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Das Digitalfernsehen ist in Ostthüringen auf dem Vormarsch

In Ballungsgebieten ist Fernsehen über digitale Netze bereits Alltag. Auch in Gera hält diese neue Generation des deutschen Lieblingsmediums immer weiter Einzug. Offiziell wird bis zum Jahr 2010 bundesweit analoges Antennenfernsehen, auch Terrestrik genannt, abgeschaltet. Angestrebt wird allerdings die Fertigstellung schon im Jahr 2008. Die Abschaltung analogen Kabelfernsehens ist nur eine Frage der Zeit und über Satellit strahlen bereits einige Sender ihr Programm nur digital aus. Die Zuschauer in Deutschland müssen sich in den nächsten Jahren neu orientieren und überdenken, welcher Übertragungsweg für sie der Richtige ist. An den drei Herkömmlichen ändert sich nicht viel - und dennoch ein entscheidendes Kriterium. In Zukunft werden die Signale digital erzeugt und übertragen. Das hat den Vorteil, dass Frequenzen wesentlich effizienter genutzt werden können und damit das Angebot an Programmen steigt. Außerdem steigert die Digitalisierung die Qualität von Ton und Bild.

Traditionell und doch neu
Digitales Antennenfernsehen

Antennenfernsehen ist die älteste Art fernzusehen. Sie nutzt eine Zimmer- oder Außenantenne. Da beim analogen Empfang die Qualität witterungsbedingt stark schwankt und nur wenig Programme übertragen werden, hat der terrestrische Übertragungsweg vor allem in den 80er und 90er Jahren an Beliebtheit verloren. Doch einen großen Vorteil hat es: Es fallen außer den GEZ-Gebühren keine zusätzlichen Kosten an. Mit der Digitalisierung wird der Empfang stabiler und das Programmangebot auf 18 bis 24 Fernsehprogramme ausgeweitet.

Wie bei den anderen digitalen Übertragungswegen können zudem noch sogenannte Mediendienste, also z.B. multimediale Stadtpläne oder Internetseiten, empfangen werden. Die vorhandene Antennenanlage kann in den meisten Fällen weiter genutzt werden, bei sehr gutem Empfang ist sogar eine Zimmerantenne ausreichend. DVB-T, wie sich der Standard für diese Übertragung nennt, ermöglicht zudem Fernsehempfang über Handygeräte oder Handhelds. Seit Dezember 2005 können die Einwohner der Kreise Leipzig/Halle und Erfurt/Weimar Digitalfernsehen per Antenne empfangen. Allerdings nur die öffentlich-rechtlichen Sender, denn die Privaten der RTL-Gruppe und der ProSiebenSat.1 Media AG haben sich in diesen Gebieten gegen eine digitale terrestrische Ausstrahlung entschieden.
Die Umstellung in den restlichen Gebieten Mitteldeutschlands wird ab dem Jahr 2007 vorgenommen und bis 2008 abgeschlossen Genaue Termine für Gera und Umgebung werden voraussichtlich Mitte November von der Geschäftsstelle DVB-T Mitteldeutschland herausgegeben.

Fernsehen via
Satellitenempfang

Satellitenfernsehen bietet die größte Programmvielfalt. Analog konnten bis zu 60 Fernsehprogramme empfangen werden, digital erweitert sich das Angebot um themenspezifische und Fremdsprachenkanäle ein weiteres Mal. Eine Herausforderung stellt das Anbringen der Satellitenschüssel auf dem Dach oder Balkon dar. Außerdem mussten bisher Qualitätseinbußen bei schlechtem Wetter in Kauf genommen werden. Dieser Nachteil bleibt bei der digitalen Variante bestehen. Starker Regen, Schnee sowie elektronische Geräte können die Qualität negativ beeinflussen. Dennoch erfreut sich DVB-S (digitales Satellitenfernsehen) steigender Beliebtheit. Das ASTRA-Satellitensystem versorgt die Haushalte beispielsweise mit hochauflösendem Fernsehen (HDTV) oder interaktiven Mehrwertdiensten.

Digitalfernsehen über Kabel - "Triple Play" als großes Extra

Mehr als die Hälfte der deutschen Haushalte beziehen heute Kabelfernsehen. Es bestach vor allem durch die Vielfalt an Kanälen und die gleichbleibend gute Empfangsqualität. Dafür nehmen die Zuschauer sogar die anfallenden Kabelgebühren in Kauf.

Das Angebot an frei empfangbaren Sendern erhöht sich bei DVB-C, digitalem Kabelfernsehen, auf 76 Programme, darunter auch Fremdsprachen- und andere Spartenkanäle.

Die Kabelnetze werden durch die Digitalisierung zusehends multimedial. Die Betreiber bieten "Triple-Play" an, d.h. Kabelfernsehen, High-Speed-Internet und Telefonie in einem Paket. Individuell kann es um Flatrates für das Surfen und das Telefonieren ergänzt werden. Das erleichtert letztlich die Übersicht bei der Abrechnung. Bis 2009 sollen in Thüringen bis zu 90 Prozent des Kabelnetzes aufbereitet werden.

Gera ist innerhalb des Freistaates die erste Stadt, die mit der modernen Multimedia-Infrastruktur von Kabel Deutschland ausgerüstet wurde. Ungefähr 50.000 Geraer Haushalte wurden bislang von dem Unternehmen an das neue Netz angeschlossen. Rund zehn Prozent seines Kundenstamms nutzen die multimedialen Dienste. Eine Zusammenarbeit mit den Wohnungsbaugenossenschaften erleichtert dabei die Umsetzung.

Im Juni wurde z.B. die 2000. Wohnung der Genossenschaft "Glück Auf" Gera mit einem neuen Kabelanschluss ausgestattet. In Bieblach-Ost soll in Zusammenarbeit mit der WBG "Aufbau" bis Ende diesen Jahres das Kabelnetz weiter ausgebaut und damit die Basis für "Triple Play" geschaffen werden.
"Darauf haben unsere Mieter sehnsüchtig gewartet" äußert sich Maik Schmidt, Leiter Vermietungsmanagement. Denn das mit Glasfaserkabeln ausgestattete Wohngebiet konnte bisher nicht einmal mit Hochgeschwindigkeitsinternet über DSL-Leitungen ausgestattet werden. "Der breitbandige Internetzugang ist ein Standard, auf den heute die meisten Mieter, ob jung oder alt, nicht mehr dauerhaft verzichten möchten", so Schmidt.

Set-Top-Boxen als
Voraussetzung für
den Empfang

Für den Empfang Digitalfernsehens über diese drei Übertragungswege ist der Kauf eines neuen Receivers, einer Set-Top-Box, unumgänglich. Diese sind in unzähligen Varianten zu erhalten. Der Kunde kann auswählen, ob er nur freie oder zusätzlich verschlüsselte Sendungen empfangen will, ob der Receiver interaktive Formate umsetzen kann oder es möglich ist, Programme anzuhalten, zu speichern und zeitversetzt zu sehen.

IPTV als vierter
Übertragungsweg

Um die Verwirrung zu komplettieren, bietet T-Online zukünftig auch Fernsehen an - das Internetfernsehen IPTV. Experten gehen davon aus, dass sich IPTV, bei dem die Daten über die DSL-Leitungen übertragen und auf dem Fernsehbildschirm ausgegeben werden, als vierter Übertragungsweg etablieren wird. Die derzeitigen Entwicklungen scheinen das nur zu bestätigen.

T-Online hat bereits alle großen öffentlich-rechtlichen und privaten Sendergruppen unter Vertrag und bietet das Bouquet in zehn Ballungszentren, darunter Leipzig und Berlin, in Kombination mit Telefon und Internet als "T-Home" an. Der große Vorteil des DSL-Fernsehens ist, dass wesentlich mehr Bandbreite zur Verfügung steht. Damit können datenintensive Dienste wie HDTV problemlos gesendet und ein Rückkanal für interaktive Anwendungen umgesetzt werden. Ungewiss ist nur, ab wann in Gera und Umgebung "T-Home" angeboten wird.

( Anja Scheider, 03.11.2006 )

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