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Wird aus dem Reitereignis Gera International nun Gera National?

Nobert Nuxoll geht mit den taiwanesischen Chen-Schwestern Jasmin und Joy unter recht energischen Gesten den Parcours zur letzten Springprüfung ab. Eine Kamera verfolgt ihr Tun. Gerade hatten sie sich im Interview erfreut zu einem Konzept für künftige Reitereignisse in Gera-Milbitz geäußert: Ja, längere Trainingslager auf richtig guten Anlagen mit Beteiligung namhafter Konkurrenz und verschiedensten S-Sterne-Wettbewerben wären doch toll. Sie brächten bestimmt nationales wie internationales Interesse auf die Beine. Seine Kunden hätten schon Interesse für ihre Rückkehr an diesen Thüringer Standort erkennen lassen.
Komplimente in einer heißen Phase am Ende des letzten Turniers unter dem Namen "Gera international". Nuxoll ist Ausbilder in der Schockemöhle-Pferdehaltung; die Chens seine branchengemäß sicher gut zahlenden und dafür mehrfach weit reisenden Schützlinge. Keine Kandidaten für Schmäh auf Bestellung für örtliche Medien; eher Leute für ehrliche Fragen oder interessante Beispiele, die in Gera endlich auf den Tisch kommen mussten:
Vielfach wurde in den letzten Jahren darüber sinniert, warum der nach seinem Neuaufbau so gepriesene Milbitzer Turnierplatz und sein erstaunliches Umfeld vergleichsweise selten für bekannte Ereignisse genutzt werden. Geschont für das alljährlich große Ding unter dem für Marketing anspruchsvollen Namen "Gera international"? Zu wenig in breiterer Öffentlichkeit erkennbar gemachte Championate, Präsentationen und kleinere Titelkämpfe? Ausgerechnet das Jubiläums- und Nach-BUGA-Jahr brachten Ernüchterung und Handlungsbedarf. "Gera international" kann es in gewohnter Form nicht mehr geben. Das deutete sich mit Rückzug der exklusiven "Riders Tour" an; wurde vom Glanz einer vierten Deutschen Meisterschaft mit Spring- und Dressurprüfungen auf Geraer Boden scheinbar verdeckt, aber war doch für eine nicht sehr preisgeldträchtige Wirtschaftsregion in der Sichtweise von Machern großer Serien mit professionellen Ambitionen voraussehbar.
Dieser verspätete Umbruch samt zur Unzeit konkretisierter Terminplanung kostete dem Turnier schon 2008 den Status des CSI, d.h. die internationale Ausschreibung. Gewiss auch dank der langfristig hier engagierten Veranstalter Engarde Marketing kamen dieses Mal aus dem Bereich zur Ausbildung jüngerer Sportpferde oder junger Reiter und im Streben nach Bewähnungsproben für Gastschüler auf bekannten Höfen berühmter deutscher Reiter bzw. Züchter z.B. neue Serien wie Bioranch Youngster- und European-Youngster-Tour neben die Inzucht mitteldeutscher Vergleichsmöglichkeiten in die sogenannte heimliche Reiterhauptstadt Thüringens. Noch kein völliger Ersatz für weitere Sponsorensuche; aber nüchtern wirtschaftlich betrachtet ein sichtbarer Weg und diskutabler methodischer Lösungsansatz. Nur scheinbar manchen überraschend? Vielleicht so gewollt im Wettbewerb der Standorte.
Turnierleiter Volker Wulff, Trainer Norbert Nuxoll, die Chens und viele andere Reiter; alle kannten bereits Vorbilder dieser Ideen für Gera von Spaniens Sunshine-Tour oder der Toscana-Tour von Arezzo in Italien, wie sie im Frühjahr stattfinden und hier nun eine Fortsetzung Anfang Juli in Sommerferienzeiten finden sollen. Sponsoren sind gebeten umzudenken, ob sie nur spezielle Serien oder auch einen Standort stützen. Die DKB-Bank, Mäzen des Großen Preises, täte es im nächsten Monat, sagte Vorstand Stefan Unterlandstätter.
Doch Stadt und platzhaltender Verein können darin kaum schon komplette Lösungen sehen. Man muss mehr neue Pläne schmieden; alltägliche wie der Wechsel von Hufeisen; gut beobachtet, rechtzeitig und fachmännisch gemacht.




( Thomas Triemner, 01.08.2008 )

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