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Statt Warenangebot auf 3000 Quadratmetern Kunst

Das gute alte Horten-Kaufhaus. Es hat wieder geöffnet. Aber nicht Modepuppen, Wäsche, Textilien, Bekleidung, Accessoires, Spielzeug, technische Geräte und all das andere, was die Regale und Vitrinen ausfüllte, beherrschen das Innenleben, sondern das Horten-Kaufhaus wird für zwei Wochen von den Musen unter dem Titel Hotel Subbotnik in eine neue Dimension geführt. "Ein tolles Projekt", nannte es der Generalintendant von Theater&Philharmonie Thüringen, Prof. Matthias Oldag, "Jugendliche beschäftigten sich in einer brachliegenden Immobilie mit Kunst". Betrieben wird das Hotel bis zum 12. Oktober von der Theaterfabrik, deren Mitglieder viele kreative Ideen entwickelt haben, um 35 Projekte auf 3000 Quadratmeter von der Eingangszone bis unter das Dach präsentieren zu können.
"Es geht um ganz alltägliche Dinge" erläutert Sinje Homann, Leiterin der Theaterfabrik, "um Arbeit, Leben und Zukunft und welchen Stellenwert zum Beispiel Arbeit in unserer Lebenszeit einnimmt und wie verändert sich zukünftig das Verhältnis von Arbeit und Leben". Mit dem Hotel Sorge, ebenfalls im Horten-Kaufhaus durchgeführt, habe die Theaterfabrik 2005 gute Erfahrung gesammelt, die Räumlichkeiten kennen gelernt, die nun noch besser genutzt werden können. Jeweils mittwochs bis sonntags können in der Zeit von 13 bis 20 Uhr Ausstellungen, Theaterproduktionen, Filme, Aktionen, Workshops und Musikprojekte kostenfrei besucht werden. Eintritt muss nur zu den Abendvorstellungen bezahlt werden. Als etwas ganz Besonderes bezeichnete Sinje Homann, dass in dem Großprojekt, das von Bund, Land und der Sparkassen-Kulturstiftung gefördert wird, Künstler und Laien zusammenarbeiten. Anmeldungen gebe es bereits von vielen Schulklassen, aber die Veranstalter freuen sich über jeden Besucher, der durch die Glastüren des ehemaligen Horten-Kaufhauses tritt und sich im Hotel Subbotnik umsieht.
"Wir wollen den Puls der Bevölkerung fühlen", meint Projektleiterin Karen Becker. "Es gibt wirklich viel zu sehen und zu erleben", wirbt sie. Das Hotel biete Interessenten einen Raum, um Meinungen, Wünsche, Zweifel und Forderungen künstlerisch zu formulieren. Neben den theatralischen Aufführungen sind vor allem die Installationen und Ausstellungen interessant. Ein Projekt zum Beispiel nennt sich "Wie gut riecht Arbeit?" oder ein anderes "Garten der Leidenschaft". Hier kann man sich leidenschaftlich in Arbeit stürzen, während das "Büro für Nichts & mehr" die Leere bevorzugt. Es gibt eine "Sammelstelle" für Lebensteilchen und einen "Beschwerdechor". In ihm werden nach bekannten Melodien Arbeitsfrustbeschwerden besungen. Musiker, Sänger und Schauspielerinnen des Theaters stehen bei "Musikzeit" gemeinsam auf der Bühne. Es ist eine Auftragskomposition, die sich mit Lebens- und Arbeitssituationen auseinandersetzt. Fünf Geraer Jugendliche wiederum versuchen sich mit Tanz, Bewegung und Sprache dem "Meer an Zeit", einem Tanztheaterprojekt unter Leitung von Ives Thuwis", einem Sinn zu geben. Schirmherr des gesamten Vorhabens ist der bekannte Autor Günter Wallraff. Er wird am 9. Oktober das Hotel Subbotnik besuchen.

( Helga Schubert, 02.10.2008 )

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