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Handschrift von Eberhard Dietzsch in allen Museen in und um Gera

Mit einem ungewöhnlichen Ausstellungsnetzwerk ehren Museen den Geraer Maler und Grafiker Eberhard Dietzsch zu seinem ersten Todestag. "In memoriam Eberhard Dietzsch" nennt sich eine Ausstellung, die sich durch sechs Häuser, vier in Gera und durch das Heinrich-Schütz-Haus in Bad Köstritz, dem Greizer Satiricum sowie dem Geraer Theater zieht. Mit allen Einrichtungen war der Künstler auf irgendeine Art und Weise verbunden. Für die einen entwarf er Programme, Plakate und Ausstellungskonzeptionen, für die anderen Zeichnungen, Etiketten oder Grafiken. "Wir zeigen deswegen keine großen imposanten Werke von Eberhard Dietzsch, sondern jedes Haus zeigt das, was der Künstler dort als seine Handschrift hinterlassen hat", beschrieb der Leiter der Geraer Museen Hans-Peter Jakobson das Vorhaben. Begeistert zeigte er sich davon, dass das vielschichtige Ausstellungsmosaik alle Seiten des künstlerischen Schaffens von Eberhard Dietzsch unterstreicht.
160 Arbeiten des Künstlers hat die Kunstsammlung Gera in ihrem Bestand. Davon sei eine kleine Auswahl getroffen worden, bemerkte Holger Saupe. "Neben Arbeiten auf Papier, wo er sich als wichtigen Zeichner zeigt, stellen wir seine bildplastischen Arbeiten, die der Künstler selbst Plastikaturen nannte, in den Mittelpunkt", beschrieb Holger Saupe das Ausstellungskonzept. Die dreidimensionalen Kleinobjekte seien aus Spielzeug und umfunktionierten Gebrauchsgegenständen in der mit Christian Lüttich, Horst Sakulowski und Christian Körting initiierten Ausstellungsfolge "Humor aus der Schublade" entstanden.
Christel Russe, Leiterin des Museums für Naturkunde, freut sich, dass Eberhard Dietzsch nicht nur das Symbol der Museumsklause, den Graureiher, der mit einem Bein in einer Kaffeetasse steht, entworfen hat, sondern auch zahlreiche Lithographien zum Thema Tier. Der Künstler habe selbst einmal den Wunsch geäußert, solche Arbeiten im Naturkundemuseum zu zeigen. Ergänzt werden diese Grafiken um zauberhafte Originalentwürfe mit Märchenmotiven. Alle diese Arbeiten stellte die Witwe des Künstlers als Leihgaben zur Verfügung.
Das Stadtmuseum zeigt den umfangreichsten Teil der "memoriam"-Ausstellung. Die amtierende Leiterin Ute Heckmann verwies auf Sonderausstellungen und deren Begleitmaterial, das von Eberhard Dietzsch stammte. So sind hier zahlreiche Plakate zu sehen. Für die zehn Bierhöhler, die 1989 zu einem Führungsobjekt zusammengeschlossen wurden, machte er sich stark, schuf die Ausstattungen, gestaltete den Historischen Höhler neu, entwarf die Etiketten für das Höhlerbier. Das Museum für Angewandte Kunst verdankt dem Künstler ebenfalls Plakatentwürfe und Kataloggestaltungen.
Zu den originellen Besonderheiten der Sammlung gehören Salz- und Pfefferstreuer aus dem Porzellanwerk Roschütz, die er mit seiner Frau, einer Keramikerin, gestaltete, verwies Hans-Peter Jakobson auf die Schau im MAK. Da Eberhard Dietzsch aktiv für das Theater tätig war und unzählige Plakate und Programmhefte für die Bühnen der Stadt entworfen hatte, beteiligt sich auch das Theater an der Dietzsch-Ehrung und zeigt eine kleine Auswahl der Arbeiten im Foyer des Kleinen Theaters im Zentrum.
Aber nicht nur die Geraer Einrichtungen ehren den Künstler, auch Greiz und Bad Köstritz sind dabei. Als Cartoonist hatte sich Eberhard Dietzsch ebenfalls einen Namen gemacht. Er unterstützte die Gründung des Satiricums Greiz, das seitdem kontinuierlich Cartoons von ihm sammelte. Davon sind einige in der Greizer Ausstellung zu sehen. Heinrich Schütz und seine Musik regten den Maler und Grafiker zu verschiedenen Porträts des Komponisten, aber auch eine malerische Umsetzung der Musikalischen Exequien an. Die Neugestaltung der Dauerausstellung und vieles andere des Heinrich-Schütz-Hauses in Bad Köstritz tragen seine Handschrift. Jeder, der einen Rundgang durch die Häuser startet, erhält einen umfassenden Einblick in das nuancenreiche Schaffen des Künstlers. Alle Ausstellungen sind bis 18. Februar zu sehen, in Greiz bis 4. März.

( Helga Schubert, 19.01.2007 )

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