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Athleten wollen mehr als nur dabei sein

Als Olympionike wird man nicht geboren, sondern kehrt man möglicherweise Gold gekrönt und Lorbeer bekränzt nach Hause zurück. Bei der Verabschiedung der Ostthüringer Starter nach Peking zu den Olympischen Sommerspielen 2008 spürte man in kleinen Gesprächen einen besonderen Aspekt dieses für Hobbysportlern vielleicht unscheinbaren Satzes: Denn wie groß mögen Risiken sein, das Ziel, ob Sieg oder Platzierung zu erreichen, durch einen kleinen Vorbereitungsfehler oder ein Problem im Umfeld vielleicht doch nicht zum Einsatz zu kommen? Anstrengende Arbeit in den letzten Jahren könnte im Moment wirkungslos werden.
Alle Geraer, die zur angekündigten Zeremonie zum Markt kamen, wünschten den Vieren, die seit dem Wochenende auf dem Weg zur Olympiade sind und den beiden, die im September zu den Paralympics reisen werden, viel Glück, Erfolg und Gesundheit.
Die Radsportler scheinen die größten Medaillenhoffungen zu tragen: Hanka Kupfernagel (33) holte sich nach lang anhaltender Erkältung zuletzt den notwendigen Schwung und darf auch von Routine zehren. Sie setzt vor allem auf das Einzelzeitfahren und Straßenrennen; schon wissend, dass sich ihre früheren Pläne mit Mehrfachstarts im Cross nicht realisieren lassen.
Im Trio der Teamsprinter wird es auf der Bahn sehr auf die Harmonie ankommen. Ginge es derzeit nach Robert Förstemann vom SSV Gera, so hätte Auswahltrainer Detlef Uibel besser noch keine Entscheidung über die Formation getroffen. In den letzten Ausscheidungen verlor er um Zehntel gegen den Cottbuser Maximilian Levy und Vereinskamerad René Enders. Der aber sagte, dass es ihm zwar fast egal sei, wer letztendlich an Position zwei mit anfährt, aber Robert könne das Hinterrad besser halten. René will auf alle Fälle eine Medaille. Robert hofft nach allerletzten Trainingsergebnissen den bisherigen Status als Ersatzmann noch tauschen zu können. Des einen Glück wäre... Die Konkurrenz ist groß und wirkt scharf. Darum konnte der ehrgeizige 22-Jährige vor Abreise kaum an die bestimmt schöne Eröffnungsfeier denken.
Zielstrebigkeit hat sich für einen Goldfisch der einst umjubelten Deutschen Schwimmerszene schon jetzt gelohnt. Langstrecken-Krauler Christian Kubusch hat mit 20 Jahren sein Abitur in der Tasche und im letzten (Praktikanten-)Jahr in Magdeburg unter fachlich bester Anleitung bei genügend Zeit intensiv und kontinuierlich trainiert. So erklärt er seinen Leistungssprung an die Spitze des Landes mit dem Meistertitel über 1.500 Meter und dem 800-Meter-Rekord.
Dennoch zeigte sich Christian recht locker, fühlt er sich nicht unter Erwartungsdruck gesetzt, naschte er erst einmal von der riesigen Rundfahrt-Torte. Das Finale 400 Meter Freistil sei ein Ziel. Bis zu vier Einsätze könnten es werden. Über 1.500 müsse er in Peking für den Endlauf eine Zeit unter 15 Minuten anbieten. Das habe er drin. Und außerdem, so fügte er lächelnd hinzu, noch zwei Olympiaden vor sich. Er wird nach den Spielen in die Sportfördergruppe der Bundeswehr aufgenommen.
Ostthüringer Athleten machen praktisch die Hälfte des stark geschmolzenen Aufgebots aus dem Freistaat aus. Zu dem gehören noch die erfahrenen Schützen Ralf Schumann, Karsten Bindrich sowie Tino Mohaupt und eine Handballerin des THC Erfurt. Sie alle können ab dem Glückstag der Chinesen am 8.8. unser Daumendrücken brauchen. Genau diese Ziffer 8 hat für die Gastgeber eine besondere Magie. Aber dem Zauber der Olympischen Idee kann man sich ohnehin kaum entziehen.

( Thomas Triemner, 07.08.2008 )

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