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Schau mit visionärem Bauhausgeist

90 Jahre Bauhaus. Natürlich werden Dessau und Weimar mit dem in den 20-er Jahren prägenden Kunststils vor allem in der Architektur und im Design, aber auch in der Malerei in Verbindung gebracht. Berühmte Künstler wie Lyonel Feininger, Paul Klee oder Wassily Kandinsky sind mit der künstlerischen Sprache des Bauhauses verbunden. Aber auch die Otto-Dix-Stadt Gera kann sich zu Recht ein Scheibchen vom Bauhaus-Jubiläum abschneiden. Immerhin lebte von 1903 bis zu seinem Tod im Jahr 1991 der 1901 im sächsischen Limbach geborene Kurt Schmidt in Gera. Er besuchte bis 1925 das Bauhaus in Weimar und erhielt hier die entscheidenden Impulse für seine künstlerische Entwicklung. Weltberühmt wurde er mit dem "Mechanischen Ballett", das er 1923 für die Bauhaus-Festwoche entwarf. Diese "Bühnenorganisation mit einfachen Formen" wie es Kurt Schmidt wenig später bezeichnete, zählte zu den revolutionären Bühnenexperimenten der 20-er Jahre des 20. Jahrhunderts. Es hatte übrigens in Erinnerung an den Künstler erst kürzlich in der Bühne am Park in Gera Premiere.
Doch dass Kurt Schmidt mehr ist als das "Mechanische Ballett", dass er auch in der Malerei zu den Avantgardisten gehörte, zeigt die Ausstellung der Kunstsammlung Gera "Begegnung Bauhaus" in der Orangerie. In der 113 Werke umfassenden Schau sind 39 von Kurt Schmidt zu sehen. Bereits 1991 hatte Gera dem Schaffen des Künstlers eine große Retrospektive gewidmet. Während dieser Zeit verstarb Kurt Schmidt, und sein Nachlass wird in der Kunstsammlung bewahrt. Die heutige Ausstellung will auf das Zusammentreffen einer Vielzahl unterschiedlicher Künstlerpersönlichkeiten und deren Einbindung in die neuartige Arbeits- und Lebensgemeinschaft am Bauhaus verweisen. "Das Ziel der Ausstellungskonzeption ist es andererseits, den revolutionären Aufbruch der künstlerischen Avantgarde, die ästhetische Radikalität und innovative Energie des visionären Bauhausgeistes von damals auch für heutige Besucher nachvollziehbar werden zu lassen", erläuterte Sammlungsleiter Holger Saupe das Konzept.

Die Ausstellung, die beide Flügel und den Festsaal belegt, ist in drei Teile gegliedert. Im ersten Teil werden neben Werken von Kurt Schmidt auch Werke von Lehrern, Schülern und Zeitgenossen des Bauhauses gezeigt, wie der Lehrer Feininger, Klee, Mohjoly-Nagy und Kandinsky, der Schüler Karl Peter Röhl, Farkas Molnár oder Rudolf Bauer sowie der Zeitgenossen Johannes Molzahn und Walter Dexel. Im zweiten Teil richtet sich der Blick auf die abstrakte Malerei in Thüringen nach 1945. Hier sind Werke unter anderem von Otto Hofmann, Harry Schmidt-Schaller und Herbert Enke zu sehen. Dabei ist auch der einstige Bauhaus-Schüler und -Lehrer Josef Albers. Der dritte Teil der Ausstellung schließlich wendet sich dem Heute zu. Auffallend dabei sei, dass sich gerade junge Künstler entgegen dem Trend der gegenständlich-figurativen Malerei der klassischen Formensprache der Moderne zuwenden, stellten die Ausstellungsmacher fest. Neben Werken aus der eigenen Sammlung sind Leihgaben aus anderen Museen, Galerien und Privatsammlungen zu sehen. Die Ausstellung ist dienstags 13 bis 29 Uhr, mittwochs bis freitags 10 bis 17 Uhr, sonnabends, sonntags und feiertags 11 bis 18 Uhr geöffnet.

( Helga Schubert, 03.04.2009 )

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