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D+S communication center wächst in Gera weiter

Schon die mediengerecht gewählte Formel in der Schlagzeile einer Pressemitteilung macht für die D+S europa AG deutlich, ihre Vorstände und Investoren wollen deren Entwicklung in Gera als eine Erfolgsgeschichte betrachtet wissen. Der 2. Juni 2008 gilt als Datum des Starts für den zehnten Standort der Kette von deren communication centers in Deutschland. Die gibt es nun von Bremerhaven bis Augsburg bzw. Münster bis Frankfurt/Oder. Die Auswahl der Ostthüringer Stadt hatten die Landesentwicklungsgesellschaft, die Wirtschaftsförderung der Stadtverwaltung und besonders die Agentur für Arbeit mit beeinflusst. Gera stand damals in Konkurrenz zu Eisenhüttenstadt, hatte aber offenbar dabei das interessantere Potential an Arbeitskräften. Das deutete sich zur vorjährigen Firmenvorstellung im Rathaussaal schon an. Schließlich sollten im ersten Betriebsjahr 300 neue Arbeitsplätze entstehen. "Von 0 auf 350 Mitarbeiter in neun Monaten" als Formel bedeutet, dass die Wachstumsziele der Neugründung übertroffen wurden. Ob die Nähe zur Deutung im Sinne der Schwangerschaft mit im Schoße der Mutter wachsendem Nachwuchs auch gedacht ist? Hundert Leute waren das zu Beginn, führt der Bereichsvorstand Kundenservice Markus Frengel in die Statistik ein. Kommunikativ, flexibel und kontaktfreudig sollten die künftigen Mitarbeiter sein; egal ob Frau oder Mann; jünger oder älter. Auch das findet sich in den Zahlen wieder.
Wichtig für die Stadt und Region ist, dass 85 Prozent der Belegschaft zuvor als arbeitssuchend im Sinne der Agentur für Arbeit gemeldet waren. Zwei Drittel sind Frauen. Von den angenommenen Bewerbern haben viele eine kaufmännische Ausbildung oder IT-Hintergrund. Die Agentur finanzierte bis heute 450 Trainingsmaßnahmen mit. Daher dankte Frengel am Dienstag der Mannschaft um Agentur-Chefin Birgit Becker noch ausdrücklich für die konkrete und schnelle Zusammenarbeit. Sie habe dem Unternehmen den Rücken für das operative Geschäft freigehalten. Das bedeutet Dienstleistungen für zum Teil namhafte Unternehmen aus der Telekommunikationsbranche, für Kabelnetzbetreiber, Energieversorger, Reiseveranstalter und elektronische Medien. Sie sollen diskret ungenannt bleiben. Da wird also durchweg im 3-Schicht-System zu Zeiten, die Auftraggeber der D+S verlangen, beraten oder zu fälligen Rechnungen gemahnt. Aufgaben wie die Beantwortung von Briefen oder Bearbeitung von Emails gehören zunehmend zum Pensum im E-Commerce. Vieles geht nach internen Qualitätsmaßstäben auf Zeit; etwa um die Kunden nicht zu langen in der Leitung hängen zu lassen.
Eine weitere Formel heißt dafür SL 80/20; das ist ein "Service-Level", der für vier Fünftel der Anrufer möglichst die Bedienung innerhalb einer Annahmezeit von 20 Sekunden fordert. Teams, bezeichnet nach Vornamen, wetteifern über erhobene Wochenwerte betriebsintern um Sekündchen. Die DUz-Kultur sei im 6500 Beschäftigte zählenden, internationalen Konzern Philosophie, erklärt Markus Geisert als Standortleiter in der Geraer Hainstraße 10. Das müsse nicht den Respekt verweigern. Nähe will er auch zulassen, indem er Rundtischgespräche anbietet, in denen soziale Fragen im Betrieb besprochen werden können.
Das sind sicher zu größeren Teilen Aufgaben eines Betriebsrates, weiß Geisert, der wohl selbst längere Zeit Betriebsrat war. Wahlen dazu sollen im Juni abgeschlossen werden. Als AG sei man ja verpflichtet. Auch diese Immobilie wieder zu beleben und Mitarbeiter eines aufgebenden anderen Anbieters in Gera zu übernehmen, gehört zur Erfolgsgeschichte. Die beruht zu erheblichen Teilen auf Ausgründungen derartiger Geschäftsbereiche aus größeren Unternehmen.
Das könnte für D+S eine Chance in der so heiß diskutierten Wirtschaftskrise sein. 50 weitere Telefonberater qualifizieren sich derzeit. Damit sollen die Geraer Teams im zweiten Quartal auf 400 Frauen und Männer aufgestockt werden. Macht 30 Prozent Übererfüllung gegenüber Vorgaben am Start und beweist Erfolg. Für Bewerber wurde die homepage www.dseuropa.ag eingerichtet.


( Thomas Triemnet, 27.03.2009 )

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