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"6 Minuten sind zu wenig!"

150 Erzieherinnen warten in der Lusaner Begegnungsstätte "Eichenhof" auf Landespolitiker im Podium und den Experten von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Sie wollen beim Ostthüringer Regionalforum der LIGA der Freien Wohlfahrtpflege ihre Fragen abladen. Da hat sich ’was angestaut. Obwohl die Landesregierung Ende 2005 ihre Familien-Offensive beschloss und einen anspruchsvollen Bildungsplan für Kinder bis 10 Jahre auf den Tisch legte. "6 Minuten sind zu wenig !" Aber das ist der Schnitt, der mit einer Zeitbudget-Studie im Freistaat ermittelt wurde und das Manko an qualifiziertem Personal in Kindereinrichtungen belegt. Nur sechs Minütchen pro Schützling am Tage für frühkindliche Bildung ...
LIGA-Geschäftsführer Hans-Otto Schwiefert anerkennt den Anspruch als Programmziel. Nur wer glaubt; Mittelentzug wegen Landeserziehungsgeld für Eltern, die ihre Kinder zu Hause behalten, bliebe ohne Folgen, ist. .. De facto verringerte sich nur im Eichsfeld die Zahl an KiTa-Kinder. Gering. Die Freie Wohlfahrtspflege war aufgefordert, mit einem Monitoring den Prozess zu begleiten und Bruchstellen aufzudecken. Personalausstattung ist eine. Wegen Beratungsresistenz der Fachminister aber griff man nun zum Protest. Am 26. März wurden 25.000 Unterschriften ans Thüringer Kultusministerium übergeben, informiert Schiefert. Eine Reaktion: Es sollen 1000 Stellen für Erzieherinnen dazu kommen. Reicht das? Wie sehr wird Kinderbetreuung damit zum Spielball wahlpolitischer Erwägungen?
Schon beim Dienstplan-Schreiben könnte sie wütend werden, nahm die Leiterin der Geraer KiTa Mosaik allen Mut zum Praxisbericht zusammen: Die Zahl der Ganztagsplätze nimmt zu.
Dagegen arbeiten die meisten ihrer Frauen in Teilzeit. Die Gruppenstärke bei den Größeren ist zu hoch; zugunsten der Fürsorge für die Jüngeren. Kaum Zeit für Vor- und Nachbereitung,
Beobachtungen oder Dokumentationen. Gera habe zum Glück den verbrieften Anspruch auf Kinderbetreuung ab dem 1. Lebensjahr. Aber so passt das noch nicht. "Die Begeisterung für den Thüringer Bildungsplan scheint zu kippen in ausgebrannt Sein.", eröffnet Frau Pestel die Diskussion. Professor Roland Merten vom FSU-Institut für Erziehungswissenschaften belegt den unterdurchschnittlichen Realitätsstand verglichen mit EU-Empfehlungen für Erzieher pro Kinder. Die 1000 Stellen seien praktisch nur die Hälfte des Defizits, das im Freistaat auf den Bundesdurchschnitt bezogen aufzufüllen wäre. 1.946 stellt er als Größe in den Raum; noch dazu, weil Thüringen mit nur 1,7 Prozent Hochschulabsolventen in den Einrichtungen (neben dem Saarland) die niedrigste Quote aufweist. Da kann Michael Panse, sozialpolitischer Sprecher der CDU und Regierungsvertreter, angesichts finanzieller Äquivalente für Mehrbeschäftigung nur blass werden. Er verteidigt die Strategie nach vorn. Erste Schritte ... 3,5 Millionen Euro allein für wachsendes Landeserziehungsgeld noch im Restjahr 2009 ... 14.000 Euro Gehalt pro VbE ... Woher? Verständnisbitte zu einer Einführungsfrist gehen bei diesem Fachpublikum ins Leere.
Heike Taubert (SPD) und Margit Jung (Linke) spitzen nach: Wir müssen mit dem Personalschlüssel raus aus der Spirale! Die LIGA will nun mit Foren in Eisenach, Sonneberg und Weimar den Druck auf die Landesregierung vergrößern. Problem: Welche Parteien sind in (Wahl-Kampf-)Zeiten wirkliche Partner?

( Thomas Triemner, 26.05.2009 )

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