermeister Dr. Norbert Vornehm zur Halbzeit seiner Amtsperiode. "Wir haben in den vergangenen drei Jahren schon mehr erreicht als für möglich gehalten", konstatiert er. Als Beispiel nennt er die Verwaltungsstrukturreform und die positive Entwicklung der Wirtschaftsleis-tung Geras. "Als Wichtigstes aber sehe ich, dass bei immer mehr Geraern wieder Stolz auf ihre Stadt zu spüren ist." Auch überregional werde Gera wieder deutlicher wahrgenommen. Das führt der Rathauschef vor allem darauf zurück, dass die Kommune intensiv mit ihren Pfunden wuchere, allen voran mit dem ihres berühmtesten Sohnes Otto Dix, dessen Werk ab 2011 im neuen Kunsthaus ein adäquates Domizil finden werde. Aber auch die sehr viel engere Zusammenarbeit mit Jena und in der Wirtschaftsregion Mitteldeutschland trage Früchte.
Er habe zu Beginn seiner Amtszeit deutlich gemacht, dass es für viele der anstehenden Probleme angesichts der kommunalen Haushaltssituation "keine schnellen Lösungen" geben werde, aber auch, dass er dafür stehe, zielgerichtet Prozesse einzuleiten, die Veränderungen bringen. Die wirtschaftliche Basis Geras sei durch die Ansiedlung und den Ausbau größerer Unternehmen, etwa Rittal und Geda, Max Bögl, und das Callcenter D&S Europe, sowie einer Vielzahl kleinerer Firmen seit 2006 gestärkt worden. Insgesamt seien seit Mitte 2006 rund 1.500 Arbeitsplätze neu geschaffen worden. Derzeit gehen in den etwa 7.200 Geraer Unternehmen annähernd 37.000 Menschen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach. "Allerdings nur gut ein Sechstel davon im produzierenden Gewerbe. Deshalb gilt unser Augenmerk auch künftig vorrangig diesem Sektor." Da könne Gera nicht nur mit bereits entwickelten oder noch zu erschließenden Gewerbeflächen wie die "Zoche" oder zuletzt die "Salzstraße" punkten, sondern auch "mit fast konkurrenzlos günstigen Steuerhebesätzen einer Großstadt". Die spülten allein im vergangenen Jahr mit 21,7 Millionen Euro rund ein Fünftel mehr ins Stadtsäckel als ursprünglich geplant.
Als "vollen Erfolg" bezeichnete Dr. Vornehm die im Herbst 2006 eingeleitete Strukturreform der Stadtverwaltung. Auf deren Basis will die Thüringer Stadt bis 2012 dienstleistungsfreundlichste Stadt Deutschlands werden. Um das zu erreichen, wurden die Ämter abgeschafft und die Verwaltung in 23 Fachdiensten neu organisiert. Damit entfiel nicht nur eine Ebene in der Hierarchie, vielmehr wurden sachliche Zuständigkeiten zusammengeführt. "Unser Modell wird bundesweit mit Interesse verfolgt", freut sich der OB. Die Schaffung des zentralen StadtServices H35 sowie der BauService waren weitere konkrete Schritte in Richtung "Dienstleistungsunternehmen". Eine ausführliche Dokumentation der vielfältigen Maßnahmen wird derzeit erarbeitet.
Die Öffnung von Hofwiesenpark, Küchengarten für alle Bürger, das Hofwiesenparkfest und das Festival "Alles Theater", die Umwandlung der Buga- in die Kultur GmbH, der angeschobene Sportentwicklungsplan, das Bibliothekskonzept und das Lotsenkonzept der Wirtschaftsförderung sind weitere Punkte auf der Haben-Seite der Halbzeit-Bilanz. Auch das umstrittene Marketingkonzept und die heiß diskutierten Pläne zur Sanierung der Geraer Schulen ordnet er dort ein. "Wir werden ersteres ebenso zu einem erfolgreichen Abschluss bringen wie letzteres", ist er sicher. Auch beim Schulsanierungskonzept sei es erst im zweiten Anlauf gelungen, alle Fraktionen im Interesse guter Lernbedingungen für die Geraer Kinder und Jugendlichen ins Boot zu holen. Dank des Konjunkturpaketes II könne es beschleunigt und die Sanierung der ersten Schulgebäude bereits 2010 in Angriff genommen werden.
Auch Geras Innenstadt befinde sich im Wandel, lade über das Einkaufen hinaus zum Bummeln und Verweilen ein. Ein sichtbares Zeichen sei die Außengastronomie, die besonders gefördert werde, und in Geras "guter Stube" sei im Zuge von Sanierung und Umbau der östlichen Marktseite ein Schandfleck verschwunden. "Dieses Projekt konnte nach Jahren der Stag-nation endlich zu einem guten Ende geführt werden." Gestellt seien auch die Weichen für eine Revitalisierung des historischen Kaufhauses auf der Sorge. Das ehemalige Wismut-Lehrlingswohnheim empfange die Besucher der Stadt in neuem Glanz. Genauso habe sich die schwäbische Unternehmerfamilie Nothdurft zu einer 7-Millionen-Euro-Investition auf der Martinshöhe entschlossen.
"Wir haben ohne Zweifel viel erreicht, aber es gibt auch noch vieles zu tun", blickt Dr. Vornehm voraus. Der Bau des Freibades am Hofwiesenpark sei zwar angeschoben, aber noch nicht realisiert. Auch der Anschluss Geras an das ICE-Netz der Deutschen Bahn werde noch Kraft kosten, ahnt er. "Aber wir sind darüber weiterhin im Gespräch und lassen nichts unversucht." Das habe man auch in Sachen der drei Essen an der Autobahn A4. "Es gab viele Ideen, diese oft als Landmarken bezeichneten Schlote zu nutzen. Leider war darunter keine, die sich finanziell als tragfähig erwiesen hat."
Große Sorge bereitet dem Rathauschef die Arbeitsmarktsituation. Es sei nicht einfach, für jeden einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz zu finden. Zwar würden einige Projekte laufen, aber das Ziel sei noch nicht erreicht. "Es darf niemand gezwungen sein, wegen einer Arbeits- oder einer Lehrstelle aus Gera wegzuziehen", machte er deutlich. Das bleibe die Herausforderung für die nächsten drei Jahre.

( 02.07.2009 )

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