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Ein lebendiger Vogel

"Wen hast denn du da in dem Film gespielt?", fragte die sechsjährige Anja nach dem Film "Das tapfere Schneiderlein". "Ich habe da gar nicht mitgespielt", erklärte geduldig Elke Ried, "sondern ich bin die Produzentin". Da ergab sich natürlich die nächste Frage, was denn das ist. Sie müsse sich eben um alles kümmern, damit der Film entstehen kann, um das Drehbuch, um Schauspieler, Kostüme, Masken, Drehorte und um das Geld. "Natürlich mache ich das alles nicht selbst", lächelte sie, "aber ich bin die Chefin".
Was die Kinder, die zu dem Film, einem Wettbewerbsbeitrag zum Goldenen Spatz, gekommen waren, nicht wissen konnten: Elke Ried verbindet mit Gera sehr viel mehr. Sie besuchte nicht nur seit 1983 fast regelmäßig als Gast aus Westdeutschland das damalige Nationale Kinderfilmfestival Goldener Spatz in Kino und Fernsehen, das ja 1979 in Gera aus der Taufe gehoben worden war, sondern war 1993 auch Gründungsbeauftragte der Stiftung Goldener Spatz und bis 1996 deren Geschäftsführerin. Dem Kinderfilm ist sie treu geblieben, heute ist sie die Geschäftsführerin und Produzentin von Zieglerfilm Köln und produziert vorangig Kinderfilme für Kino und Fernsehen und war schon oft mit ihren Beiträgen im Wettbewerbsprogramm des Festivals. Der Film "Das tapfere Schneiderlein" war eine Auftragsproduktion der ARD, die sechs Grimmsche Märchen neu verfilmen ließ. "Das tapfere Schneiderlein" war bereits in der Weihnachtszeit im Fernsehen zu sehen, doch auf der großen Kino-leinwand im UCI war "es viel schöner", wie die Kinder fanden. Als nächstes werde "Der gestiefelte Kater" verfilmt, verkündete die Produzenten.
Drei Tage hielt das Deutsche Kindermedien-Festival die großen und kleinen Besucher in Bann. Während der Goldene Spatz in Gera zur Eröffnung eingeflogen war und sich die 34 Mädchen und Jungen der Kinderjury vorstellten, zog er am Mittwoch nach Erfurt und wird er nach der Preisverleihung am Freitag, 29. Mai, wieder abfliegen. Doch etwas Besonderes war dieses 17. Festival schon, denn der Spatz wurde 30 Jahre alt. Mit Gründern und Wegbereitern, mit Machern und Wegbegleitern, mit Rettern und treuen Gefährten wurde der Geburtstag gefeiert. Dabei waren die erste Jury des jungen Publikums von 1979 oder Reinhard Rolle, der sich als langjähriger Bezirksfilmdirektor um das Festival verdient gemacht hat und natürlich der Geraer Grafiker und Illustrator Rolf F. Müller, dessen Feder der Goldene Spatz schließlich entsprungen war. Bis heute ist er ein lebendiger Vogel, der dem Kinderfilm in Deutschland zu mehr Aufmerksamkeit verhilft.

( NG/hs, 29.05.2009 )

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