Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Pflanzenfärbern in die Töpfe geschaut

"Wir lassen uns gern in die Färbetöpfe gucken", wirbt Hannelore Stein vom Färbedorf Neckeroda. Die Kessel, Tröge und Pfannen werden diesmal jedoch nicht in dem denkmalgeschützten Ort an der B 85 zwischen Rudolstadt und Blankenhain aufgeschlagen, sondern im Botanischen Garten in Gera. Hier findet am Sonntag, 17. Juni, von 10 bis 18 Uhr das Sommerfest statt und wie Kornelia Meyer vom Museum für Naturkunde versicherte, geht es dabei um "Färbe-Experimente". Dabei sollen laut Motto des Sommerfestes Thüringer Pflanzfarben neu entdeckt werden.
Über Jahrhunderte hinweg war das Gebiet des heutigen Thüringens die bedeutendste Färbelandschaft in Deutschland. Besondere Pflanzen mit färbenden Eigenschaften wie Waid, Färbe-Reseda, Krapp oder Färber-Kamille wurden zur Gestaltung von Stoffen im bäuerlichen Haushalt verwendet oder waren wichtige Handelsobjekte weit über Thüringens Landesgrenzen hinaus. Mit dem Aufkommen synthetischer Farben verschwanden sie weitgehend. Als nachwachsende Rohstoffe (auch zur Buga in der Neuen Landschaft Ronneburg zu bewundern) gewinnen Pflanzfarben heute neue Bedeutung.
"Diese Pflanzenschätze können auch im Botanischen Garten entdeckt werden", lädt Kornelia Meyer ein. Es sind etwa 150 Färbepflanzen bekannt, von denen auch etliche in dem Geraer Kleinod wachsen. Zum Sommerfest zeigt der Verein aus Neckeroda, wie mit den Pflanzen umgegangen wird, und auch der Besucher ist eingeladen, damit zu experimentieren.
Hannelore Stein und ihr Mann sind Experten im Färben mit Pflanzen. Dass sich ein ganzes Dorf auf die Pflanzenfärberei besinnt, hängt damit zusammen, dass Hannelore Stein herausgefunden hatte, dass in Neckeroda einst Waid angebaut werden durfte. Sie holte mit anderen Interessenten die Tradition zurück. Sie gründeten 1999 den Verein und später ein ganzes Netzwerk der Pflanzenfärber. Informationen aus diesem Färbedorf liefert eine Ausstellung "Farbstoffe der Natur" im Turmhaus von Marina Friebel aus Weimar. Zur Praxis geht es dann im Garten an verschiedenen Ständen. Das Sommerfest wird jedoch auch durch andere Angebote bereichert. Dabei sind der Kräuterhof Xylander mit Arzneipflanzen, der Gartenbau Harn aus Gera-Langenberg mit Kräutern und Stauden oder der Bauernhof Clodramühle mit Käsespezialitäten und viele andere. Das Sommerfest bildet den Abschluss der Woche der Botanischen Gärten in Deutschland, die sich in diesem Jahr dem Thema widmet "Bedrohte Pflanzen in Botanischen Gärten erleben und bewahren".

( 15.06.2007 )

zurück