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MAK spielt in der ersten Liga

Ein großer Tag für das Museum für Angewandte Kunst und seinen Direktor Hans-Peter Jakobson: Mit einem Schlag wurde das Haus um mehr als 650 Sammelstücke, Keramiken im Wert von über einer halben Million Euro, reicher. "Das ist das Beste, was mir je passiert ist", gab Hans-Peter Jakobson sichtlich gerührt zu. Er konnte sich gar nicht genug bedanken, in erster Linie natürlich bei den großzügigen Spendern, dem Sammlerehepaar Ingrid und Werner Welle aus Paderborn, aber auch bei weiteren Sponsoren, die das Vorhaben unterstützten, damit die Sammlung auch würdig präsentiert werden konnten, wie bei der GWB "Elstertal" als Eigentümer der Immobilie, Electrabel Deutschland, der Sparkassenkulturstiftung oder der Ernst-von-Siemens-Kulturstiftung.
Der Kontakt zwischen Hans-Peter Jakobson und dem Ehepaar Welle besteht schon seit mehreren Jahren. "Wir haben bei ihm die persönliche Intention gefunden", meinte Werner Welle, "und entdeckt, dass der Grundsubstanz des Künstlerischen in Ostdeutschland mehr Bedeutung beigemessen wird als in Westdeutschland. Diese andere Grundeinstellung hat uns bewogen, unsere Sammlung an das Museum für Angewandte Kunst in Gera zu geben", nannte er den Grund. Als vor fünf Jahren bekannt wurde, dass die Welles ihre Sammlung aufgeben wollen, haben sich viele namhafte Museen Deutschlands darum bemüht. Im MAK sahen Ingrid und Werner Welle ihr Konzept am besten verwirklicht.
Das Unternehmerehepaar Welle (Möbel) hat vor 40 Jahren angefangen, Keramiken zu sammeln. Begonnen hat die Leidenschaft der beiden als sie in einer Inseltöpferei entdeckten, was aus Lehm und Erde durch die Kraft und Zufälligkeit des Feuers entsteht. "Das hat uns fasziniert", bekannte Werner Welle. Zur Sammlung gehören keramische Gefäße, Skulpturen und Installationen international bekannter Künstler wie David Leach, Lucie Rie, Hans Cooper und Gordon Baldwin aus Großbritannien, aus Frankreich Gilbert Portanier, aus der Schweiz Philippe Lambercy und Jean-Claude de Crousaz sowie aus Italien Pompeo Pianezzola und Carlo Zauli wie auch der deutschen Keramik-Elite Jan Bontjes van Beek, Walburga Külz, Hubert Griemert, Beate Kuhn, die "Gruppe 83", Arno Lehmann und die ostdeutsche Künstlerin Gertraud Möhwald. "Wir freuen uns sehr, dass unsere Sammlung jetzt vielen Menschen zuteil wird", betonte Werner Welle, trotzdem erfülle ihn ein großes Maß an Wehmut, hingen doch viele persönliche Erinnerungen an jedem einzelnen Stück, aber er habe auch die Zuversicht, die Sammlung in gute Hände gegeben zu haben, stellte er fest. Er hoffe, dass sie auch der Stadt Impulse geben werde.
Das konnte Oberbürgermeister Dr. Norbert Vornehm bestätigen. "Es ist ein unsagbarer kultureller Schatz für die Stadt und lässt das Museum ist die erste Liga der keramischen Kunst aufsteigen", dankte er dem Ehepaar Welle. Damit die Sammelstücke auch gut präsentiert werden können, erweiterte die GWB "Elstertal" das Museum durch den Ausbau des Seitenflügels um über 125 Quadratmeter und verlängerte den Mietvertrag vorfristig. Seit 1998 investierte die Wohnungsgesellschaft 3,6 Millionen Euro in das Objekt.

( Helga Schubert, 23.02.2007 )

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