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Mit dem warmen Friedens-Licht kommt das Weihnachtsfest

Mit ein paar Handgriffen der Betriebshandwerker ist es getan: Die Sonnenuhr am Eingang zum Haus 2 des SRH Wald-Klinikums weicht für den Jahreswechsel einer fast unscheinbaren Laterne. Sie stellen um von Sommerzeit auf Weihnachts- und damit Friedenslicht-Zeit. Ab dem 23. Dezember wird dort und im Glasfoyer am unteren Standort der Wachdienst wieder regelmäßig die brennenden Kerzen prüfen und ersetzen. Nur zwei solche offenen Lichter sind in der Klinik legitimiert Weil es die Klinikseelsorgerinnen und Pflegedirektorin Kerstin Ahnert vor einigen Jahren unbedingt so wollten! Die am Original des ORF-Friedenslichts aus Bethlehem abgezweigten Flämmchen sind etwas Besonderes für sie. Bei Pfarrerin Hanna Kiethe werden auch zum Heiligabend am Weihnachtsbaum richtige Kerzen entzündet. Auf Geschenke und viele Naschereien könne sie leicht verzichten. Aber nicht auf warmes Licht und Lieder! Am Klavier in der Diele übt Tochter Antonia seit einiger Zeit schon neben ihrem Turniertanztraining Weihnachtslieder. So ist Vorfreude. Auch mit Blicken zurück:
1996 kam die Klinikseel-sorgerin nach Gera. Sie hatte einen ähnlichen Service für Patienten schon im Altenburger Land mit aufgebaut. Da sein, Zuhören, einen Weg mitgehen, Gefühlen Raum geben, das Dunkel aushalten ... Hoffnungen wachsen lassen - so steht es auf einem Aushang vor Zimmer 440 zum Angebot der evangelischen und katholischen Kirche, das allen offen steht. Dazu passe dieses Licht. Als sie die festliche Übergabe einst in der Geraer Johanniskirche miterlebt hatte, wollte sie gern die Idee von der Verbreitung und Bewahrung des Friedenslichts mit weiterführen. So wird Frau Kiethe am 23. Dezember ab 13 Uhr auf der Märchenmarkt-Bühne wieder ihr Licht von den Geraer Boten abholen. Fünf Leutchen von der Jugendfeuerwehr Gera-Langenberg reisen dazu nach Pößneck, in die diesjährige Patenstadt der landesweiten Verteilungsaktion.

Sie bekommen das Licht am Vormittag von Thüringens Friedenslichtkind Till Krieg und setzen sich dann wie etwa 60 Pfadfinder, andere Helfer und frühere Friedenslichtkinder in die Züge, die laut Friedenslicht-Fahrplan über 250 Stationen im Freistaat, aber auch bis Zeitz oder im tschechischen Cheb anfahren. An der Spitze des Zugs wird es bei den kurzen Aufenthalten heraus gereicht bzw. vervielfacht. "Zu wissen, was es für einen weiten Weg von Bethlehem nimmt, schafft Verbundenheit und Hoffnung, dass die, die es in Händen halten, angerührt werden.", sieht Hanna Kiethe einen Sinn im erneuerten Weihnachtsbrauch, den man so 1986 in Österreich aufbrachte. Mit einer Andacht wird das ORF-Friedenslicht im Waldklinikum also in die Laternen gestellt. Einmal mussten sie dafür mächtig den Weg von Schnee freischaufeln und für den Moment bei ziemlich derber Kälte stehen. Dennoch: Es wurde gesungen. Bruder Berthold spielte schon dafür Trompete, ihr Schwager aus Cottbus Horn oder Herr Formella begleiteten die Lichtandacht. Damit beginne jetzt immer ihr Weihnachten noch am Arbeitsort. Die Klinikseelsorger werden am nächsten Morgen einen besonderen Gruß auf den Stationen entbieten, und im Raum der Stille am Eingangszentrum ist für den 1. Weihnachtsfeiertag ab 10 Uhr ein Gottesdienst angekündigt. Wenn sie die Klinik dann verlässt, sei es schön, dass das Friedenslicht aus Bethlehem weiter brennt; und das möglichst wieder bis zum Tag der Heiligen drei Könige am 6. Januar für den tieferen Sinn Weihnachtens und für gute Nachbarschaftlichkeit.

( Thomas Triemner, 19.12.2008 )

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