Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Bauhaus als roter Faden

Machten die Bauhaus-Experten bisher einen großen Bogen um Gera, werden sie spätestens ab diesem Jahr akzeptieren müssen, dass die Stadt besonders im Hinblick auf die Vertreter des neuen Bauens in der Architekturgeschichte doch etwas zu bieten hat. So werden zum 90-jährigen Jubiläum des Bauhauses auch in Gera verschiedene Projekte, darunter Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen, gestartet, die das Ereignis würdigen. Premium-Sponsor dafür ist die Sparkasse-Gera-Greiz, die sich mit 100.000 Euro in die Vorbereitungen und Durchführung einbringen. Dazu schlossen Vorstandsvorsitzender Wolfgang Reichert und Oberbürgermeister Dr. Norbert Vornehm eine entsprechende Vereinbarung.
"Mit diesem großartigen Engagement unterstreicht die Sparkasse einmal mehr ihre Verantwortung für die Entwicklung unserer Region", würdigte der Oberbürgermeister den Einsatz des Geldinstitutes als Förderer für Kultur und Kunst, Sport und zahlreicher Vereine. Dank der Unterstützung durch die Sparkasse könnten nun auch die Geraer Veranstaltungen zum Bauhausjahr überregional beworben werden. Auch die Zusammenarbeit mit Jena werde vertieft. "Es war keine große Herausforderung, mich zu überzeugen", lächelte der Sparkassenchef. Die Menschen müssten mehr über die Geschichte erfahren und was in der Stadt passiert ist, ist er der Meinung.
Das Geraer Konzept zum Bauhausjahr stellt weniger das historische Schaffen am Bauhaus in den Mittelpunkt, sondern setzt auf Wegbereiter und unterschiedliche Rezeption in der Region. Dazu gehören Namen wie Henry van de Velde (1863 - 1957), der belgische Architekt, der das Haus Schulenburg erbaute, und sein Schüler Thilo Schoder (1888 - 1979). In Gera verbrachte er die entscheidenden Jahre seines Lebens und Wirkens in Deutschland. Von 1919 bis zu seiner Übersiedlung 1932 nach Norwegen hinterließ er in Gera und im Umfeld vielfache Spuren. Die Stadt kann auf zwölf Schoder-Bauten im Industrie-, Siedlungs- und Wohnungsbau verweisen., wie den Golde-Bau in der Wiesestraße. Er war einer der ersten Eisenbeton-Industriebauten in Thüringen und gilt als Beispiel für die Verbindung von Kunst und Technik. Beide Architekten werden durch Ausstellungen gewürdigt. "van de Velde und die Folgen" heißt die Ausstellung, die vom 15. März bis 19. Juli im Haus Schulenburg gezeigt wird. Das Stadtmuseum widmet sich ab Juni "Thilo Schoder und Kollegen - Bauten der Moderne in Gera". Als echter Bauhäusler gilt Kurt Schmidt (1901 - 1991). Er studierte von 1929 bis 1925 am Weimarer Bauhaus und hat einen Großteil seines Lebens in Gera verbracht. Der Name Kurt Schmidt wird heute weltweit mit dem "Mechanischen Ballett" identifiziert, das er für die Bauhaus-Festwoche entwarf. Diese Bühnenorganisation mit einfachen Formen zählt zu den revolutionären Bühnenexperimenten der 20-er Jahre. Ab März zeigt die Kunstsammlung die Ausstellung "Kurt Schmidt und andere. Avantgardekünstler als Erben des Bauhauses".
Die Höhlerbiennale, Theateraufführungen, Museumsnacht u.a. stehen in diesem Jahr im Zeichen des Bauhausjubiläums. Es sei kein gedankenloses Aneinanderreihen, sondern die Idee ziehe sich wie ein roter Faden durch das Jahr, betonte Dr. Vornehm. "Wie wichtig dieser rote Faden ist, haben wir bei der Buga gelernt", bekannte er.

( Helga Schubert, 09.01.2009 )

zurück