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Stadtkrone und sanierter Turm

Die Salvatorkirche ist etwas Besonderes. Während die Außerhülle ein Barockbau ist, wird die Innenausstattung vom Jugendstil geprägt. Das hängt mit der wechselvollen Geschichte des Gotteshauses zusammen. 1717 bis 1720 nach Plänen des Baumeisters David Schatz errichtet, fiel es dem Stadtbrand 1780 zum Opfer, wurde aufgebaut und 1782 wieder in den Dienst gestellt. Eine völlig neue Innenausgestaltung wurde 1901 bis 1903, die Zeit, die vom Jugendstil geprägt war, vorgenommen. Besonders ins Auge fallen die Glasmalfenster an der Ostseite. In den vergangenen Jahren wurden Orgel und Glasfenster restauriert. Sanierungsarbeiten am Naturstein der Außenhülle wurden auch schon zu DDR-Zeiten vorgenommen. Dafür findet Architektin Dr. Anja Löffler lobende Worte, denn wenn dies nicht geschehen wäre, würden die Kosten ins Unermessliche steigen.
Nun ist die Salvatorkirche wieder eingerüstet. Der zweite Bauabschnitt, der in zwei Teilbauabschnitte gegliedert ist, begann mit der Sanierung des Turms einschließlich kupferner Turmhaube und verschieferte Laterne im September. Bis Ende des Jahres soll die obere Turmzone bis zum dritten Gurtgesims saniert werden. Die Sanierung des restlichen Turmes ist für 2008 geplant. Im ersten Bauabschnitt vom Juli bis Dezember 2006 wurden die Westfassade einschließlich Dreiecksgiebel und Mittelrisalit saniert. Die Kosten betrugen etwas mehr als 259.000 Euro, wovon 150.000 Euro aus Städtebaufördermittel stammten. Für den zweiten Bauabschnitt sind rund 420.000 Euro veranschlagt, aus dem Topf der Städtebaufördermittel kommen 252.000 Euro.
"Von den 30 evangelischen Kirchen, die Gera und eingemeindete Vororte hat, ist die Salvatorkirche der Leuchtturm", stellte Kirchenbaureferent Wolfgang Panzer fest. Sie sei zwar mit einer Turmhöhe von 52 Metern - die Johanniskirche misst 72 Meter - nicht die höchste Kirche, stehe aber an höchster Stelle der Stadt. Für Baudezernent Ramon Miller ist das Bauwerk die Stadtkrone, die die Altstadt prägt. Deswegen sei er froh, dass Kirche und Stadt ein gemeinsames Konzept erarbeitet haben, das durch Fördermittel von Land und Bund untersetzt wird. Pfarrer Stephan Buchenau stellte fest, dass die Menschen bewusst wahrnehmen, was hier geschieht. Spendenfreudigkeit habe zugenommen. 13.000 Euro seien in den vergangenen zwölf Monaten eingegangen. Dafür sei er sehr dankbar.
Zurzeit werden die Natursteine, die stark abgesandet und ausgebrochen sind, ersetzt. "Das Material kam damals aus Großfalka und Kraftdorf", erläutert Dr. Löffler. Heute werde Seeberger Sandstein, der aus der Gothaer Ecke stammt, eingesetzt. Die neue Farbgebung kann bereits an der Westfassade bewundert werden. Auch der Turm erhält die helle Ockerfarbe, wobei die Architekturteile in leichten Brauntönen abgesetzt werden. "Dadurch treten die gelbbraunen Flecken, die durch eine chemische Reaktion der Steine mit dem Schwefeldioxid der Luft entstehen, nicht so in den Vorschein", weiß die Architektin. Denkmalschützer hätten auch keinen Einwand gehabt, nicht die ursprüngliche Farbgebung zu verwenden. Die schönste Jugendstilkirche Thüringens wird auch in den nächsten Jahren immer wieder Handwerker sehen, blickt der Kirchenbaureferent in die Zukunft und denkt jetzt an die Erneuerung des Schieferdaches, das bald seine natürliche Altersgrenze erreicht haben wird.

( Helga Schubert, 09.11.2007 )

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