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Miteinander leben: Jeder hilft, wo er kann

Inmitten einer fröhlichen Runde sitzt Ingrid Trogisch und freut sich über das außerordentlich große Interesse für ihre Idee eines Nachbarschaftshilfevereins. Bereits in den letzten Wochen hat sich unter ihren Fittichen die Initiative gegründet, die ein unbürokratisches Netzwerk schaffen möchte, in dem die gegenseitige Hilfe an erster Stelle steht.
Bisher liefen Gespräche mit dem Finanzamt, in denen über die Gemeinnützigkeit entschieden wurde. "Jetzt gab es grünes Licht und unser Verein steht unmittelbar vor der Gründung", erklärt Ingrid Trogisch. Die engagierte Frau ist dankbar, dass die Interessengruppe bisher in den Räumlichkeiten der Begegnungsstätte am Bieblacher Hang, beim Netzwerk aktive Frauen e.V. unterkommen durfte. "Wir suchen aber dringend andere Räume, in denen wir für alle Geraer, die aus finanziellen, körperlichen oder anderen Gründen Hilfe brauchen, ein fester Anlaufpunkt sein können", so Trogisch.
Auf die Art und Weise der angestrebten Unterstützung angesprochen, fallen ihr viele Themen ein. Hilfe bei Ämtergängen, Ausfüllen von Anträgen und Widerspruch gegen Bescheide bilden einen Schwerpunkt. "Wir wollen den Menschen helfen, den oft unverständlichen Bürokratiewust der Ämter durchzustehen", kommentiert sie. Beratung bei Rechts- und Versicherungsfragen, Hilfe bei Stellensuche und Bewerbung, bei Bankgeschäften und Sterbefällen gehören ebenso dazu. Zu verschiedenen Themen sollen zukünftig auch Fachvorträge angeboten werden. "Dazu arbeiten wir mit Anwälten, einem Notar, einem Bestattungshaus und anderen Referenten zusammen", gibt sie einen Ausblick.
Im Gespräch zeigt sich, dass Ingrid Trogisch mit beiden Beinen fest auf dem Boden steht und Erfahrungen mit dem Leben bedürftiger Bürger gesammelt hat. Schon während ihrer Mitarbeit bei der Geraer Tafel hat sie mit Blick auf die Probleme der sozial Schwachen ein Dienstleistungsnetzwerk aufgebaut. Sie möchte damit den Menschen helfen, die in der Gesellschaft wenig anerkannt sind. "Viele junge Leute wachsen schon mit dem Armutsdenken auf und entwickeln früh ein Minderwertigkeitsgefühl, das sie später an der Eingliederung in das gesellschaftliche Leben hindert", weiß sie.
In der Zeit nach der Geraer Tafel gab es immer konkretere Ideen zur Umsetzung eines Nachbarschaftshilfevereins. Der starke Zuspruch von außen war ihr ein willkommener Motor. Fast 20 Geraer wollen schon jetzt die Vereinsarbeit aktiv mitgestalten und jeder von ihnen hat ernst gemeinte Ideen, wie er seine Fähigkeiten und persönlichen Interessen einbringen kann. Hauswirtschaftliche Dienste, Handwerkerleistungen, Umzugs- und Renovierungsservice und Kinderbetreuung sind nur einige der Angebote, die in der sogenannten "Tauschbörse" bald das Miteinander bestimmen.
Ingrid Trogisch ist stolz auf die Hilfsbereitschaft der Menschen und präsentiert so auch passend das Motto, das künftig über der Arbeit des Vereins stehen soll: "Der Kälte setzen wir unsere Wärme entgegen!".

( Christine Schimmel , 16.11.2007 )

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