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Geraer Wald-Klinikum zunehmend auf der Erfolgsspur

Wald-Klinikum Gera: mit 1.700 Mitarbeitern größter Arbeitgeber der Stadt. Auf dem ideal mitten im Wald gelegenen Standort investiert der Heidelberger Bildungs- und Gesundheitskonzern SRH bis 2012 insgesamt 160 Millionen Euro - das ist Spitze unter den nicht gerade reichlich gesäten Investoren in der Otto-Dix-Stadt. Mit dem Projekt Generalsanierung wächst thüringenweit, ja vielleicht sogar bundesweit einer der modernsten Krankenhauskomplexe heran. Entgegen allen kritischen Stimmen mausert sich das Geraer Klinikum zunehmend zu einem Erfolgsmodell.
Erneut deutlich wurde das auf der Jahrespressekonferenz zu den Ergebnissen 2008. Geladen hatten dazu: Prof. Klaus Hekking, Vorstandsvorsitzender der SRH Holding, Dieter Geitz, Geschäftsführer, und Privatdozent Dr. med. Walter Groß, Ärztlicher Direktor des Wald-Klinikums.
So ist die Zahl der behandelten Patienten 2008 auf 86.165 gestiegen. Das ist ein Zuwachs von 3,6 Prozent. Die durchschnittliche Verweildauer sank von 7,6 auf 7,2 Tage - was möglicherweise nicht jeder Patient positiv bewertet. Bemerkenswert scheint, dass 52,4 Prozent der Patienten aus Gera, 91 Prozent aus Thüringen und neun Prozent aus anderen Bundesländern kommen. Wenn sich das Klinikum im Zuge der umfassenden baulichen wie medizinischen Modernisierung attraktiv weiter entwickelt (zehn Bettenstationen für bis zu 340 Patienten im künftigen "Haus am Wald"), dürfte Gera bald weit mehr heilungsuchende Menschen aus Nah und Fern empfangen.
Auch wirtschaftlich scheint es voranzugehen. Der Umsatz aus stationären und ambulanten Leistungen stieg 2008 um vier Prozent auf 127,6 Millionen, das Betriebsergebnis von rund vier auf über sieben Millionen Euro. Unterm Strich bleibt beim Jahresüberschuss allerdings nicht viel übrig. Grund: Rückstellungen für die sozial verträgliche Personalanpassung, wie die Manager den umstrittenen Abbau von 170 Stellen bis 2012 dezent umschreiben. Seit November gibt es dafür einen Sozialplan. 73 Mitarbeiter sind bisher schon gegangen worden. Wobei im Vertrag mit der Stadt die Konzentration auf einen von bisher zwei Standorten im Klinikum dem Konzern offensichtlich keine andere Wahl lässt. Vor der Presse schwieg man sich darüber aus, dass derzeit am Arbeitsgericht 27 Kündigungsschutzverfahren laufen, teilweise bereits erfolgreich.
Ausgespart wurde auch das Thema Entlohnung. Bekanntlich streikten neulich kurzzeitig 70 der insgesamt 252 Ärzte, die die niedrigeren Gehälter im Vergleich zu den Westkollegen beklagen. Nun hat die Geschäftsführung Tarifgespräche für Anfang Juni zugesagt.
Auf einer Reihe Gebieten könnte sich das Klinikum durchaus die Bezeichnung Innovationszentrum zulegen. So muss man fast von Weltniveau reden, was bei der Behandlung von schwerer Erkrankung der Bauchspeicheldrüse gelingt. Darüber berichtete PD Dr. med. Uwe Will, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie, Nephrologie und Allgemeine Innere Medizin. Der Chefarzt der Klinik für Kardiologie und Internistische Intensivmedizin, Dr. med. Winterhalter, stellte seinerseits neue Behandlungsmethoden vor. Beitrag leistet u.a. dazu demnächst ein zweiter Herzkatheter-Messplatz. Insgesamt werden dieses Jahr weitere acht Millionen Euro in die medizinisch-technische Ausstattung der verschiedenen Bereiche des Klinikums investiert.
Natürlich ist die Bilanz nicht überall eitel Sonne. Beispiel: die Notaufnahme. Da gibt’s stundenlange Wartezeit für die Patienten. Die Leitung sieht darin keine personelle Unterbesetzung, sondern ein organisatorisches Problem. Woher stammt das Wort "Patient"? Vom lateinischen Begriff für "geduldig". Na, bitte!

( Harald Baumann, 29.05.2009 )

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