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Im Postgelände wird Recht gesprochen

Vom Eingang der Akte bis zur Bewährungshilfe plädiert der Präsident des Landgerichts Gera, Peter Granderath, für kurze Wege und begrüßt die Entscheidung für das Justizzentrum in Gera. Rund 1000 Strafakten müssten im Monat zwischen derzeit zwölf Standorten hin und her transportiert werden, stellte er fest. Das koste Zeit, Kraft und Mühe. Das neue Justizzentrum wird sich zwischen Hauptpost, Fernmeldeamt, Amts- und Landgericht befinden, wobei das denkmalgeschützte Ensemble von Post- und Fernmeldeamt mit mehr als 10 000 Quadratmeter durch das Thüringer Liegenschaftsmanagement (Thülima) angemietet wurde. Der Mietvertrag für die Justiz ist zunächst auf 20 Jahre ausgelegt.
Was tut sich nun im Innenhof der Hauptpost? Zum Pressetermin erläuterten neben Peter Granderath auch der Projektleiter Dietmar Winzer von der allobjekt denkmalsanierungen GmbH Weimar, Baudezernent Roman Miller und Carsten Ziegenbalg von Thülima das Vorhaben. Wie sie versicherten, bleibt das Erdgeschoss der Post mit seinen Schaltern für Postkunden erhalten. Es wird Neubauten geben, Altes abgerissen und denkmalgeschützte Gebäude saniert und umgebaut, wie zum Beispiel der ehemalige Pferdestall der Post, der später als Küche und Speisesaal diente, seit 15 Jahren aber nicht mehr genutzt wird. Abgerissen dagegen wird die ehemalige Paket-annahme und durch einen Neubau ersetzt.
Etwas schwieriger sei es mit dem Fernmeldeamt, bekannte der Projektleiter. Der Keller und ein Teil des Gebäudes werde noch von der Telekom genutzt. Kabelstränge und Knotenpunkte liefen hier zusammen, die nicht entfernt werden könnten. Ab zweitem OG wird entflochten, entkernt und neu gebaut. "Der geschichtliche Wert bleibt unberührt", versicherte er, doch von der Amthorstraße aus, würden die äußerlichen Veränderungen unübersehbar sein. Das dokumentiere sich besonders an den Fenstern und den Geschossen, die das Satteldach ersetzen. Mit dem Landesdenkmalamt hätte es ebenso wie mit der Stadt eine gute Zusammenarbeit gegeben, lobt er.
Der Gerichtspräsident ist froh, dass die Arbeiten am neuen Justizzentrum im Oktober losgehen und nächstes Jahr im November die ersten Räume bezogen werden können. "Es besteht ganz einfach die Notwendigkeit, uns grundlegend neu zu organisieren", unterstrich er. Insgesamt handelt es sich um 284 Arbeitsplätze. Es sei wichtig, dass zum Beispiel alle, die mit dem Strafrecht zu tun haben, an einem Standort sind. Das betreffe sowohl Teile des Landgerichtes, die im Tinzer Schloss untergebracht sind, als auch die Staatsanwaltschaft aus der Hainstraße. Es wird eine Eingangshalle geben, Sitzungssäle auf zwei Etagen sowie auch eine sichere Hofzufahrt für Gefangenenzuführung. Mit dem kleinen Teichgelände indes möchte Justitia nichts mehr zu tun haben. Dazu würden Gespräche mit der Stadt geführt, stellte Peter Granderath in Aussicht. Für das Tinzer Schloss, das sich in einem desolaten Zustand befindet, interessiere sich die benachbarte BA. Die Hauptadresse wird jedoch Rudolf-Diener-Straße 1 bleiben.

( Helga Schubert, 07.08.2008 )

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