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Lebendiger und besinnlicher Adventskalender von Untermhaus

Er soll in gewissem Sinne eine Besonderheit bleiben, und dafür gibt es ihn auch nur aller zwei Jahre - den Lebendigen Adventskalender von Gera-Untermhaus. Die Fensterchen zu öffnen, bedeutet in diesem Falle, anderen die Haustüren offen zu halten. Genauer "uns". Die Einladung verspricht für den 1. bis 24. Dezember wechselnde Stationen eines mit dem 18-Uhr-Glockenschlag vom Turm der St. Marienkirche beginnenden Treffs bei Glühwein oder Tee und (Haus-)Musik, Gesang und Geschichten. Dazu heißt es: "So werden wir von Haus zu Haus einander besuchen..." Dieses Wir-Gefühl findet sich deutlich in den Gastgebern. Sie
gehören, ob Unternehmer oder Familie, weitgehend zu den Kirchgemeinden in Untermhaus und Thieschitz. Aber sie nehmen auch gern Freunde und andere Gäste auf. Die Sonntage
sollen in der Tat jeweils zu Konzerten in das auffällige Gotteshaus am Mohrenplatz führen:
Das Ensemble Carmina gastiert am 7. Dezember, die Singakademie am 14. und Cantabile
am 21. Dezember. Es ist ja die beste Zeit für Besinnlichkeit; aber auch Gelegenheit, sich die Weihnachtsgeschichte in zwölf Bildern auf dem vermutlich um 1443 geweihten gotischen Flügelaltar anzuschauen. Der kostbare Kirchenschmuck wurde einst von den beiden Geraer Kaufmannsfamilien Kudorf und Waltheym gestiftet. Deren Frauen Margarethe und Elisabeth finden sich demzufolge in den Gesichtern biblischer Figuren auf den Außenseiten wieder.
Bis zum Empfang in der Thieschitzer Kirche am 10. Dezember, so sagt Pfarrerin Petra Doering mit Zufriedenheit, wird das neu ausgemalte Kirchenschiff fertig sein. An den anderen Tagen wechseln öffentliche Häuser, Unternehmen und private Gastgeber: So sind das ab 2. Dezember die Regelschule Otto Dix, dann das Curie-Heim, die KITA Bussibär, Fiedlers Gartenwelt und der Bio-Laden Kornapfel; ab dem 8. Dezember die Bewohner der Kantstr. 11, das Dix-Haus, Blumen-Steingrüber und die Kreuz-Apotheke; in der dritten Woche die Musik- und Kunstschule, die 2. Grundschule, Leute vom Böttgerweg 17, das Lutherhaus, Gaststätte Rother und erneut die Familien Buchmann und Zinkeisen in der Kantstraße 23/25. Petra Doering hat sich selbst den 23.12. vorbehalten und freut sich, dann gerade das ORF-Friedenslicht aus Bethlehem zur Weitergabe im Hause zu haben.
Ihr Vorbild für den Lebendigen Adventkalender fand sie einst in Rheinland-Pfalz. Jetzt gibt es allerlei Kopien. Das sorgt sie ganz und gar nicht; spricht es doch für die vorweihnachtlichen Begegnungen jenseits des Kaufrauschs. Nebenher gesammelte Spenden sollen anonym bestimmt mehreren sozial schwachen Familien im Stadtteil zur Verfügung gestellt werden.
Gemeinschaft wird verborgene Türen in den Herzen öffnen oder helfen, Licht und Wärme zu verbreiten. Das Motto am allerersten Türchentag heißt wieder: "Mache dich auf und werde Licht." Da stehen ein paar Minütchen zur Eröffnung auf dem Mohrenplatz und ein warmes Getränk in der Marienkirche am Anfang des Advents; die Christvespern mit Krippenspiel in Sankt Marien und der Thieschitzer Kirche dann für den Übergang zu Heiligabend und Weihnachtsfest.




( Thomas Triemner, 28.11.2008 )

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