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Essen-Abriss live im Netz

Ein, wenn nicht das Wahrzeichen, von Gera wird fallen. Nicht auf einmal, sondern Stück für Stück. Ab Mitte August werden die drei Schornsteine des ehemaligen Heizkraftwerkes Gera-Nord sukzessive abgetragen, da eine Sprengung aufgrund der prekären geographischen Lage nicht möglich ist.
Auf eben diese drei 225 Meter hohen Essen, die zur Produktion von Fernwärme für den Stadtteil Bieblach errichtet worden waren, ist die Wetter-Webcam von Lars Krause, den Administrator von Toepelln.de ausgerichtet. Als den Kommunikationselektroniker Anfragen aus Weißrussland und Neuseeland ereilten, warum die Webcam gerade die industriellen DDR-Übrigbleibsel anvisiert, sei die Idee für das Projekt "Webcam III Schornsteine" entstanden.
Krause brachte daraufhin seinen Arbeitgeber, den Jenaer Kommunikationsdienstleister Telegant und das Autohaus Auto-Scholz - AVS in Tinz an einen Tisch. Das Ergebnis ist eine einzigartige Aktion, deren Ergebnis auf www.schornsteine.telegant.eu zu sehen ist. Über die Website können Besucher weltweit den Abriss der drei Essen live im Internet verfolgen. Die Aktualisierung der Bilder, die mit einer Auflösung von einem Megapixel zu sehen sein werden, erfolgt dabei aller zwei Sekunden.
Zusätzlich werden weitere Attraktionen geboten: Über ein Menü kann der Nutzer mit der Kamera unterschiedliche Optionen ausüben, z. B. kann man die Essen heranzoomen, sie scharf zeichnen, Helligkeit oder Farbsättigung verändern. Die Bilder können dann als Bilddatei herunter geladen werden. Der "Multiview Modus" ermöglicht die Beobachtung des Essen-Abbaus aus zwei Perspekitven. Weiterhin wird ein täglicher Videostream als 24-Stunden-Zeitraffer das Projekt abrunden. Das von der Programmierung her aufwendigste Zusatzelement ist ein Foto-Newsletter. Dieser gibt den Nutzern die Möglichkeit, sich bis zu drei Mal am Tag via E-Mail ein aktuelles Foto vom Abriss der drei Essen senden zu lassen.
"Wir hoffen dass diese Bilder in Zukunft so manches Fotoalbum zieren", so Initiator Lars Krauss über den kostenlosen Service. "Nicht jeder hat die Zeit hierher zu kommen und ein Foto zu schießen", nennt Krause die Vorteile des Experiments. Die Webcam-Aktion soll über den gesamten Zeitraum des Abrisses andauern, der etwa auf ein Jahr geschätzt wird. AVS stellt dabei den Standort für die Webcam sowie den nötigen DSL-Anschluss zur Verfügung. Installiert wurde die Kamera an einem Fenster in der zweiten Etage des Unternehmens. Für die Kamera und die technische Umsetzung sorgte das Unternehmen aus Jena.
Auf diese Weise könnten die Geraer von den drei Schloten, oft ironischer Weise als Weltkulturerbe deklariert, einen Abschied in Bildern nehmen.

( Christopher Eichler, 11.07.2008 )

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