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Wieder Spaß mit Spejbl & Hurvinek

Für den Plzner Bildhauer und Maler Jaroslav Pleskal erfüllt sich jetzt ein Wunsch: Er ist zwar der künstlerische Vater der Hurvinek- und Spejbl-Keramiken, die zur Buga-Eröffnung im April 2007 in den Partnerschaftsgarten der tschechischen Stadt einzogen. Der 75jährige sorgte zu Jahresbeginn auch für deren Zweitanfertigung, nachdem im Spätsommer 2008 Frevler diese Publikumslieblinge und lustigen Fotomotiv-nachbarn zerstört hatten.
Aber gesehen hat er das Plätzchen mit den Rosen und Staudenbeeten, die den Grünanlagenring im historischen Kern seiner Heimatstadt andeuten; den polygonalen Sandsteinplatten und blauen Mosaiksteinen, welche die vier Flüsse MÏe, Radbuza, Uhlava und Uslava symbolisieren, die sich in Plzen vereinen, noch nicht. Jetzt ist es soweit. Die Flaggen sind für das Hofwiesenparkfest gehisst.
Endlich wird der helle Fleck auf der Holzbank wieder von den Marionetten-Nachkömmlingen eingenommen, die in ihrem langen Puppenleben schon Generationen von Erwachsenen und Kindern mit hintergründigen Späßen erfreuten. Sie sitzen wieder nah an einem Original-Fass aus der Bierbrauerei PRAZDROJ und machen uns scheinbar klar, das Hopfen und Malz zum Glück nicht verloren sind.
Aber wir sollten uns vielleicht gerade dieses Jahr darauf besinnen, dass die beiden "Helden" nicht einfach Tschechen oder Prager sind, sondern urtümlich Pilsner. Denn Tadulda, sprich: Väterchen Spejbl feiert 2009 seinen 90. Geburtstag. 1919 setzte Holzbildhauer Karel Nosek in eine Kabarettfigur, was sein Neffe, der Gymnasiallehrer Josef Skupa (1892-1957) zeichnerisch für seine Geschichten entwarf.
Das war gedacht als Erwachsenen-Theater, weil Skupa schon seit einiger Zeit mit dem Divadlo Ferialnich Osad-Theater kooperierte. Der Typ Alleswisser, der oft lang wie inhaltslos erzählt, in Frack und Holzschuhe daherschlendert und den Kopf typisch senkt, bekam schon äußerlich Dadaismus-Elemente verordnet; und folgte doch folklorisch-tschechischen Marionetten, die man im 19. Jahrhundert "Schkrhola" nannte. Hurvinek kam später auf die Welt. Noseks Sohn Gustav schnitze ihn 1926. So vergrößerte
sich leichter das Repertoire der Puppenspieler. Er machte immer große Staune-Augen zum Zeichen der Verwunderung und schaffte doch spielend jugendliche Opposition. Ihn mussten die Kinder einfach lieben.
Als Skupa ab 1920 mit dem genialen Animations- und Puppenfilm-Autor Jiri Trnka kooperiert, bringt der schließlich das Mädel Manitschka und den Hund Zeryk dazu. Es folgte eine Zeit großer Tournee z.B. nach Belgien, Österreich oder Slowenien. Doch das bewahrte Skupa 1944 nicht vor der Inhaftierung in einem Dresdner Gefängnis, aus dem er erst bei der fatalen Bombardierung flüchten und nach Pilsen zurückkehren konnte.
Milos Kirchner und Helena Stachova wurden seine Theaternachfolger in Prag; und die dritte Stimme leiht den hölzernen Stars Spejbl und Hurvinek jetzt Martin Klasek. Plzen wahrt die Tradition mit dem Skupa-Festival als Szene-Treff der Profis im Sommer und setzte bronzene Nachbildungen der Marionetten in den Stadtpark. Das war eine Sache für Jaroslav Pleskal, dessen Figuren man an mehren Stellen seiner Vaterstadt begegnet.
Zum Hofwiesenparkfest wird man ihn mit seiner Frau vielleicht treffen; auch die Autorin des Partnerschaftsgartens Klara Cilkova, den Direktor des Landschaftsarchitektenbüros der Stadt Plzen, Milan Sterly und kurz nach den Eröffnungsböllern sicher die Pflegepatinnen vom Seniorenstammtisch der Ehrenamtszentrale. Sie eint die Hoffnung, dass der Plzner Garten auf dem Buga-Gelände lange eines der beliebtesten Fotomotive bleiben kann.

( Thomas Triemner , 24.04.2009 )

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