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Neues Gera berichtet von der Bundesgartenschau Gera-Ronneburg

Die Geografie ist aus den Fugen. Zwischen Fort Wayne und Rostow am Don liegen normalerweise hübsch paar tausend Kilometer. Auch die Entfernung von Saint Denis und Plzen ist nicht von Pappe. Doch Pustekuchen! Im BUGA-Gelände Hofwiesenpark schwinden geografische Weiten auf einige Dutzend Meter. Die Erklärung: Geras zwölf Partnerstädte präsentieren sich eng beieinander mit originellen Gärten, gewissermaßen als Visitenkarten der Freundschaft.
Wer den Boulevard, also die Schlagader der BUGA, entlangschlendert, dem fällt schon von weitem auf: Zwölf Fahnen flattern im Sommerwind. Auf ihnen lassen sich die Stadtwappen der Partnerstädte ausmachen. Insgesamt beanspruchen die Partnerschaftsgärten und das Umfeld eine Fläche von rund 2000 Quadratmetern.
Der wissbegierige Besucher kann sich gut informieren. Denn im Eingangsbereich der einzelnen Gärten liegen Bodenplatten aus Granit, in denen der Name der jeweiligen Partnerstadt und ihr Stadtwappen eingelassen sind. Daneben gibt’s Pultschilder zur Charakteristik des Gartens. Der Text ist maßgeblich von Arne Dainz verfasst worden. Der 28-jährige junge Mann aus Gera ist Dipl.-Ingenieur für Landschaftsarchitektur, derzeit in Diensten der BUGA.
An den sehenswerten Gärten herrscht ständiges Kommen und Gehen. Aufmerksam liest man sich die Informationen vor. Schließlich will man sich einen Eindruck von der jeweiligen Stadt und des Landes verschaffen.
Das rumänische Timisoara präsentiert auffallend eine große Straßenlaterne mit der Aufschrift "12. November 1884. Erste Stadt Europas mit elektrischer Straßenbeleuchtung." Oder wer’s lieber Rumänisch lesen will: "12 Noiembre 1884. Primul oras din Europa cu strazile iluminate electric".
Die Struktur des Gartens ist hergeleitet vom Grundriss der historischen Stadt. Die Stadtmauer mit ihren Ausbuchtungen und Schanzen wird mit einem Streifen von rötlich-braunem Klinker dargestellt und einem umlaufenden Wassergraben aus lazurblauen Glaskieseln.
Beim Slivener Schauobjekt sind die Flächen durch gelben Sandstein geprägt, der in der Stadt und der Umgebung häufig ist. Eine Ulme dient als lebendiges Symbol aus dem Wappen. Die Rückwand besteht aus Ranken von Rosen, der meistgeschätzten Blume in Bulgarien.
Blickfang im Pskower Garten ist eine schmiedeeiserne Plastik, gestaltet von Motiven des Puschkinschen Märchens vom Goldenen Hahn. Natürlich darf der klassische russische Baum - die Birke - nicht fehlen. Der Name Pskow kommt übrigens von Pskowa, die Bauklammer. Und die wurden geschmiedet.
Ein weiterer russischer Vertreter ist Rostow am Don. Ganz klar, dass die Gestalter des Gartens die reizvolle Natur des Dongebietes andeuten wollen: neben grün-gelben Steppen auch dichte Wälder. Deshalb gibt’s ringsum Steppengräser, Symbol für Freiheit und endlos weite Steppe. Wie heißt’s im melancholischen russischen Volkslied? Step, da step krugom - Steppe weit und breit.
Im Garten von Gorazde ist das Stadtwappen wiedergegeben. Die aufgehende Sonne wird durch Potentillen, die Brücke über die Drina (auf der Tafel steht "Dirna"?) durch dunklen Wegebelag und grünem Glaskies symbolisiert.
Wie nicht anders zu erwarten, steht vorm Plzener Areal ein riesiges Bierfass. Sandsteinplatten und blaue Mosaiksteine deuten auf das Zusammenfließen der vier Flüsse Plzens hin. Logisch, dass auch Stangen mit Hopfenpflanzen nicht fehlen. Und wer hockt auf einer Bank und lädt dazu ein, sich daneben niederzulassen? Na, wer schon: der Spejbl und Hurvinek. Damit will man auf die künstlerische Ader der Plzener aufmerksam machen.
Arnheims Präsentation fällt schon von weitem auf durch eine Parade wohlgeformter hübscher roter Klompen, wo so mancher gleich an Frau Antje denken mag. Tulpen, Hollands Exportschlager, fehlten leider jahreszeitlich bedingt.
Eine Augenweide ist auch das Objekt aus Saint Denis. Die Stadt ist ein Schmelztiegel von bis zu 70 Nationalitäten. Diese Vielfalt wird symbolisiert durch eine blau-weiße Fensterrosette der Basilika, dem Wahrzeichen der Stadt.
Die Region um Fort Wayne (US-Staat Indiana) ist geprägt durch die Flüsse Saint Mary, Saint Joseph und Maomee. Dieses Umland mit Prärie, Wald und Sumpf deutet die Präsentation an.
Am aufwändigsten stellt sich Nürnberg dar. Roter Sandstein und lineare Elemente sowie der die Stadt umschließende Wald sollen die Stadtstruktur verdeutlichen.
Bei Kuopio werden die finnischen Landesfarben anschaulich durch dunkelblauen Granit in Streifen und hellem Zierkies dargestellt. Ein behäbiger Uppo-Nalle-Bär hat auf einem riesigen Granitblock Platz genommen und grüßt die Besucher.
Das polnische Skierniewice lässt’s schlicht angehen mit ruhiger Rasenfläche, gesäumt von gelb- und blaublühenden Stauden, die sich im Stadtwappen wiederfinden. Ein Apfelbaum soll die Gartenbautradition verdeutlichen.
Von denen, die halfen, diese Gärten als einen besonderen Anziehungspunkt der BUGA in Szene zu setzen, sollen als Beispiel zwei genannt werden: BiW BAU Bildungszentrum Ostthüringen und der Verein Ländliche Erwachsenenbildung Thüringen.
So vermittelt jeder Garten ein klein wenig Geschichte und Eigenart unserer Partnerstädte. Mit zwölf solchen Freunden ist Gera reich bestückt, mehr als manch andere Stadt und das teilweise schon recht lange. Die Präsentationen auf der BUGA sind geeignet, das Band der Freundschaft noch fester zu knüpfen.

( Harald Baumann, 29.06.2007 )

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