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Positive Impulse von den Unternehmen

Gera (NG/sch). Zu ihrem Jahresempfang hatte die Industrie- und Handelskammer Ostthüringen Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie Unternehmer und Geschäftspartner eingeladen. Die Grüße des Thüringer Ministerpräsidenten Dieter Althaus überbrachte Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz, der feststellte, dass Thüringen auf einem guten Weg sei. Mit dem Platz drei beim Wirtschaftswachstum in Deutschland könne sich Thüringen sehen lassen. Bis 2013 sei das Land noch Ziel-Eins-Gebiet der Europäischen Union. In dieser Zeit müsse es gelingen, die Wirtschaftsförderung zum selbsttragenden Aufschwung zu bringen. Er machte auf die demografische Entwicklung Thüringens aufmerksam, wonach im Jahr 2013 nur noch die Hälfte der Schulabgänger für die Lehrlingsausbildung zur Verfügung steht. "Sichern Sie sich jetzt die Ausbildung Ihrer Fachkräfte", riet er.
Auch IHK-Präsident Dr. Franz von Falkenhausen nutzte die Gelegenheit, in seiner Rede die Ausbildungssituation im Kammerbezirk Ostthüringen zu beschreiben und verwies darauf, dass das Thüringer Paket für Ausbildung auch im dritten Jahr greift. Bis zum Jahresende sollen 3400 Ausbildungsverträge abgeschlossen sein. Der derzeitige Stand weist 3300 Ausbildungsverträge auf. Mit 232 erstmals ausbildenden Unternehmern sei der Plan weit überschritten, betonte er und stellte fest, dass sich regionale Unternehmen auf den bevorstehenden Fachkräftemangel einstellen.
Dr. von Falkenhausen kritisierte das Jobstarterprogramm des Bundesministeriums für Bildung zur Akquise von Lehrstellen. Die Akquise werde für die Unternehmen zur Belastung. Außerdem würden die unterschiedlichen Projektträger auf die gleichen Unternehmer zugehen. Er schlug vor, sich mit den IHK zu beraten und das Jobstarterprogramm tragfähig zu machen.
Die allgemeine Wirtschaftslage schätzte der IHK-Präsident laut Unternehmerumfragen so positiv wie noch nie seit der Wiedervereinigung ein. Während von 900 befragten Unternehmen 33 Prozent ihre Lage als gut einschätzen, würden nur noch 14 Prozent sie als schlecht einstufen. Erstmals sei auch im Handel und im Baugewerbe eine dynamische Entwicklung zu verzeichnen. Der Arbeitsmarkt reagiere allerdings verhalten. Nur 15 Prozent der Unternehmen planen Neueinstellungen, aber immerhin planen 70 Prozent keine Entlassungen. Für einen dauerhaften Aufschwung seien dringend Reformen notwendig, forderte er.
Die geplanten Steuererhöhungen 2007 betrachtete Dr. von Falkenhausen kritisch. Durch hohe Lohnzusatzkosten und Kaufkraftentzug seien sie für positive Impulse auf den Arbeitsmarkt eher hinderlich.
"Was kann oder muss man als Unternehmer tun, um für die Zukunft fit zu sein?" fragte der Kammerpräsident und verwies auf den Festvortrag von Prof. Dr. rer. pol. habil. Ulrich Blum, Präsident des Institutes für Wirtschaftsforschung Halle.
Der Wirtschaftswissenschaftler, der in Karlsruhe studiert hat, 1992 die Fakultät Wirtschaftswissenschaften an der Technischen Universität Dresden gründete und seit 2004 das Institut in Halle leitet, stellte in seinem Vortrag fest, dass nur "robuste" Unternehmen geeignet sind, den künftigen Anforderungen zu entsprechen. Er zeigte die sektoralen Unterschiede auf und erklärte, warum ein spezieller ostdeutscher Aspekt besteht. Er verwies auch auf Möglichkeiten seitens der staatlichen Wirtschaftspolitik und der privaten Aktivitäten, die Entwicklung zu befördern.
"Wegen ihrer intimen Kenntnisse des Unternehmens sind vor allem Steuerberater und der Region verpflichtende Banken die entscheidenden Institutionen, auch kleine EK-Tranchen zu vermitteln und effiziente Coachingpakete zu organisieren", sagte er und forderte: "Es muss sich eine regionale Beteiligungskultur für das robuste Unternehmen entwickeln.

( NG/sch, 20.10.2006 )

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