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Fürstliche Forderungen zum Lachen

Von den Höhen des Botanischen Gartens in die Tiefebene an der Elster verlegte das Fettnäppchen sein Sommerprogramm. Aus "Kabarett unter der Kastanie" wurde "Kabarett unterm Schloss", ein Titel, der sich für die Hofgut-Spielstätte geradezu anbietet. Zum dritten Mal geisterte Heinrich II. Posthumus durch das Programm, er brachte zwar Regen mit, so dass die Premiere nicht Open Air stattfinden konnte, doch fühlte sich der Verblichene sichtlich wohl, konnte er nämlich lautstark seine fürstlichen Forderungen nach Reußengütern und Grund und Boden stellen. Im bewährten Team mit Eva-Maria-Fastenau, Thomas Puppe und Norbert K. Schultz wurde gestritten, widersprochen, gekontert, gewitzelt und gesungen. Zum Schluss musste Posthumus, ohne eine Pfennig Geld zu ergattern, abziehen, denn die Stadt ist ja pleite und kann nichts zahlen, außerdem musste er sich sagen lassen, "als alles noch Ruinen waren hättest du ja etwas draus machen können". Wie wahr!
Mag es zur Premiere am Regen und dem darauf folgenden Ortswechsel - von draußen nach drinnen - gelegen haben, das Programm ging etwas zähflüssig los, doch spätestens beim ersten Lied (Dudeldijö) war der gewohnte Schwung wieder da. Die Musik stammte von Norbert Schultz. Seine Life-Begleitungen und Zwischenmusiken sind ein großer Gewinn für den Fettnapp, was das Publikum auch mit Beifall belohnte. Dass er auch kabarettistische Fähigkeiten besitzt, bewies er mehrfach. Sein Solopart als Obdachloser, der mit der Berliner Tafel zum Speisen im Bundestag eingeladen war, war eine Glanzleistung, da konnte er doch der gesamten Politprominenz von Stoiber, über Beck und Westerwelle bis zu Schröter und Merkel auf die Finger bzw. auf den Teller schauen.
Schwarzarbeit und Auslandsproduktion, Kreditvergabe und Benzinpreise regte die Kabarettcrew zu Sketchen an. Aber natürlich spielten auch die Geraer Eskapaden unserer Stadtverwaltung eine große Rolle im Programm. Eva-Maria Fastenau freute sich über die Billigläden auf der Sorge, in denen man mit einem großartigen Stadtentwicklungsprogramm so "herrlich, herrlich" shoppen kann. Thomas Puppe, der auch in das Kostüm des Posthumus schlüpfte, machte als Bundestagskammerjäger und Schädlingsbekämpfer des Parlaments seine Erfahrungen. Vereint bewiesen sich die drei Akteure im traditionellen "Dummspatzen"-Lied, was allerdings nicht so sehr zündete wie üblich, und in originellen Kostümen (Andrea Roßbach) als die drei scheidenden Essen. Ob wir uns dann, wenn die geliebten Wahrzeichen unserer Stadt gefallen sind, als Otto-Dix- Stadt oder als Straßenbahnstadt oder vielleicht als Bugastadt Gera profilieren können? fragen sich die Fettnapp-Akteure.
(Vorstellungen bis 7. September donnerstags bis sonnabends, 20 Uhr, sonntags 18 Uhr im Hofgut).

( Helga Schubert, 22.08.2008 )

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