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Lieder erzählen vom "optimalen Leben"

Ein wenig traurig, ein wenig fröhlich - Lachen und Weinen liegen eng beieinander. "Das ist für mich das optimale Leben", sagt Annett Louisan. Und das sagt sie nicht nur mit Worten, sondern auch mit Liedern. "Das optimale Leben" ist der Titel des dritten Albums der jungen Sängerin, das sie auf einer großen Tournee auch in Gera vorstellt. Hier ist sie am 21. Januar 2008 im Kultur- und Kongreßzentrum zu Gast. Neues Gera traf sie in Vorbereitung des Konzerts.

In Ihren Chansons erzählen Sie viel über die Liebe, über Irrtümer, Abschied, über Lust und Launen. Wie finden Sie ihre Texte?
Die Welt ist so packend und daraus schöpfe ich auch die Ideen für die Lieder. Am Anfang steht der Gedanke und dazu muss dann der rote Faden und das Thema gefunden werden. Oft lasse ich mich von Geschichten inspirieren, die mir Leute erzählen. Man muss ihnen nur gut zuhören können. Viele Texte habe ich gemeinsam mit Frank Ramond zusammen geschrieben.

Mit 1,52 Meter Körpergröße und fast mädchenhafter Stimme, dazu anspruchsvolle Texte und Musik, die nicht die Ohren zudröhnt, kann man sich kaum vorstellen, dass Annett Louisan die großen Säle ausfüllt. Und doch bringt sie fast 5000 Menschen zum Zuhören, hat ausverkaufte Häuser und mehrere Preise wie den Echo-Preis oder die Goldene Stimmgabel und Gold und Platin für ihre Alben erhalten. 2004 erschien das erste Album, und im Frühjahr 2005 begann die erste Tournee. Worauf begründen Sie ihren Erfolg?
Ich habe mir eine eigene Nische gesucht und versuche, mir ein eigenes Selbstbewusstsein und eine eigene Stimme zu geben. Ich will Bilder singen und gut mit unserer Muttersprache umgehen. Ja, es stimmt meine Lieder sind leise, aber das Publikum hört so gebannt zu, dass man die Stecknadel fallen hören kann. Das ist Wahnsinn und schon toll, wenn mir so viele Leute zuhören, die alle zusammen etwas gemeinsam erleben. Ich glaube auch, dass ich mit der deutschsprachigen Musik Bedürfnisse erfüllt habe, denn das Publikum versteht meine Texte. Da muss man einfach gut sein.

Annett Louisan, die von sich fast immer in der dritten Person spricht, wurde 1977 in Havelberg in Sachsen-Anhalt geboren. Damals hieß sie noch Annett Päge. 1990 zog ihre Mutter mit der 13-jährigen Annett nach Hamburg. Die Stadt wurde ihre neue Heimat und ist auch heute ihr Lebensmittelpunkt. Wie gelang Ihnen der Einstieg in die Musikszene?
Ich habe in einem Studio gearbeitet und mir Geld für mein Kunststudium verdient. Da erhielt ich schon einen großen Einblick in die Musikszene, und es sind viele Illusionen geplatzt. Doch ich fand auch Leute, denen ich vertrauen und auf die ich hören konnte. Und man muss sich auch Zeit nehmen, nach etwas zu suchen, charakterstark sein. Ein "Superstar" wäre nichts für mich.

Haben Sie einen Traum?
Ein Album, das nach der Tournee aufgenommen wird. Anhand der Reaktionen des Publikums könnte man vieles besser machen. Frank Sinatra zum Beispiel hat das gemacht.

Wenn Annett Louisan dann auf der Bühne steht, klein zierlich und meist in Schwarz, mit ihrer Band im Rücken, dann ist das Publikum in großer Erwartung. Wie bereiten Sie sich auf Ihren Auftritt vor?
Zur Bühnengarderobe muss ich zunächst sagen: Sie sollte immer neutral sein, kein Maskottchen, kein Schmuck. Für mich ist Schwarz die optimale Farbe, da kann nichts schief gehen, außerdem muss man sich wohlfühlen und sich bewegen können. Eine Stunde vor der Show brauche ich Ruhe und Zeit zum Einatmen. Ich muss mich aufwärmen, gehe auf und ab und um die Musiker herum. Trotz meiner vielen Konzerte während der drei Jahre bin ich erst am Anfang. Man kann nirgendwo so viel lernen wie auf der Bühne.
Und Annett Louisan will noch viel lernen.


( Helga Schubert, 16.11.2007 )

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