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Exotische Früchte mit vielen Vitaminen auf dem Speiseplan

Rund 70 Kilogramm Kiwis lagern bald wieder in der Garage von Rolf-Dieter und Edith Gebhardt. Wie in jedem Jahr sind die Untermhäuser stolz auf ihre Ernte, schließlich kümmern sie sich seit Jahren vorbildlich um die mittlerweile riesige Pflanze in ihrem Garten.
Edith Gebhardt war nach der Wende ganz begeistert von den vielen exotischen Früchten der Welt, die man nun überall kaufen konnte. "Die Kiwis schmeckten ihr besonders gut und so kam sie auf die Idee, aus den Samen einer ganz normalen Supermarkt-Kiwi ein eigenes Pflänzchen zu ziehen", erinnert sich ihr Mann. Tatsächlich bewies sie einen grünen Daumen: Aus den Früchten wurden die Samen heraus geschnitten, dann vier Wochen lang getrocknet. Anschließend kamen sie über zwei Wochen jeweils zwei Tage im Wechsel in den Kühlschrank und nach draußen, um sie abzuhärten. Und schon wurden sie behutsam in Blumentöpfe gepflanzt und bekamen ihren Platz im großen Gewächshaus.
"Von zehn Kiwis sind gerade einmal zwei gekommen. Die haben wir dann ausgepflanzt", erzählt Rolf-Dieter Gebhardt und freut sich noch heute an der Fürsorge seiner Frau für die zarten Gewächse. Für die nächsten zwei Jahre wuchsen die Kiwis also unter Geraer Wetterbedingungen und trugen jeden Sommer Blüten und immer mehr Früchte. In den ersten Wintermonaten durften sie noch im beheizten Wintergarten ausharren, nun stehen sie seit Jahren in voller Pracht sommers wie winters draußen.
Seit einiger Zeit thront mit Ausmaßen von fünf mal fünf Metern sowie fünf Metern Höhe eine der übrig gebliebenen Kiwipflanzen im Gartenparadies der Gebhardts und übertrifft sich jedes Jahr selbst in Blüte und Fruchtstand. Doch der Ertrag ist hart erarbeitet, man musste viel Zeit investieren. "Am Anfang hat meine Frau jede Blüte unserer Kiwi-Pflanzen mit einem Pinsel bestäubt, denn außer ein paar Hummeln und kleineren Insekten sind die Kiwiblüten z. B. beim fleißigen Bienenvolk nicht sehr beliebt", weiß Rolf-Dieter Gebhardt zu berichten. Deshalb habe man diesen einen selbstbestäubenden Stock behalten, der sowohl männliche, als auch weibliche Blüten trägt. Erkennbar sei das Geschlecht an der Anzahl der Pollen, wovon die weiblichen Blüten mehr aufzuweisen haben. Dafür tragen die männlichen deutlich mehr Früchte, die jedoch nur halb so groß wie die weiblichen sind. Dieses Wissen vorausgesetzt, plus die fundierte Gärtnerinnen-Ausbildung seiner Frau, käme der prächtigen Kiwi keine aufwändige Sonderbehandlung zu, versichert Gebhardt. Bedingungen stelle die Kiwi kaum, abgesehen von viel Wasser. Der Grundwasserspiegel von knapp zwei Metern kommt ihr also gerade recht. "Das Einzige, was wir machen, ist die Pflanze zwei Mal im Jahr zu verschneiden, anderenfalls wächst sie uns ja über den Kopf. So trägt sie natürlich auch mehr Früchte."
Entgegen der in unseren Breiten üblicherweise angepflanzten Bayerischen Kiwi, wächst im Garten der Gebhardts die Sorte Echte Kiwi aus Neuseeland. Deren Früchte brauchen den ersten Frost. Voraussichtlich im Oktober und November ist also in Untermhaus Erntezeit angesagt. Dann gilt es, die tausenden Früchte abzunehmen und einzulagern. Bis zum Februar nächsten Jahres stehen dann täglich ein paar Kiwis auf dem Speiseplan - viele Vitamine in der kalten Jahreszeit inklusive.

( Christine Schimmel, 02.10.2008 )

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