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Vom Kommissionsbuchhandel zum Kleinod in der Kirchstraße

"Einfach schön", ist das schlichte Resümee von Rosemarie Züge-Gutsche, wenn sie auf ihre nunmehr 20 Jahre Selbständigkeit zurückblickt. Am 12. Juni 1989 eröffnete sie die bereits 1842 gegründete Brendel’s Buchhandlung als Kommissionsbuchhandel. Seitdem hat sie sich durch ihre kompetente und herzliche Art über 1.000 Stammkunden erarbeitet. "Laufkundschaft fehlt uns durch die großen Kaufhäuser eigentlich komplett", bedauert sie. "Und auch den Kindern muss man erst einmal klar machen, dass ein Buch immer gleich viel kostet, egal, ob sie es im Kaufhaus oder bei Frau Züge kaufen", ergänzt sie.
Nach den Zeiten als Kommissionsbuchhandel hat Rosemarie Züge-Gutsche ihr Lehrgeld zahlen müssen. "Unter den Vertretern gibt es immer ein paar schwarze Schafe", weiß sie heute. Nun trifft sie die Bücherauswahl für ihre Buchhandlung meist aus dem Bauch heraus - und hat damit gute Erfahrungen gemacht.
Anfang 2008 ging dann ein weiterer Traum in Erfüllung: Am 7. Januar eröffnete der Buchkeller "BuKe" unter der Buchhandlung. "Schon seitdem ich den Höhler unter dem Haus das erste Mal sah, spukte in mir die Idee für einen solchen Veranstaltungsort", erinnert sich Rosemarie Züge-Gutsche. Und das Konzept ging auf: Seit der Eröffnung fanden im Buchkeller über 700 Veranstaltungen statt. "Hier kann ich mich immer wieder kreativ austoben", sagt sie mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Auch in der Woche ist der Buchkeller von 13 bis 18 Uhr geöffnet. "Wer möchte, kann Bücher aus dem Laden mit nach unten nehmen, er muss uns nur vorher kurz Bescheid sagen", so die Buchhändlerin.
Die 60-Jährige engagiert sich zudem im sozialen Bereich und vor allem für Kinder. Im letzten Jahr überraschte sie beispielsweise ausgewählte Knirpse aus sozial weniger gut gestellten Familien mit einem Weihnachtsfest "mit Weihnachtsmann, einem echten Weihnachtsbaum und Plätzchen. Dass es auch Geschenke gab, war den Kindern gar nicht so wichtig, wie ich hinterher erfahren habe", erzählt die Buchhändlerin. Zudem gibt es immer wieder Veranstaltungen für Kinder rund um die Welt der Bücher. "Das Klügste auf der Welt ist der eigene Kopf, sage ich den Kindern immer wieder", erzählt sie. Für ihr Engagement wurde ihr nun der Sonderpreis für soziales Engagement im Rahmen der Preisverleihung des Emily-Roebling-Preises für Thüringer Unternehmerinnen verliehen.
Auch im privaten Bereich haben es ihr Bücher angetan, wobei sie Biografien den eindeutigen Vorzug gibt. "Mein Lieblingsbuch ist die Biografie von Coco Chanel", verrät sie. "Sie war eine verkannte Visionärin - genau so kam ich mir auch vor, als ich die Idee mit dem Buchkeller in die Tat umsetzen wollte." Aber bereut hat sie bis heute noch keinen einzigen Tag ihrer 20 Jahre währenden Selbständigkeit: "Ich würde es sofort wieder machen."

( Kristin Kulow, 19.06.2009 )

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