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Optimismus im Handwerk hält sich in Grenzen

Der Optimismus, mit dem das Ostthüringer Handwerk ins neue Jahr geht, hält sich in Grenzen. Die Zahl der Mitgliedsbetriebe ist im zurückliegenden Jahr leicht gestiegen, um 46 auf 8.830. Damit ist der seit 1999 anhaltende Negativtrend vorerst gestoppt. Allerdings sinkt die Beschäftigtenzahl weiter, weil der einzelne Betrieb weniger Mitarbeiter hat, im Durchschnitt nur noch etwa acht. Hoffnung besteht, dass der bemerkenswerte Zuwachs in der Thüringer Industrie sich dieses Jahr aufs Handwerk auswirkt.
Das ist, auf einen kurzen Nenner gebracht, die Bilanz 2003 im Handwerk und sein Ausblick auf 2004, erläutert vor der Presse von Kammerpräsident Klaus Nützel und Hauptgeschäftsführer Klaus Peter Creter. Insgesamt rechne man 2004 noch nicht mit einer durchgreifenden Trendwende, so die Meinung.
Eine nicht geringe Verunsicherung hat im Handwerk die Novellierung der Handwerksordnung und das sogenannte Kleinunternehmergesetz ausgelöst. Bestandteil der neuen Regelungen ist die Abschaffung der Meisterpflicht in 53 von 94 Handwerksberufen. Bisher galt die Meisterbefähigung als ein Aushängeschild für Qualität.
Die Abschaffung der Meisterpflicht in einer so großen Zahl von Berufen hat auch Auswirkungen auf die künftige Zahl der Meisterabschlüsse. Immerhin wurde bislang jährlich im Durchschnitt der Meisterbrief 250 mal vergeben. Jetzt wird mit einer Verringerung um rund 14 Prozent gerechnet, wobei vor allem in der Region die Gebäudereiniger, die Buchdrucker, Schriftsetzer, Drucker und Keramiker betroffen sind. Die Kammer ist der Auffassung, dass Handwerker, die sich künftig auch ohne Meisterbrief selbstständig machen, nicht auf eine betriebswirtschaftliche Ausbildung verzichten können.
Sorgen bereitet in erheblichem Maße auch das Kleinunternehmergesetz. Hier wird es zu einer großen Grauzone kommen, in der niemand mehr prüfen kann, inwieweit Tätigkeiten dem neuen Gesetz oder aber der Schwarzarbeit zuzuordnen sind. Gerade aber das schon jetzt überdimensionale Maß an Schwarzarbeitern (Schätzung für Thüringen: 50.000), ebenso wie die unverändert schlechte Zahlungsmoral der Kunden, drücken das Handwerk schwer. Gerechnet wird auch mit deutlich mehr handwerksähnlichen Betrieben, was sich negativ auf die Zahl der Beschäftigten und Lehrlinge auswirkt.
Insgesamt sieht die Handwerkskammer noch beträchtlichen weiteren Handlungsbedarf der Politik. Die Reformen seien auf halbem Wege steckengeblieben. Besonders ohne Maßnahmen gegen die drückenden Lohnnebenkosten drohe weiteren Handwerksbetrieben das Aus. Die neue Handwerksordnung bekämpfe nur die Symptome, nicht aber die Ursachen der Probleme im Handwerk.

( Harald Baumann, 23.01.2004 )

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