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Mit Gespür und Leidenschaft Kunstwerke gesammelt

"Wenn man einmal angefangen hat - man kann nicht mehr aufhören", bekennt Frank Brabant, Kunstsammler aus Leidenschaft. Angefangen hat es bei ihm mit einem Holzschnitt von Max Pechstein "Der Redner". Er habe ihn für 300 Mark erworben und den Betrag abgestottert, amüsiert er sich heute. Später als Diskothekenbesitzer in Wiesbaden musste er nicht mehr auf die Mark schauen. "Da habe ich ganz gut verdient", lächelt er. Nun konnte er sich leisten, seinem Interesse und seiner Liebe für die Kunst nachzukommen. Das hat der 69-Jährige, den es 1958 von Schwerin nach Wiesbaden verschlug und von Haus aus Kaufmann ist, mit sensiblem Gespür für künstlerische Qualität auch reichlich getan. Besonders widmete er sich der, wie er sagt, "verschollenen Generation". "Künstler, deren Werke im nationalsozialistischen Deutschland als entartet eingestuft worden waren, hatten nach dem zweiten Weltkrieg kaum eine Chance auf den Markt zu kommen", schätzt der Sammler ein. Elfriede Lohse-Wächter, Paul Kleinschmidt oder Erich Borchert zählt er auf.
Etwa 400 Bilder hat Frank Brabant zusammengetragen. Und er lebt mit ihnen. Sie zieren seine Wohnung. "Alle Wände sind mittlerweile belegt", verrät er, sogar die in der Toilette. Es ist eine einzigartige Sammlung der Klassischen Moderne. 120 Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafiken davon sind derzeit bis 16. März in beiden Flügeln der Orangerie zu sehen. Holger Saupe von der Kunstsammlung Gera, der den Kunstmäzen vor vier Jahren kennen gelernt hat, gerät richtig ins Schwärmen, wenn er über die Sammlung Brabant und über die verständnisvolle Zusammenarbeit und das geduldige Entgegenkommen mit Frank Brabant spricht. Eigentlich sollte die Ausstellung bereits Ende 2005 in Gera gezeigt werden. Doch dann kam die Sanierung der Orangerie hinzu, die ein größeres Ausmaß erreichte als geplant, und während der Bundesgartenschau wollte sich die Otto-Dix-Stadt dann auch erst einmal mit Werke ihres großen Sohne Otto Dix "Un-verblümt" präsentieren. Doch nun kann Holger Saupe glücklich auf die Ausstellung "Bilder der Moderne - Werke aus der Sammlung Brabant" verweisen. "Mit den Bildnissen und Selbstporträts, Aktdarstellungen, Stillleben, Landschafts- und Architekturbildern zeigt die Ausstellung hervorragende Bildwerke verschiedener Stilrichtungen und künstlerischer Ausdrucksformen, die einen exklusiven Streifzug durch die gegenständliche und figurative Kunst im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts ermöglicht", ist Holger Saupe überzeugt.
In der beeindruckenden Schau sind Namen wie Ernst Barlach, Paul Klee, August Macke, Franz Marc, Max Beckmann und auch Otto Dix zu finden. Sie zieht einen Bogen vom Spätimpressionismus über den Expressionismus der ersten und zweiten Generation, der neuen Sachlichkeit bis zum Verismus und kritischen Realismus. Was selbst Holger Saupe verblüffte, dass er unter den Sammelstücken von Frank Brabant auch Werke von Thüringer Künstlern entdeckte, die weniger bekannt, aber doch sehenswert sind.

( Helga Schubert, 30.11.2007 )

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