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"Brückenköpfe" sollen Hochtechnologie verstärkt nach Gera locken

Sie haben den bisherigen Geschäftsführer abgelöst. Was haben Sie vorgefunden?
Seit 1. Februar bin ich im Amt. Das TGZ zu leiten, ist für mich eine reizvolle aber anspruchsvolle Herausforderung. Mein Vorgänger Klaus-Dieter Naundorf, Mitbegründer und 15 Jahre lang Leiter des TGZ, hat sich - es sei ihm gegönnt - in den Unruhestand verabschiedet. Das Schöne: Ich fand ein gut bestelltes Feld vor und schätze das Geschaffene hoch ein.
Das TGZ hat sich als optimale Startbasis für innovative Existenzgründer bewährt. Gerade in diesen Tagen haben wir einen weiteren Mietvertrag abgeschlossen: Das Geraer Unternehmen Körbs & Lohß Engineering will unser breites Angebot an Dienstleistungen nutzen.
Ich denke, es kann sich sehen lassen, wenn im Laufe der Jahre über 300 Arbeitsplätze geschaffen werden konnten. Einige der Unternehmen, die das TGZ betreut hat, wie Optimess, GeraWeb und Indusol sind inzwischen zu beachtlicher Größe herangewachsen. Stets verstanden wir uns auch als Baustein im Mosaik des Gewerbegebietes Keplerstraße und der Wirtschaftsregion Gera. Zahlreiche Angebote, wie Existenzgründerseminare oder Diskussionsforen, stehen allen Interessenten offen, so demnächst auch Seminare und Workshops gemeinsam mit dem TGZ Erfurt.
Erfreulich: Das TGZ steht auf solider finanzieller Basis. Allerdings vollzieht sich seit 2001 die Entwicklung, gerade im Hinblick auf die Finanzierung, unter erschwerten Bedingungen. Bund, Land und Eigenkapitalgeber halten sich zunehmend bedeckt.

Sie haben zum Leitmotiv ihres künftigen Wirkens erkoren, in Gera Brücken- köpfe der Hochtechnologie schaffen zu wollen. Was verstehen Sie unter diesem an sich militärischen Begriff?
In Gera fehlen leider seit langem Forschungseinrichtungen, aus de-nen neue Technologieunternehmen hervorgehen könnten. Ich habe die Vision, herausragende überregionale Firmengründungen anzulocken. Es geht mir um High-Tech-Unternehmen mit überdurchschnittlichem Wachstumspotenzial, beispielsweise in solchen Bereichen wie Medizintechnik, Optik, Automatisierungstechnik, Informations- und Kommunikationstechnologie.

Solche Unternehmen sind geeignet, weitere Firmen nach dem Clusterprinzip an den Standort Gera zu ziehen. Sie sind eben so etwas wie Brückenköpfe, von denen Impulse für weitere Ansiedlungen ausgehen. Was allerdings voraussetzt, dass wir helfen, gute Startbedingungen zu schaffen. Dafür muss ein großes Pensum Netzwerkarbeit geleistet werden.
Nehmen wir als Beispiel Indusol. Innerhalb weniger Jahre hat sich das Unternehmen zum Technologieführer im Bereich Automatisierungstechnik entwickelt und dabei auch sichere Arbeitsplätze geschaffen. Mit solchen Firmen wie Indusol wird der Standort Gera attraktiv, können Investoren in das Oberzentrum gelockt werden.

Schön und gut, aber ohne Partner wird wohl kaum was gehen. Wo wollen Sie die hernehmen?
Für meine Vision brauchen wir in der Tat viele Partner, vor allem innovative Firmen, die erfolgreich am Markt operieren. Denn sie sind geeignet, Vertrauen in den Standort Gera zu schaffen. Sie bilden die ersten Brückenköpfe. Und wir haben mehr davon als mancher denkt, auch im Gewerbegebiet Keplerstraße.
Potenzielle Partner sind für mich auch die Wirtschaftsinitiativen der Region, die TGZs in anderen Städten des mitteldeutschen Raumes sowie nicht zuletzt Kapitalgeber.

Stichwort Kapital. Gibt’s Chancen, es zu beschaffen?
Ich denke schon. Ein Lichtblick ist der von der Bundesregierung, der KfW und deutschen Großunternehmen aufgelegte Hightech-Gründerfonds. Er gewährt jungen herausragenden Technologieunternehmen 500.000 Euro Startkapital. Das reicht aber nicht, um Spitzen-innovationen auf den Weg zu bringen. Ich bin deshalb dafür, zusammen mit regionalen Kopperaationspartnern den Anwärtern weiteres Kapital und gute Rahmenbedingungen im TGZ anzubieten, vielleicht in einer Größenordnung von 250.000 Euro.

Sie haben sich mal als Dolmetscherin zwischen Technologie und Wirtschaft bezeichnet. Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?
Geboren 1965, 50 Meter von der Thüringer Landesgrenze entfernt auf hessischer Seite, verheiratet, zwei Kinder. lebe seit 1996 in Gera. Von Hause aus bin ich promovierte Molekularbiologin, studierte in Deutschland, in den Niederlanden und in den USA. Etwa zehn Jahre lang arbeitete ich im mitteldeutschen Raum in den Bereichen Technologietransfer sowie Unternehmensansiedlung und Finanzierung. 2000 habe ich in Gera-Langenberg ein eigenes kleines Beratungsunternehmen gegründet.

( Harald Baumann, 23.02.2007 )

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