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In zehn Minuten am Einsatzort





Während die Feuerwehr der Stadt Gera im vergangenen Jahr zu weniger Bränden ausrücken musste, waren ihre Hilfeleistungen mehr gefragt. "Gegenüber 2005 sind es um 400 Hilfeleistungen mehr", stellte Bürgermeister Norbert Hein, in dessen Amtsbereich der Brand- und Katastrophenschutz fällt, fest. Insgesamt wurde die Feuerwehr zu 342 Bränden und 1177 Hilfeleistungen gerufen.
Hilfe leisten heißt für die Einsatztruppe Menschen aus Not zu befreien, Keller auszupumpen, Ölspuren zu beseitigen, Fahrbahnen freizumachen, aber auch Tiere zu retten, Bienenschwärme einzufangen und vieles andere mehr. Norbert Hein schätzt den Brand- und Katastrophenschutz als "sehr effizient gesichert" ein, und das trotz Personalabbau. Als Schlussfolgerung aus dem Gutachten der Beratungsfirma Wibera zur Umstrukturierung der Stadtverwaltung wurden bei der Berufsfeuerwehr fünf Stellen abgebaut. Sie zählt jetzt 152 Vollzeitstellen. Weitere fünf Stellen sind unbesetzt, wobei Ludwig Geiger, Leiter des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz, befürchtet, dass diese ebenfalls gestrichen werden. Altersbedingt sei in den nächsten Jahren mit weiteren Abgängen zu rechnen. Andererseits werde aber Berufsnachwuchs gebraucht. Nun will die Stadt wieder im Grundlehrgang für die Feuerwehr ausbilden, ob die jungen Leute dann allerdings auch eingestellt werden, stellt der Amtsleiter in Frage. In den letzten fünf Jahren habe es bei der Feuerwehr keine Neueinstellungen gegeben. Der Altersdurchschnitt betrage 45 bis 55 Jahre.
Als Schwerpunkt für die Organisation der Arbeit der Berufsfeuerwehr in diesem Jahr sieht Norbert Hein in der Umsetzung der Arbeitszeitrichtlinie der Europäischen Union, die bereits bei den Beschäftigten auf Kritik gestoßen ist. Das bisherige Schichtsystem von 24 Stunden soll nun ohne weiteres Personal auf zwölf Stunden verändert werden. "Das trifft bei den Beamten auf keine Gegenliebe", räumt der Bürgermeister ein. Es gelte die 48 Stunden Arbeitszeit durchzusetzen.
Alarmierend findet Ludwig Geiger den Rückgang der Kräfte in den freiwilligen Feuerwehren. Die Zahl der Aktiven ist von 350 auf 309 in 14 Wehren gesunken. Aufgelöst hat sich die Weißiger freiwillige Feuerwehr. Vor allem fehle es an Nachwuchs. "Viele arbeiten außerhalb oder verlassen die Stadt, da ist es schwer, jemanden für die freiwillige Feuerwehr zu finden", ist sich der Amtsleiter im Klaren. Motivation, in einer freiwilligen Feuerwehr mitzuarbeiten, sieht er im finanziellen Zuschuss bei Einsätzen, der vom Stadtrat im vergangenen Jahr beschlossen worden ist. "Ohne die freiwilligen Feuerwehren sind größere Einsätze oder gar Katastrophen zu bewältigen, nicht möglich", bestätigt er.
Die zentrale Leistelle Gera in der Siemensstraße, in der alle Anrufe bei Bränden und Notfällen eingehen, ist für Gera sowie die Landkreise Altenburger Land und Greiz zuständig. Bei Bränden dürfen von der Alarmierung bis zum Eintreffen am Einsatzort nur zehn Minuten vergehen. Neben den Brandeinsätzen werden aber auch der Rettungsdienst und der kassenärztliche Notdienst gefahren sowie die Tauchergruppe eingesetzt.. Für die Renovierung des Gebäudes ist kein Geld vorhanden. Umso mehr freuen sich Norbert Hein und Ludwig Geiger, dass das Land eine Förderung für ein neues Löschfahrzeug zugesagt und die Stadt die Eigenmittel im diesjährigen Haushalt bereits eingeplant haben.

( 09.02.2007 )

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