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Landeszentralbank wird Kunsthaus

Als die Landeszentralbank 2004 für immer ihre Pforten schloss, fragte sich jeder, was wird nun aus der Immobilie, die gerade mal drei Jahre alt war und rund 24 Millionen gekostet hat? Nun hat das Gebäude eine neue Bestimmung, die von der alten gar nicht so weit entfernt ist, gefunden. Als Kunsthaus, in das vor allem Werke von Otto Dix einziehen sollen, ist die Sicherheit ein wichtiger Faktor, und die ist in dem umbauten Tresor auf alle Fälle gewahrt, denn Dix-Bilder erreichen heute schon einen Wert, der in die Millionen-Euro-Höhe geht. Auch die Klimatisierung entspricht den Anforderungen für das Ausstellen und Aufbewahren von Kunstwerken. "Außerdem", lächelte Oberbürgermeister Dr. Norbert Vornehm, "wenn wir damals ein neues Museum gebaut hätten, hätten wir es an gleicher Stelle getan". Hinzu käme, dass Otto Dix ein Bild gemalt habe mit Blick auf die Prinzenhäuser und den Stadtwald. "Er muss von gleicher Stelle aus das Bild gemalt haben", überlegte er.
Die Weichen für den Ankauf wurden mit der Unterzeichnung des Notar-Vertrages gestellt. Der Kaufvertrag steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Stadtrates. Doch da sei er ziemlich sicher, meinte Dr. Vornehm. Zumal die Stadt in dem Fall ein deutliches Schnäppchen macht, denn als Kaufpreis wurden 1,9 Millionen festgelegt, wobei 75 Prozent der Summe aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kommen. Bund und das Land Thüringen haben ebenfalls Fördermittel in Aussicht gestellt, so dass die Stadt nur einen geringen Teil zu tragen hat.
Das Gebäude wurde von dem berühmten Londoner Architekten David Chippenfield gebaut - er gestaltete zum Beispiel auch die Berliner Museumsinsel -, der Eingangsbereich sowie die Girohalle wurde von dem englischen Pop-Art-Künstler Michael Craig Martin gestaltet. Der Oberbürgermeister überlegt, ob die Künstler bei der Gestaltung für die neue Funktion einbezogen werden könnten. Außerdem möchte er gern die Otto-Dix-Stiftung, private Sammler, die bereits ihr Interesse bekundet hätten, und Galeristen an einen Tisch holen, um über ein Konzept zu beraten. Der Name Kunsthaus sei nicht endgültig und nur ein Arbeitstitel. Im Mittelpunkt soll natürlich die Werke von Otto Dix stehen, von denen mehr als 400 im Besitz der Stadt sind. Dauerleihgaben von der Stiftung kommen dazu. Aber auch große Ausstellungen mit Werken international renommierter Künstler sowie junge Kunst können gezeigt werden. Rund 3000 Quadratmeter Ausstellungsfläche bieten dafür ausreichend Platz. Die Orangerie als Ausstellungs- und Sammlungshort könnte dann der Vergangenheit angehören, war den Worten von Dr. Vornehm zu entnehmen.
"Das Gebäude wurde zwar nicht als Museum gebaut", sagte Wolfgang Dold von der Deutschen Bundesbank, er freue sich aber, dass es diesem Zweck zugeführt wird und das in kurzer Zeit. Seit 2005 suche die Bundesbank nach einem passenden Nachmieter. Zum ersten Mal soll das Haus 2009 der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

( Helga Schubert, 17.10.2008 )

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