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Auf der Stimmungsskala ist zunehmend Optimismus ablesbar

Die werdende BUGA hatte dieser Tage ungewöhnlichen Besuch: eine Gruppe Journalisten aus allen Richtungen der bundesdeutschen Windrose. Den 30 Vertretern unterschiedlicher Medien boten BUGA-Geschäftsführer Dr. Ernst-Hermann Kubitz, Stabsstellenleiter Mario Walther und Pressesprecher Michael Langenstein für die anderthalbtägige Info-Tour als kompetente Gesprächspartner keine geringeren an als: Thüringens Landwirtschaftsminister Dr. Volker Sklenar, den BUGA-Aufsichtsratsvorsitzenden und Oberbürgermeister Geras Dr. Norbert Vornehm, die stellvertretende BUGA-Aufsichtsratsvorsitzende und Greizer Landrätin Martina Schweinsburg, die Geschäftsführerin des Gera Tourismus e.V. Karin Oberreuther, den Generalintendanten der Theater & Philharmonie Thüringen GmbH Prof. Matthias Oldag und last but not least Karl Zwermann, Vorstandsmitglied des BUGA-Mitgesellschafters Zentralverband Gartenbau e.V.

Die Gastgeber hatten die Veranstaltung unter das Motto gestellt "BUGA 2007 - Impulsgeber für Stadt und Land". Niemand wird es ihnen verübeln, wenn sie - alles beiseite lassend, wo die Säge noch klemmt - mit erfrischendem Optimismus ihre kritischen Gäste wissen ließen: Die BUGA-Ampeln stehen auf Grün. Nachdem im technischen und baulichen Bereich alles ins Lot gekommen scheint, soll laut Kubitz jetzt verstärkt mit Aufmerksamkeit erregenden Marketing-Aktionen und Info-Offensive die Werbetrommel gerührt werden.
Spät kommt dies, doch es kommt. Damit wird das langanhaltende Defizit einer ideenreichen Öffentlichkeitsarbeit wettgemacht - wichtig, damit die Bürger der Region den Glücksfall BUGA freudig annehmen, die Nörgler und Bedenkenträger endgültig zum Schweigen gebracht werden und damit die bundesdeutsche Öffentlichkeit sich aufrafft und uns zahlreich die Ehre ihres Besuches in Gera und Ronneburg gibt.
Die Pressetour gehört auf erfreuliche Weise in diese Marketing-Offensive. Weitere Touren sollen folgen. Gut auch, dass die BUGA-Macher mit den Reiseveranstaltern von Flensburg bis Garmisch verhandeln und sich auf bedeutsamen Tourismus- und Freizeitmessen (z.B. Berlin, Leipzig und Köln) präsentieren. Ein Bravo auch für die Idee, ab Januar mit einer Roadshow in 30 Städten quer durch Deutschland die BUGA-Botschaft den Bundesbürgern nahezubringen, von denen viele noch immer nicht wissen, wo Gera und Ronneburg liegen und dass zum ersten Mal in der über 50-jährigen Geschichte der Gartenschauen zwei kontrastreiche Standorte Gastgeber sind.

Es dürfte für die angereisten Journalistenkollegen, von denen die meisten in den vergangenen Jahren sicherlich andernorts BU-GA-Erfahrungen sammeln konnten, schon interessant sein zu wissen, was Dr. Vornehm und Martina Schweinsburg plastisch (manchmal auch etwas zu weitschweifig) erläuterten: Mit der Show 2007 werden notwendige Projekte der Infrastruktur angeschoben, wird das Tourismusgeschäft angekurbelt, der Binnenmarkt gestärkt, die Lebensqualität der Bewohner in der Region angehoben.

Beispiele für Gera: Sanierung oder Modernisierung von Kultur- und Sporteinrichtungen wie Theater (23 Millionen Aufwand), Stadtmuseum, Orangerie, Dix-Ausstellung, Hofwiesenbad, Panndorfhalle, Rollhockey-Anlage, Stadtbahnlinie 1 und weitere Objekte. Das 30 Hektar umfassende Hofwiesengelände mausert sich zu einem attraktiven Volkspark. Und mit der 145 Hektar umfassenden Neuen Landschaft Ronneburg glückt die Gestaltung einer Kulturlandschaft von europäischer Dimension. Die historische Innenstadt Ronneburgs wird dabei saniert. Insgesamt ist ein wichtiger Schritt getan zu einem neuen vermarktungsfähigen "Produkt Gartenschau", das neben der traditionellen Präsentation gärtnerischer Leistungen (z.B. Blumenschau mit über 100.000 Stauden und 30.000 Rosen) verstärkt auch Projekte umsetzt, bei denen sich öffentliche Geldgeber einbinden und Fördertöpfe abzapfen lassen. Könnte man fast schlitzohrig nennen!

Landwirtschaftsminister Dr. Sklenar informierte deshalb voller Stolz, dass die Landesregierung der BUGA mit etwa 86 Millionen Euro unter die Arme greife. Schließlich sei die Sanierung und Entwicklung der Wismut-Region ein vorrangiges Ziel der Landesregierung, die damit zugleich eine Chance für das Vorankommen des Wirtschaftsraumes Ostthüringen sieht.

Auf die Gesamtkosten der BUGA angesprochen, beteuerte Sklenar, dass alle Investitionen auf Nachhaltigkeit ausgerichtet seien. Doch er wisse schon heute, dass der Rechnungshof ihn kritisieren werde (wie im Falle der defizitären Landesgartenschau Nordhausen). Und dann entschlüpfte dem ministeriellen Mund ein unschöner verbaler Fauxpas: "Der Rechnungshof stört mich nicht, nur die Dummheit der Leute, die dort sitzen." Rumms! Weiß der Minister denn nicht, dass der Rechnungshof verfassungsrechtlich beauftragt ist, darauf zu achten, wie die Landesregierung mit den öffentlichen Geldern umgeht? Naja, hoffen wir, dass die Gäste hier dezent weggehört haben.

Von den vielen Fragen, die die Journalisten aller Coleur aufwarfen, greifen wir nur einen Problemkreis heraus: die Gastronomie. Den Gästen schienen die Darlegungen sowohl im Hofwiesenpark als auch auf dem Ronneburger BUGA-Gelände teilweise nebulös. Auch Karl Zwermann regte stärkere Konkretheit an. Von Neues Gera daraufhin angesprochen, ließ Zwermann durchblicken, dass sich bei den bisherigen ostdeutschen Shows in Rostock, Cottbus, Magdeburg und Potsdam das jeweilige Gastronomie-Konzept meist als verbesserungswürdig erwies. Gera/Ronneburg sollten es professioneller handhaben.

( Harald Baumann, 13.10.2006 )

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