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Auch in Gera ist der Bedarf an qualifizierten Senioranimateuren groß

14 Teilnehmer aus Gera und Umgebung haben sich bei der Ländlichen Erwachsenenbildung Thüringen zum Senioranimateur ausbilden lassen. Von September 2005 bis Ende Oktober dieses Jahres hatten sie sich in einer vom Kultusministerium anerkannten Weiterbildung Basis- und Fachwissen sowie praktische Fertigkeiten für die umfassende Animationsarbeit angeeignet.
Volkmar Unger, seit 1993 Leiter des LEB-Regionalbüros Ostthüringen in Gera, hatte die Idee für eine solche in sich geschlossene Ausbildung. Während seiner langjährigen Arbeit in der Erwachsenenbildung und in Gesprächen mit zahlreichen Senioren- und Sozialeinrichtungen wurde ihm allerorts ein hoher Bedarf an professioneller Seniorenanimation bekundet. "Die Möglichkeiten, sich mit älteren Menschen zu beschäftigen, sind noch lange nicht ausgeschöpft", sagt er. Zwar würden in Alters- und Pflegeheimen, Volkssolidarität, Diakonie und Betreutem Wohnen Sport, Spiel und Spaß für Senioren angeboten. Aber eine intensive Beschäftigung mit altersgerechter Freizeitbeschäftigung sowie deren Entwicklung und Anwendung stecke noch in den Kinderschuhen.
Volkmar Unger sieht den Anteil der Senioren in der Gesellschaft stetig wachsen: "Wie haben heute deutlich mehr jüngere Senioren, d.h. Menschen, die mit rund 50 Jahren schon ohne Arbeit zu Hause sitzen, aber trotzdem im Leben noch etwas anpacken und sich beweisen wollen. Gleichzeitig haben wir Menschen mit 60, 70 Jahren und älter, die einen erfüllten Lebensabend genießen möchten." Der Handlungsbedarf, sinnvolle Beschäftigungen für alle Altersgruppen zu finden, ist also sehr hoch.
Die Teilnehmer der zertifizierten beruflichen Weiterbildung waren während dieser Zeit in Sozial- und Pflegeeinrichtungen integriert, d.h. sie hatten sich schon im Voraus von Berufs wegen mit Seniorenbeschäftigung auseinander gesetzt. Die Entscheidung für die Weiterbildung entstand aus dem Bestreben, etwas zu lernen, was in der Praxis sofort anwendbar ist. Allen erschien es gewinnbringend, eine Ausbildung mit zusammenhängendem Konzept zu machen, als ab und zu einmal einen Kurs zu einem Thema.
"In rund 380 Unterrichtsstunden und zwei Praktikumsphasen erlebte die hochmotivierte Gruppe, dass Seniorenanimation eine zukunftsfähige Wachstumsbranche ist", so Unger. In Zusammenarbeit mit den Universitäten in Jena und Leipzig hatte der Regionalleiter den Fahrplan für die Ausbildung abgesteckt. Grundlagen der Gerontologie, Alterspsychologie, Entwicklung des Alters und die Grundlagen des Lernens im Alter wurden vermittel. Ebenso wurden Demenz, Wohn- und Lebensformen, Trauerkulturen, Kommunikations- und Konflikttraining sowie der große Bereich von Sport und Spiel in den Blick genommen. "Zahlreiche Fachreferenten und Dozenten vermittelten den Teilnehmern ihr Wissen und machten sie damit fit für die Praxis", betont Unger das fundierte Konzept. "Die alterstypischen Erkrankungen wurden vorrangig mit Fachkräften des SRH Waldklinikums erarbeitet und auch die Volkssolidarität war wichtiger Kooperationspartner, indem sie für viele Veranstaltungen ihre Räumlichkeiten zur Verfügung stellte."
Dass den Kursteilnehmern die Weiterbildung so viel Freude machte, lag wohl auch an dem interessanten Mix der Themen. Theoretische Stoffe wechselten sich mit praktischen Aufgaben ab. Das altersgerechte Sport- und Bewegungstraining mit Tanz, Rückentraining und Entspannungsübungen, aber auch das kreative Beschäftigungsfeld mit Gedächtnistraining, Basteln und Musik brachte willkommene Abwechslung.
Die über eine Stiftung geförderte Weiterbildung läuft derzeit bereits mit einem zweiten Kurs, was den dringenden Bedarf an qualifizierten Senioranimateuren belegt.

( Christine Schimmel, 17.11.2006 )

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