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Thüringer Handwerkstag beriet und wählte in Gera

Besser als 2005 und 2006, aber schwächer als nach Prognosen für 2007 vom Anfang des Jahres. Etwa auf diese Formel brachte der Präsident des Thüringer Handwerkstags Rolf Ostermann seine tendenziellen Einschätzungen zu Konjunktur und Auftragslage. Gewohnt kaufmännisch kritisch, von sachlich analysierend bis dringlich fordernd, war der Tonfall in der Diskussion und den Positionspapieren, die den Vertretern von 31.428 Betrieben mit 140.000 Beschäftigten und 13.424 Lehrlingen im Novotel Gera vorgestellt wurden.
Im Resümee heißt das: "Dienstleister im Handwerk profitieren noch nicht vom Aufschwung". Zwar kamen rund 2250 neue Arbeitsplätze hinzu. Aber vor allem die Mehrwertsteuererhöhung wirke auf eine Vielzahl von Unternehmen wie eine Wachstumsbremse. An Exportzahlen kann Handwerk sich nicht berauschen. So schätzen die Thüringer ihre Wachstumsprognosen mit 1 Prozent niedriger als die Rate der Volkswirtschaft (2,9 Prozent). Metall- und Elektrohandwerk sowie das Baugewerbe profitierten z.B. von Aufträgen aus Investitionen im Zuge des Energetischen Gebäudesanierungsprogramms. Daran anknüpfend mahnte man zur Ausdehnung solcher Aufgaben auch auf die Sanierung gewerblicher Gebäude. Schließlich leide man erheblich unter steigenden Energie- und Rohstoffpreisen; die seien auch durch Modernisierung oder Rationalisierung nicht zu kompensieren. Schärfer noch: Lohnzuwächse der Arbeitnehmer werden durch hohe Lebenshaltungskosten "weggeschmolzen". Von daher sei eher Flaute in Auftragsbüchern zu erwarten.
Die aktuelle Unternehmenssteuerreform begünstige zwar Kapitalgesellschaften. Davon hat das Handwerk mit Inhabergeführten Personenunternehmen wenig. Als Gegenwirkung verlangte die Handwerkerschaft von den Politikern verbesserte Umfeldbedingungen. In klaren Stichworten: z.B. "Freibetrag für Betriebsvermögen in einer Höhe, die ausreicht, um normale Handwerksbetriebe vor dem Zugriff der Erbschaftssteuer zu verschonen"; den Abbau des Solidaritätszuschlags auf 2,5 Prozent und die Anhebung des Steuerbonusses auf Handwerkerleistungen auf 25 Prozent von maximal 12.000 Euro. (Bisher konnten 20 Prozent von höchstens 3000 Euro steuerlich geltend gemacht werden.) Solche Entscheidungen könnten zugleich den erneuten Zuwachs an Schwarzarbeit einzudämmen helfen.
Immerhin beschäftigen diesen Wirtschaftszweig nicht nur Konjunkturfragen und Überlegungen zu Kapitalgrundlagen. In den nächsten Jahren stehen rund 10.000 der 31.000 Betriebe vor der Übergabe an Nachfolger. Denn ein Drittel der Geschäftsführer sind über 50 Jahre alt. Um gut vorgebildete Azubis müsse man sich rechtzeitig, früher denn je kümmern. Beschäftigten werden länger im Beruf stehen.

Das verlange Fortbildung und Qualifikation der älteren Arbeitnehmer über 50 Jahre. Lebenslanges Lernen beginne nicht mit der Schule und höre mit dem Gesellenbrief nicht auf, so Rolf Ostermann und sein durch die Wahl im Amt bestätigter Vorstand.

Von Gera sollten dazu Zeichen ausgehen: Das Thüringer Handwerk erfüllte seine Ziele im Ausbildungspakt mit 4.800 unterzeichneten Ausbildungsverträgen und 330 gewonnenen erstausbildenden Betrieben in allen Kammerbezirken. (Ostthüringen mit 1320 Verträgen) Der Pakt müsse 2008 weiter geführt werden. Aber diesem Engagement soll nun möglichst eine Bildungsinitiative folgen, die beispielsweise die frühe und praktische Berufsorientierung, das Programm "Berufsstart plus", Qualifizierung von Berufsschullehrern usw. einschließe. Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus selbst nahm als Gast des Handwerkstags die Hinweise und Verpflichtung zu diesen Themen mit.

( Thomas Triemner, 30.11.2007 )

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