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Noch ein weiterer Versuch - vielleicht klappt’s diesmal

Es ist wie bei den Königskindern im Märchen: Sie konnten zusammen nicht kommen - das Wasser war viel zu tief. Ähnlich verhält es sich bei den "Königskindern" Wirtschaft und Stadt. Das Wasser ist viel zu tief, sprich: Es fehlt die Übereinstimmung der Interessen und Ziele. Allerdings ist die Zahl der Versuche Legion, die beiden unter einen Hut zu bringen. Nach anfänglicher Euphorie scheiterten alle Versuche kläglich.
Jetzt soll es einen neuen Anlauf geben. Unternehmertum und Stadt wollen erproben, ob es nicht doch gelingt, gemeinsam an einem Strang zu ziehen, um so wirtschaftliches und soziales Wachstum in der Otto-Dix-Stadt voranzubringen. Als Initiator versuchte sich der Landtagsabgeordnete und CDU-Stadtrat Ralf Bornkessel. Der Mann rief und etliche kamen.
Am echt runden Tisch im "Royal" hatten kompetente Vertreter der Wirtschaft und der Stadt Platz genommen. Gemeinsam sollte das "Wirtschaftsforum Gera" aus der Taufe gehoben werden. Nicht irgendwer saß in der Runde. Nennen wir deshalb konkrete Namen, wobei unsere Reihenfolge keine Wertung darstellt.
Also: Bornkessel hatten wir schon genannt. Er ist Kreisvorsitzender der CDU-Mittelstandsvereinigung (MIT) und stellv. Landesvorsitzender des Gremiums. Dann wären da Dr. Michael Kneisel, Vorstandsvorsitzender des Wirtschaftsverbandes Ostthüringen, und Ulrich Winterstein, Regionalgeschäftsführer Ostthüringen des Bundesverbandes Mittelständische Wirtschaft (BVMW), sowie Dr. Harald Frank, Vizepräsident des Bundesverbandes "Die Familienunternehmer - ASU" (ASU steht für "Arbeitsgemeinschaft selbstständiger Unternehmer"), Geschäftsführer des Verlages Dr. Frank GmbH.
Des weiteren hatten Platz genommen: der Unternehmer Volker Thorey, Fraktionsvorsitzender der Wählervereinigung "Arbeit für Gera", Oberbürgermeister Dr. Norbert Vornehm, Bürgermeister Norbert Hein, Dr. Merle Fuchs, Geschäftsführerin des Technologie- und Innovationszentrums Gera (TIZ), und weitere Persönlichkeiten. Quasi als Knüller ihrer Gründungsveranstaltung hatte die Runde Thüringens Wirtschaftsstaatssekretär Prof. Dr. Christian Juckenack eingeladen.
Wir sehen also: Ein solches Gremium scheint durchaus geeignet, etwas für den Wirtschaftsstandort Gera zu bewegen. Deshalb erwies sich als des Pudels Kern der eiserne Wille, die Kräfte zu vereinen und sie zu konzentrieren. Sollte das gelingen, wäre es zumindest für Thüringen einmalig. Für den Anfang ist vorgesehen, Informationsveranstaltungen, Diskussionsrunden und "meinungsbildende Aktivitäten" (wie es Dr. Kneisel formulierte) zu organisieren. Bisherige Einzelaktivitäten der Verbände und Vereinigungen sowie der Stadtverwaltung gilt es zu koordinieren. Wobei es uns ratsam erscheint, die IHK mit ins Boot zu nehmen.
Bei den weiteren Überlegungen ist es offensichtlich besonders wichtig, so äußerten sich Volker Thorey, Dr. Harald Frank, OB Dr. Vornehm, ja eigentlich alle, dass die Mittelständler und die Stadt einschließlich Umfeld ein Netzwerk bilden, aufeinander hören, gemeinsam die Suche nach Investoren betreiben, Wachstumskerne und Cluster sowie weitere Formen des gemeinschaftlichen Handelns energischer ausprägen, um so auch neue Arbeitsplätze zu schaffen. Alles gemeinsam beraten, planen und in Angriff nehmen: das könnte den Erfolg bringen, etwa nach dem Motto "GERAde GERA"!
Prof. Dr. Juckenack stimmte diesen Überlegungen zu. Die Stadt brauche in der Tat Auftrieb. Sie erbringe zum Beispiel nur 1,5 Prozent des Thüringer Wirtschaftsumsatzes und liege mit 13,8 Prozent Arbeitslosigkeit über dem Landesdurchschnitt von 9,9 Prozent. Daran anknüpfend brachte die Runde mehrfach die Bitte um bessere Unterstützung durch die Landesregierung vor. Der Staatssekretär hielt sich allerdings bedeckt. Er riet der Wirtschaft und der Stadt, die Fördertöpfe wirklich voll auszuschöpfen. Bei der von Dr. Merle Fuchs beklagten schwachen Zusammenarbeit mit Jena in Sachen Forschung wolle er nach Prüfung tätig werden.
Das neugegründete "Wirtschaftsforum Gera" will für weitere Interessenten offen sein. Noch ist man auf der Suche nach einer geeigneten Rechtsform. Vor allem aber gilt es, konkrete Projekte abzustecken. Nochmal Aktion nur auf dem Papier - das kann sich Gera nicht leisten.

( Harald Baumann, 14.11.2008 )

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