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Stimmung im Ostthüringer Handwerk zunehmend getrübt

Die Stimmung im Geraer und Ostthüringer Handwerk mit seinen etwa 10.000 Unternehmen und rund 40.000 Beschäftigten trübt sich zunehmend ein. Noch bestehe kein Grund zur Panik. Aber die derzeitigen Turbulenzen in der Finanz- und Wirtschaftswelt könnten negative Auswirkungen auf die Nachfrage nach Dienstleistungen des Handwerks zeitigen, besonders zu Jahresbeginn 2009 und in den Folgemonaten. Zu dieser Einschätzung kommt soeben die Handwerkskammer für Ostthüringen.
Sie beruft sich dabei auf ihre aktuelle Herbstumfrage, die vor der Presse von Kammerpräsident Klaus Nützel und Hauptgeschäftsführer Hans Joachim Reiml erläutert wurde. Wohl schätzen 83 Prozent der befragten Betriebe ihre derzeitige Geschäftslage noch als gut oder befriedigend ein. Das ist zwar ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum, berücksichtigt allerdings noch nicht die einsetzende Konjunkturdelle, die ja gegenüber der Industrie erst mit Verzögerung sichtbar wird.
Das Ausbaugewerbe gibt sich optimistisch, Kfz- und Nahrungsmittelgewerbe aber eher pessimistisch. So deuten sich erste konjunkturelle Eintrübungen ab durch um 27 Prozent sinkende Umsätze im letzten Quartal. Beim Kfz-Gewerbe sind es über 43 Prozent. Beispiel: Die Autohäuser müssen allein erhebliche Leasing-Rücknahmen verkraften - Folge auch der Regelung, dass sie künftig 30 Prozent Eigenmittel aufbringen sollen.
Anzeichen für den ins Stocken geratenen Konjunkturmotor: rückläufiger Auftragsbestand (im Kfz-Gewerbe 43 Prozent der befragten Betriebe!), sinkende Investitionsbereitschaft (Nahrungsmittelgewerbe Rückgang über 61 Prozent), das heißt, nur noch 7,5 Prozent der Betriebe planen eine Erhöhung der Investtätigkeit. Nur vier Prozent wollen 2009 neue Mitarbeiter einstellen. Bei 16 Prozent könnte es sogar Entlassungen geben. Als regionaler Dienstleister sei das Handwerk auf die Kaufkraft der Bevölkerung angewiesen. Aber angesichts der wirtschaftlichen Lage halten die Bürger ihre Geldbörse eher geschlossen.
Die Handwerkskammer begrüßt die Maßnahmen zur Gesundung der Konjunktur, hält aber zugleich vieles für Stückwerk. So sei der Steuerbonus für Handwerkerleistungen vernünftig, aber mit 1.200 Euro viel zu niedrig angesetzt und so auch kein wirksames Mittel gegen die Schwarzarbeit. Die Kammer spricht sich für die steuerliche Absetzbarkeit der Krankenversicherung, die Abschaffung des Soli-Zuschlags und als Beitrag zur Ankurbelung der Binnennachfrage für die Rückführung der Mehrwertsteuer auf 16 Prozent aus. Und die Reform der Erbschaftssteuer bleibe auf halbem Wege stecken. Kritisch wird auch gesehen, dass die Kreditbank für Wiederaufbau (KfW) mit der Kündigung der Bürgschaften für den Mittelstand ihrer Rolle nicht mehr gerecht werde.
Insgesamt fordert die Kammer von der Politik ein mit der Wirtschaft abgestimmtes wirksames Maßnahmepaket, um eine drohende wirtschaftliche Schieflage abzuwenden. Das Handwerk werde alles tun, um durch Qualitätsarbeit und immer besseren Service weiterhin für die Kunden dazusein.

( Harald Baumann, 12.12.2008 )

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