Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Drei Geraer schreiben Geschichte

Wer sich für Geras Geschichte interessiert, kann seit etwa drei Jahren online in die Historie der Reußenstadt eintauchen. Unter www.gera-chronik.de findet man ab dem Jahr 725, als Missionsbischof Bonifatius nach Thüringen reiste und ein relativ ausgeprägtes Heidentum feststellte, 4683 Artikel, die sich mit der Entwicklung unserer Stadt auseinander setzen. Dazu untermauern in der Bildergalerie 1.188 Bilder die tiefgreifenden Veränderungen Geras. Damit ist die Website die umfangreichste Chronik der Stadt.
Sie ist ein gemeinnütziges und werbefreies Projekt dreier engagierter Geraer, die allgemein geschichtsinteressiert sind und die Geschichte Geras transparent und einsehbar machen wollen. Auch für Schüler soll die Website als Nachschlagewerk dienen. "So was gab es einfach noch nicht", sagt Mike Strunkowski, der vor allem als Autor die Chronik ständig pflegt und aktualisiert. "Außerdem hat mein Vater gesagt, ich solle was ordentliches machen", sagt der in einer Spielothek angestellte Hobby-Historiker scherzhaft. Seine beiden Kompagnons, Jenö Klemm und Marco Trampel, ebenfalls Mitte bis Ende 30 übernehmen die Bildbearbeitung und das Design der Internetpräsenz. Mittlerweile zählen auch über 50 "Mitarbeiter" zum "Unternehmen" Gera-Chronik, die Privatfotos, alte Postkarten, Bildbände, Bücher oder einfach Informationen besteuern. Zu den vielfältigen Informationsquellen gehören nach wie vor auch das Stadtarchiv und das Stadtmuseum.
Die Chronik beinhaltet Informationen aus verschiedenen Bereichen von Politik bis Sport. Vielen der Beträge sind zudem umfangreiche Zusatzinformationen beigefügt. Die Artikel könne aber nicht nur in chronologischer Folge betrachtet werden, die Auswahl ist auch per Suchmaschine mit Stichworten möglich. Die meisten Treffer finden sich für "Osterstein" und "Theater", was nicht weiter verwundert. In den Personen-Charts rangiert der amtierende Oberbürgermeister Dr. Norbert Vornehm weit vorn, was in der intensiveren Bearbeitung des aktuellen Geschehens seit dem Projekt-start vor drei Jahren begründet liegt.
Wer in der Bildergalerie stöbert, kann aus 24 Kategorien beispielsweise "Küchengarten/Theater", "Untermhaus" oder "Kriegsschäden" auswählen. Darüber hinaus bietet die Online-Chronik eine separate Ansicht für Sehbehinderte. "Wir haben die Option mit Sehbehinderten getestet, die waren begeistert", berichtet Strunkowski.
Die Chronik ist mittlerweile anerkannt, die Hobby-Chronisten haben sich etabliert. So wird die Internet-Chronik offiziell von der Internetseite der Stadt verlinkt. Der Heimatverein, der die Arbeit der drei Geraer anfangs skeptisch beäugte, beruft sich inzwischen auf die Chronik. 1.200 bis 1.500 Besucher kann die Website pro Monat aufweisen. Bei 24 Prozent der Nutzer beträgt die Verweildauer mehr als eine Stunde.
"Ein Ende des Projektes ist nicht in Sicht", sagt Mike Strunkowski, der täglich bis zu drei Stunden in seine Leidenschaft investiert. Im Gegenteil: Die Chronik soll in Kürze in puncto Funktionalität und inhaltlicher Fülle erweitert werden. So hat z.B. der Fachdienst Sport der Stadt die Zuarbeit über Fakten zur Sportgeschichte garantiert. "Wir brauchen weiterhin die Unterstützung der Stadt, die uns tatkräftig zur Seite steht und natürlich die der Bürger, die uns mit Material versorgen", so der Hobby-Chronist. So kann, indem Geschichte geschrieben wird, ein wichtiger Beitrag für die Zukunft geleistet werden.

( Christopher Eichler, 18.07.2008 )

zurück