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Gartenlust, aber keine Blütenträume

Obwohl die Geraer Museen mit großem Ideenreichtum das Ausstellungsjahr im Bundesgartenschau-Zeitalter bereichern, sprach der Direktor der Museen, Hans-Peter Jakobson, nicht von Blütenträumen, sondern von den Zwängen der Zeit. Er verwies auf die im vergangenen Jahr begonnene Umstrukturierung der Museumslandschaft, geboren aus der finanziellen Situation der Stadt und des Landes und hofft, den Standard entsprechend der Anforderungen des Deutschen Museumsbundes und das Niveau zu halten. "Reserven sind nicht mehr möglich", schlussfolgerte er. In der Kunstszene habe Gera angesichts bekannter Häuser in Chemnitz, Apolda oder Jena an Terrain verloren. Regional hätten die Museen eine große Wirkung erzielt, lobte er, aber die Wirkung nach außen bliebe hinten an.
Trotzdem können sich die Geraer Museen einer wachsenden Besucherzahl erfreuen. 82.568 Gäste wurden im vergangenen Jahr gezählt, während es im Jahr 2005 74.526 waren. Die Zugpferde seien dabei das Stadtmuseum und das Museum für Naturkunde gewesen. Mit der Grünen Schule, dem Botanischen Garten und den wissenschaftlich gut aufbereiteten Dauer- und Sonderausstellungen biete das Naturkundemuseum viele Bezugspunkte. Im Stadtmuseum mache sich die neue Dauerausstellung bezahlt. Hans-Peter Jakobson verschwieg aber auch nicht, dass die Ausstellungen der Kunstsammlung, deren Flächen durch die Sanierung der Orangerie wegfällt, zum Gelingen beitrugen. Das Museum für Angewandte Kunst indessen hatte mit der Jugendstil-ausstellung Furore gemacht.
"Wenn auch das Budget nicht unseren Erwartungen entspricht, so versuchen wir trotzdem mit unserem Programm, dem großen Anspruch der Buga gerecht zu werden", versicherte der Museenchef. Wobei der amtierende Kulturdirektor Dr. Frank Rühling einwarf, dass der Gesamtetat der Museen mit 1,9 Millionen Euro stabil erhalten werden konnte und gerade für Kunst Fördermittel von Sponsoren wie Electrabel in Betracht gezogen werden müssten. Als größte und bedeutendste Kunstausstellung gilt in diesem Jahr die Otto-Dix-Ausstellung vom 24. Juni bis 23. September in der wiedereröffneten Orangerie. Unter dem Titel "Un-verblümtes" zeigt die Schau, die mit internationalen Leihgaben bereichert wird, Florales im Werk von Otto Dix. Im Anschluss - vom 21. Oktober bis 24. Februar 2008 - sind Meisterwerke der Klassischen Moderne aus der Sammlung Brabant zu sehen. Auch im Otto-Dix-Haus sind interessante Ausstellungen.
Mit der Geschichte der Bergfotografie von den Anfängen bis zur Gegenwart befasst sich das MAK vom 11. Juni bis 16. September und bewegt sich damit auf Neuland, denn zum ersten Mal widmet sich ein Museum so umfassend diesem Thema. Der CDU-Politiker und Bergsteigerfreund Heiner Geißler hat die Schirmherrschaft übernommen. Das Ausstellungsjahr beginnt das MAK mit "Quilters bunter Gartenschau", in der Patchwork aus Finnland, Russland, Holland, Deutschland und der Schweiz gezeigt wird (5. März bis 28. Mai). Vom 1. Oktober bis 18. November ist die Keramikausstellung mit der kürzlich erhaltenen Schenkung zu sehen. Den Abschluss bildet der Aenne-Biermann-Preis.
"Neue Lebenswelten - Gartenstädte in Deutschland" heißt die Ausstellung im Stadtmuseum (19. März bis 15. Juli), wobei ein Abschnitt auch dem Geraer Wohngebiet Heinrichsgrün gewidmet ist. Vom 30. Juli bis 4. November können die Besucher einen Blick unter Tage und über Tage in das Wismut-Gebiet werfen. Der Geraer Fotograf Frank Schenke hat "Licht und Schatten des Uranbergbaus" - so der Arbeitstitel - aufgezeichnet.
Ganz bugamäßig präsentiert sich das Museum für Naturkunde. Unter dem Titel "Gartenlust und Blumenpracht" werden Pflanzendarstellungen aus fünf Jahrhunderten gezeigt (18. April bis 29. Juli). Der Botanische Garten als Buga-Begleitprojekt lädt mit interessanten Vorhaben ein. Alle Häuser zusammen wollen am 15. September die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, dann ist Museumsnacht.

( Helga Schubert, 26.01.2007 )

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