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Für Kinder mit Schicksal und Tränen

Für die Thüringer Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit, Christine Lieberknecht, ist der Verein Schlupfwinkel und Sorgentelefon in Gera kein Unbekannter. "Er ist beispielgebend und wird oft zitiert, wenn es um Hilfsangebote für Kinder und Jugendliche und deren Eltern geht", stellte sie fest. Nun wolle sie sich selbst überzeugen, wie der Verein arbeitet, welche Maßnahmen der Hilfen zur Erziehung angeboten werden und wo der Verein selbst noch Unterstützung benötigt. Während eines Arbeits- und Informationsbesuches in der Lobensteiner Straße erhielt die Ministerin die Gelegenheit, sich die Räumlichkeiten anzusehen, mit den Kindern zu sprechen und in einer Gesprächsrunde mit verantwortlichen Vereinsmitgliedern, Erziehern, städtischen Mitarbeitern und Beschäftigten die Meinungen auszutauschen.
Die Sozialministerin hatte sich sachkundig gemacht und wusste, dass der Verein Schlupfwinkel und Sorgentelefon seit 1990 aktiv ist und als Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche in Not gegründet wurde. "Die Kinder, die hier her kommen, haben ein Schicksal und eine Vergangenheit. Sie haben Tränen, Sehnsüchte und Hoffnungen und Sie, als Verein, haben die Möglichkeit, einzugreifen", hob sie hervor. Der Verein nehme sich der Sorgen der Kinder an und könne gezielt Hilfe und Unterstützung anbieten und auch der gesamten Familie beratend zur Seite stehen.
Die Hilfe zur Erziehung sieht Doris Kolditz vom Fachdienst Kinder- und Jugendpflege der Stadt als besonders wichtig an. Dabei müsse schon im Kindergarten mit jungen Eltern vorbeugend gearbeitet werden. Allerdings müsste auf Beratungstermine oftmals viel zu lange gewartet werden. Auch Vereinsvorsitzender Uwe Werner bestätigte, dass es bei der Hilfe im ambulanten Bereich, besonders wenn Eltern und bereits auch die Kinder psychisch krank sind, zu lange Wartelisten gibt. Dafür gäbe es zu wenig kompetente Leute. Bei der ambulanten Hilfe wird auf familienaktivierende Ansätze gesetzt, berichtete er und verwies auch auf die gute Zusammenarbeit mit der Geraer Außenstelle der Tagesklinik Stadtroda, in der Kinder bis 14 Jahren aufgenommen werden. Die älteren würden in Stadtroda behandelt, wofür es ebenfalls lange Wartezeiten gäbe.
"Bei uns im Schlupfwinkel ist immer eine Tür offen", unterstrich Birgit Kögler, stellvertretende Teamleiterin Kinderschutzwohnung. "Die Kinder fühlen sich ernst genommen und können sich alles von der Seele reden und wir hören ihnen zu", sagt sie liebevoll. Sie hat schon von vielen Schicksalen gehört. Bewegt erzählt sie, wie ein Junge nach kurzem Aufenthalt sagte, hier sei es wie in einem Hotel, hätte zum ersten Mal durchschlafen können ohne vom Vater in der Nacht geweckt zu werden und ohne Schläge zu bekommen. In ihrer langjährigen Tätigkeit hat sie erfahren, wie wichtig es ist, den Kindern eine Struktur zu bieten, mit ihnen zu frühstücken oder Abendbrot zu essen. "Natürlich gibt es bei uns auch Regeln und Normen", bestätigte sie, doch die Kinder nähmen das gern an. Ein Kind habe zum Abschied gesagt, er wünschte sich, dass seine Eltern mit ihm am Tisch sitzen.
Die Sozialministerin verwies auf das Kinder- und Sorgentelefon, das landesweit unter ( (0800) 008 0080 zu erreichen ist. Die Nummer ist kostenlos und auf Wunsch anonym erreichbar. Im Geraer Schlupfwinkel ist das Sorgentelefon rund um die Uhr besetzt.

( Helga Schubert, 12.06.2009 )

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