Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Künstler geben Kirchen am Pilgerwochenende besonderen Akzent

Zum Pilgern laden Kirchgemeinden und Künstler am langen Wochenende vom 3. bis 5. Oktober bereits zum zweiten Mal ein. Sieben Dorfkirchen öffnen jeweils von 10 bis 18 Uhr ihre Türen. Sie werden reich geschmückt sein, denn in diesen Tagen wird Erntedankfest gefeiert. Blumen, Früchte des Gartens und des Feldes zieren die Altarräume und erzählen von der Schönheit der Schöpfung und dem Dank an den Schöpfer.
Für alle, die wandern möchten, gibt es Routenvorschläge und nähere Informationen in den Kirchen und im Internet unter www.pilgernumgera.de.vu. Wer sich gemeinsam auf den Weg machen möchte, kann eine Wanderung am 3. Oktober, 10 Uhr, in Weißig und am 4. Oktober, 10 Uhr, in Niederndorf beginnen. In den Kirchen werden in diesen Tagen zu unterschiedlichen Zeiten Erntedank- und Pilgergottesdienste gefeiert und so manche Gemeinde lädt mit besonderen Aktionen die Pilger unterwegs zum Bleiben ein.
Wie schon zum ersten Pilgerwochenende im Juni werden zudem sechs bildende Künstler jeder Kirche einen besonderen Akzent geben. So kann der Wanderer in Mühlsdorf mit Kay Voigtmann nach der Liebe suchen. Voigtmann ist Absolvent der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst. Er ist Träger des Hans Meid Preises und veröffentlichte illustrierte Bücher und Mappen. Die ursprünglich romanische Chorturmkirche wurde 1736 erweitert, die Innenausstattung stammt aus dem Jahr 1785. Das Gotteshaus wurde in den 90er Jahren saniert und gibt der kleinen Mühlsdorfer Gemeinde ein warmes und ansprechendes Zuhause.
In Weißig kann der Wanderer mit Joachim B. Schulze in Altersteilzeit gehen. Schulze diplomierte an der Bauhaus-Universität Weimar. Zudem gehörte Schulz in Gera zu den Organisatoren des Klaushauses. Die Kirche in Weißig wurde zwischen 1728 und 1732 anstelle einer Wegekapelle gebaut. Sie beherbergt die einzige Orgel des Silbermannschülers Daniel Friederici aus der Barockzeit im weiteren Umkreis.
In Frankenthals Allerheiligenkirche zeigt Erik Buchholz, was man tun kann, um ein Heiliger zu werden. Buchholz absolvierte die Kolping Kunstschule Stuttgart, sowie die Bauhaus-Universität Weimar. Er gehört ebenfalls zu den Klaushaus-Organisatoren und lehrt an der Universität Erfurt. Projekte wie zeit.gang oder AHA.AQUA trugen seine Handschrift. Die Kirche "Allerheiligen" ist aus einer Gutskapelle hervorgegangen, welche später zur Pfarrkirche erhoben wurde, 1728 entstand der Neubau.
In Geißen sorgt Katrin Gaßmann dafür, dass man sich selbst begegnet. Gaßmann ist Stipendiatin der Kulturstiftung Thüringen, erhielt zahlreiche Preise und lehrt an der Erfurter Universität Malerei. Studiert hat sie an der Hallenser Burg Giebichenstein. Die ältesten Teile der Kirche in Geißen sind romanischen Ursprungs. Das Langhaus entstand im 16. Jahrhundert und wurde im 18. Jahrhundert grundlegenden Veränderungen unterzogen.
Karien Vervoort öffnet in Markersdorf dem Besucher neue Türen. Vervoort ist gelernte Goldschmiedin und absolvierte die Rietveld Academie Amsterdam. Über Berlin führte ihr Weg nach Wernburg, dort entstehen ihre Plastiken, aber auch Zeichnungen. Die Kirche wurde zwischen 1755 und 1758 erbaut. Hier gibt es eine restaurierte Peternell-Orgel von 1861. Die typisch barocke Außengestaltung grüßt im frischen Kleid weit in das Umland.
Barbara Toch hält die Betrachter in Niederndorf vor plastischen Bildern fest, die nach und nach zu sprechen beginnen. Toch studierte an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst und ließ sich danach in Gera nieder. In geöffneten, luftigen Räumen verweben sich bei ihr Fäden zu Gespinsten, bilden kraftvolle Cluster. Die Grundgestalt der Niederndorfer Kirche liegt in der Romantik. Nach einem Brand im Jahre 1669 erfolgte der Wiederaufbau. Neben barocker Innenraumgestaltung gibt es im Altarraum auch Gestaltungselemente aus den 1860er Jahren.
Als siebente Kirche kommt Pörsdorf hinzu. Hier entwickelt Holger Sonntag eine Klanginstallation. Die Kirche wurde 1835 im Stil des Historismus unter Verwendung eines alten Restmauerwerkes im Turmbereich aus dem 13. Jahrhundert erbaut. Bemerkenswert ist der klassizistische Kanzelaltar, der den Altarraum dominiert. Derzeit bemüht sich die Kirchgemeinde um die Restaurierung der Glockenanlage.

( 29.09.2008 )

zurück