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Von Witwen, Hausfrauen und Pantoffelhelden

So viele schlechte Eigenschaften können unsere Herren der Schöpfung doch gar nicht haben, und doch ist es erstaunlich, was der Fettnappcrew zum Thema Mann immer wieder einfällt. Diesmal behauptet sie "Unter´m Pantoffel ist noch Platz", und in diesem nunmehr fünften Programm um den Frauentag herum (8. März- Internationaler Frauentag! Schon vergessen?) haben sich die männlichen Mitglieder des Ensembles zurückgehalten. Es spielt ausschließlich die weibliche Gilde, und auch die Texte stammen zum größten Teil aus ihrer Hand. Doch keine Angst, das Programm ist keine Abrechnung mit der Männerwelt und nicht nur für die Damen geschneidert. Auch die Macken der holden Weiblichkeit werden angeprangert, Seitenhiebe auf die Politik ausgeteilt und um sich greifende Marotten wie zum Beispiel das Gebrauchen von Fremdwörtern, ohne eigentlich zu wissen, was sie bedeuten, aufgespießt.
Wie sehr häufig spielt das Fettnapp-Team in unterschiedlichen Besetzungen. In der Premiere in Gera agierten Lys Schubert und Andrea Roßbach. In weiteren Vorstellungen spielen Eva-Maria Fastenau, Gisela Hinzelmann und die zwei Neuanschaffungen Esther Barth und Susanne Mitteis. Die Auftakter haben es immer schwer, wissen sie noch nicht, wie das Publikum reagiert, ob die Pointen gut ankommen und der Witz an sich verstanden wird. Aber Andrea Roßbach und Lys Schubert gelang es vortrefflich, Beweise ihres komödiantischen Talents zu geben und das Publikum mitzureißen. Es gab Lachsalven und Beifallsstürme, und auch die mutigen männlichen Gäste rangen sich ein Lächeln, wenn auch mitunter ein süßsaures, ab. Nein, nein, sie mussten nicht allzu sehr leiden unsere stolzen Herren. Die Häme ging wirklich nicht nur auf ihre Kosten. Da gibt es eine makaber schöne Szene, in der zwei Witwen aufeinander treffen. Und was die sich zu sagen haben, schmeichelt nicht gerade der Damenwelt.
Die Texte, die sich die Kabarett-Damen selbst auf den Leib geschneidert haben, verlangen den Akteuren viel ab. Sei es das Thema Mann quantenphysikalisch oder metaphysisch zu erklären oder der zungenbrechende Verwechslungssketch von der "pöstlichen Kellpartoffel", aber auch die beiden Hausfrauen Frau Müller und Frau Meier dürfen nicht fehlen, die sich wieder ihr Eierlikörfläschchen teilen und schließlich die allumfassende Frage, die letztendlich ja geklärt werden muss: Warum eigentlich unterm Pantoffel noch Platz ist.
Das Premierenpublikum im aus den Nähten platzenden Zuschauerraum dankte mit lang anhaltendem Applaus und freute sich über die gelungenen und mitreißenden Lieder (Musik Norbert Schulze), von denen es sich am Schluss noch eine Zugabe gewünscht hätte.

Bis 20. März regiert der Pantoffel im Fettnapp-Höhler. Zu Ostern spielen Andrea Roßbach und Lys Schubert "Dümmer geht’s immer" und danach bis 30. März agieren Eva-Maria Fastenau und Thomas Puppen in "Ehe Man(n) sich verzieht".

( Helga Schubert, 14.03.2008 )

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