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Von einer Premiere in die andere

Zwei Wochen lang feierte Theater & Philharmonie Thüringen die Wiedereröffnung des Großen Hauses in Gera. Sie begann mit der fulminanten Premiere der Puccini-Oper "Tosca" und endet am Sonnabend, 5. Mai, mit der Uraufführung der Oper von Siegfried Matthus "Cosima". Die Begeisterung des Publikums kannte keine Grenzen, zeigten doch alle Ensembles und Mitarbeiter in allen Sparten, welche Möglichkeiten das sanierte Große Haus bereithält. "Eine Sache, die uns in Atem hält", gab Generalintendant Prof. Matthias Oldag zur Spielplanvorstellung für die Spielzeit 2007/2008 zu. Und auch das Publikum wird in Atem gehalten, denn mit 32 Premieren im Theater, in der Bühne am Park (BaP) und im Kleinen Theater im Zentrum wird eine geballte Ladung an Schauspiel, Oper, Ballett und Puppenspiel zur Aufführung gebracht, hinzu kommen die Philharmonischen- und Sonderkonzerte.
Von Jazz über Operette bis zur großen Oper wird das Musiktheater ausgereizt. "Wir werden Lohengrin anfassen und uns Wagner stellen", erklärte Prof. Oldag. Er selbst inszeniert "Gespräche mit Karmeliterinnen" von Francis Poulenc, eine der wichtigsten französischen Opern des 20. Jahrhunderts. Die barocke Oper "Antigona" von Traetta wird in der Bühne am Park zu sehen sein. Hier erlebt auch ein Musikwerk eines bedeutenden Komponisten, der schon lange verstorben ist, seine Uraufführung: "Die Soldatenliebschaft" von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Er hatte das Singspiel mit elf Jahren zum Geburtstag seines Vaters komponiert. Zum ersten Mal eine Kinderoper in der BaP kündigte Matthias Oldag an und verwies auf "Am Südpol, denkt man, ist es heiß" nach dem Kinderbuch von Elke Heidenreich, Musik Marcus Lange.
Schauspieldirektor Uwe Dag Berlin hat nachgeforscht und festgestellt, dass das Shakespeare-Drama "Richard III." noch nie am Geraer Theater gespielt worden ist, deswegen habe er sich für die Inszenierung entschieden. Ebenso für die Uraufführung der Komödie von Volker Lüdecke "Bauernstaat" aus der Europa-Trilogie. "Es geht um Thüringen und alles, was uns angeht", machte er neugierig. In der Bühne am Park will sich das Schauspiel mit der englischen Moderne befassen und bringt Stücke von Tennessee Williams, Sarah Kane und anderen Bestsellerautoren zur Aufführung. Die Kinder erleben im Großen Haus "Die kleine Meerjungfrau" und können sich im Kleinen Theater im Zentrum auf die Puppenspiele der Grimmschen Märchen "Rotkäppchen", "Der Fischer und seine Frau" und "Aschenbrödel" freuen.
Der neue Leiter des Puppentheaters will die Spielstätte für Kinder wie für Erwachsene wieder zum Treffpunkt machen. Ein Loriot-Abend mit Puppen "Das Ei ist hart" dürfte bestimmt auf viele Liebhaber stoßen.
Aufatmen und durchstarten darf jetzt das Ballettensemble. "Es hatte am meisten während des Theaterumbaus im Ausweichquartier gelitten" gab der Generalintendant zu. Jetzt stehen zunächst Ende Mai die Geraer Ballett-Tage an. Für die nächste Spielzeit kündigte Ballettdirektor Ivaylo Iliev die Ballettabende "GegenSätze", "Carmen meets Tango" und das berühmte Ballett von Prokofjew "Romeo und Julia" an. "Hier sind alle Bewegungen expressiv", freute er sich.
Die musikalischen Werke der Philharmonischen Konzerte haben eine Spannbreite von 370 Jahren. "Sie fangen in Schweden an und enden in Schweden", beschrieb Generalmusikdirektor Eric Solén den Umfang des Repertoires. Von 36 Stücken wurden 30 in den letzten 20 Jahren nicht gespielt. Deshalb ist der aus Schweden stammende Dirigent auf die Programmgestaltung besonders stolz. Etwas Besonderes steht im Januar auf dem Plan. In "Mensch und Maschine" wird al Soloinstrument eine Maschine zum Einsatz kommen. Erstmals in der Geschichte des Philharmonischen Orchesters wird als Solist ein waschechter DJ auftreten. Der aus Gera stammende Matthias Kaden zählt zu den deutschlandweit begehrtesten seines Fachs. Das Konzert wird zeigen, wie sich viele Komponisten von Maschinengeräuschen zu neuen Orchesterklängen inspirieren ließen, wie zum Beispiel Arthur Honegger in "Pacifik 231" von einer schnaufenden Dampflok.

( Helga Schubert, 04.05.2007 )

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