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Schon vor der BUGA: Projekt zur Pflege danach

Wie können die Anlagen der BUGA (Park, Wiesen, Blumenbeete, Pflanzen und Bäume usw.), wenn das Großereignis vorbei ist, gepflegt und erhalten werden, damit sie von bleibendem Wert sind und genutzt werden, immer wieder Einheimische und Gäste der Stadt erfreuen? Bisher haben sich die Städte, die Gartenschauen austrugen, allenfalls im Nachhinein darüber Gedanken gemacht. In Gera soll das anders werden. Da soll schon vor der BUGA klar sein, was danach und von wem zur Pflege getan werden muss.
Initiator für solche Überlegungen ist gemeinsam mit der Stadt der rührige Verein Lebenshilfe Gera-Stadt/Land und dessen 1. Vorsitzender Bernd Koob. Geplant ist ein interessantes Projekt. Im Kern geht es um eine Integrationsfirma, die geistig Behinderten und Langzeitarbeitslosen Pflegearbeiten überträgt. Grundlage ist ein Stadtratsbeschluss vom September des Vorjahres, der bei OB Dr. Vornehm zunächst auf Skepsis stieß.
Zum Stand der Dinge hatte Koob in den Räumen der Lebenshilfe (Bieblach-Ost) zu einer Informationsrunde eingeladen, die auf großes Interesse stieß. Gekommen waren neben den Dezernenten der Stadtverwaltung, Christiane Neudert und Ramon Miller, Vertreter aller Stadtratsfraktionen, die BUGA-Spitze und Vertreter des Wirtschaftsverbandes.
Hervorgehoben wurde der soziale Aspekt, Behinderten eine sinnvolle Beschäftigung zu geben. Die Lebenshilfe verfügt dabei bereits über gute Erfahrungen. Sie betreut etwa 920 Behinderte, 511 sind in ihren Werkstätten beschäftigt, ebenso wie zwölf Langzeitarbeitslose. Vor allem durch Zulieferarbeiten für Unternehmen wie zum Beispiel Sanit Eisenberg und Gera-Leuchten Sankt Gangloff, die denen Nutzen bringen, werden Behinderte in das normale Leben integriert. Sie leisten eine erstaunliche Qualitätsarbeit. Aufträge gibt’s genug!
Doch nicht nur der soziale Aspekt war für das Projekt ausschlaggebend. Es ist schlichtweg so, dass die Stadt nicht die erforderlichen Mittel aufbringen kann. Es hätte drei Möglichkeiten gegeben. Erstens: Fachbetriebe und Handwerksbetriebe schultern die Pflegearbeiten. Zweitens: Entfernung der Spezialanlagen und Pflege des Grüns durch den speziellen Werkbetrieb der Stadt. Nummer 1 und 2 sind teure Varianten, die sich Gera nicht leisten kann. Drittens: Erhalt aller Anlagen, Hauptpflege durch einen Integrationsbetrieb und Spezialpflege durch Fachbetriebe.
Variante Nummer 3 erwies sich am günstigsten, vor allem weil der Partner Lebenshilfe e.V. heißt. Aber die Wirtschaft hatte Bedenken, wie Wolfgang Srock, Geschäftsführer der Korbußener WGG-Gesellschaft für Grünanlagenbau, stellv. Vorstandsvorsitzender des Wirtschaftsverbandes, berichtete. Vor allem Landschafts- und Gartenbaubetriebe befürchteten, dass ihnen Aufträge verloren gehen.

Das ist nicht der Fall, wie in der Runde nochmals verdeutlicht wurde, denn die inzwischen ins Leben gerufene "Gesellschaft Lebenshilfe Grünanlagen + Service" betraut Behinderte und Arbeitslose nur mit einfachen Arbeiten, wie Wässern von Bäumen, Rasenmähen, Reinigen der Spielplätze, Winterdienst usw. Das Projekt kann kostengünstig durch eine Reihe inzwischen beantragter Fördermaßnahmen arbeiten. Für die Fachbetriebe verbleiben noch genügend Spezialaufgaben (z.B. Baumschnitt, Heckenpflege usw.).

Die Anwesenden erfuhren auch, dass die Integrationsfirma in den Hofgutscheunen (Lagerhalle und Werkstatt) untergebracht werden soll. Während in der Runde Thomas Schmidt, ebenfalls stellv. Vorstandsvorsitzender des Wirtschaftsverbandes, dafür plädierte, die Integrationsfirma zeitlich befristet mit der BUGA-Pflege zu betrauen, regte BUGA-Geschäftsführer Dr. Ernst-Hermann Kubitz an, dass das Projekt schon jetzt wirksam wird, indem es die zwölf Partnerschaftsgärten im Hofwiesenpark unter seine Fittiche nimmt.

( Harald Baumann, 23.02.2007 )

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