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Unternehmer bilden Nachwuchs aus - trotz Wirtschaftsflaute

Krise hin, Krise her: Am regionalen Ausbildungsmarkt ist derzeit davon kaum etwas zu spüren, zumindest noch nicht. Trotz wenig Sonne am Wirtschaftshimmel bilden die meisten hiesigen Unternehmen weiterhin Lehrlinge aus. Im Grunde zwingt sie der unausbleiblich stärker werdende Fachkräftebedarf dazu, sich Gedanken um den eigenen fachlichen Nachwuchs zu machen, zumal in den nächsten Jahren zunehmend einerseits ältere Arbeitnehmer aus dem aktiven Arbeitsprozess ausscheiden und andererseits sich die Zahl der jungen Lehrstellenbewerber im Sinkflug befindet.
Das kennzeichnet auf einen kurzen Nenner gebracht die aktuelle Situation, über die vor der Presse die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Gera, Birgit Becker, informierte. Sie und ihr Pressesprecher Carsten Rebenack warteten dazu mit einer Fülle statistischer Fakten auf. Nur soviel sei gesagt: Aktuell bewerben sich 1.050 Jugendliche um einen Ausbildungsplatz, 327 weniger als vor einem Jahr. Dem stehen bisher 1.054 freie Lehrstellen gegenüber, darunter 984 betriebliche Ausbildungsplätze.
Seit 2005 gibt es weniger Schulabgänger und damit auch weniger Bewerber um eine Lehrstelle - ein Trend, der sehr wahrscheinlich bis 2011 oder 2012 anhalten wird.
Die IHK-Geschäftsführerin Ingrid Weidhaas konnte berichten, dass die Ziele 2008 überboten wurden. Aktuell werden 337 Ausbildungsplätze von 118 Ostthüringer Unternehmen angeboten, wobei 80 verschiedene Berufe zur Auswahl stehen. Bisher wurden 262 Verträge registriert.
Ähnlich positiv ist die Lage im Handwerk Ostthüringens, über die der Abteilungsleiter Bildung der Handwerkskammer (HWK) Manfred Hetterle berichtete. Im vergangenen Jahr stehen 1.199 Lehrverträge zu Buche. In diesem Jahr sind es bisher 83. Die bewährte Lehrstellenbörse bietet derzeit 74 Stellen in 25 Berufen an.
Was Arbeitsagentur, IHK und HWK gemeinsam bedauern und wogegen sie ankämpfen, ist das einseitige Interesse der Schulabgänger für solche Berufe wie Kaufmann im Einzelhandel, Elektroniker, Restaurantfachkraft, Koch, Kfz-Mechatroniker und weitere. Dem gegenüber gibt es z.B. aktuell freie Lehrstellen in solchen Berufen wie Hörgeräteakustiker, IT-Systemkaufleute, Modenäher, Fleischer, Tierwirt, Pflanzenbauer, Brauer und weiteren. Was alle Lehrstellenvermittler beklagen: Eine zu große Zahl der Bewerber ist mental und körperlich zu gering belastbar und fachlich unterbelichtet (Mathe, Deutsch, Physik).
Die drei Partner starten alljährlich eine Vielzahl von Vermittlungsaktionen. So gab es am 18. März den Tag der Berufe. Am 14. Mai ist ein Tag des Ausbildungsplatzes angesetzt, am 2. Oktober ein Tag der offenen Tür in den Industriebetrieben und im Januar 2010 die nächste Berufsbildungsmesse usw. usf.
Brandaktuell warten IHK und HWK mit einem tollen Gemeinschaftswerk auf, das sich bundesweit sehen lassen kann und dessen erste Exemplare Ingrid Weidhaas und Manfred Hetterle der Agenturchefin Birgit Becker überreichten. Der "Fachkräfte-Atlas - Zukunft in Ostthüringen" informiert auf anschauliche Weise über 189 Ausbildungsberufe und über 44 Fachrichtungen für ein duales Studium. Das Kompendium macht mit über 550 Ausbildungsbetrieben und Institutionen bekannt, darunter über 100 Handwerkerfirmen, erscheint in 7.000 Exemplaren und geht an alle Schulen. Das Projekt wurde gefördert vom Freistaat Thüringen und mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds.


( Harald Baumann, 09.04.2009 )

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